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Stefan Schumacher: Staatsanwaltschaft legt Revision ein

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Nach Freispruch  

Schumacher: Staatsanwaltschaft legt Revision ein

01.11.2013, 12:47 Uhr | sid

Stefan Schumacher: Staatsanwaltschaft legt Revision ein . Radprofi Stefan Schumacher (re.) mit seinem Anwalt Dieter Rössner. (Quelle: dpa)

Radprofi Stefan Schumacher (re.) mit seinem Anwalt Dieter Rössner. (Quelle: dpa)

Der Marathonprozess gegen Radprofi Stefan Schumacher findet kein Ende: Nur zwei Tage nach dem Freispruch des geständigen Dopingsünders vor dem Stuttgarter Landgericht legte die Staatsanwaltschaft Revision gegen das Urteil der 16. Großen Strafkammer ein.

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Schumacher, der noch am Dienstag aufgrund eines "aus meiner Sicht fairen Urteils" völlig erleichtert den Gerichtssaal verlassen hatte, bleibt damit Beschuldigter wegen Betruges.

Schumacher-Lager reagiert gelassen

"Gerügt wird die Verletzung von formellem und materiellem Recht", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft: "Ob die Revision durchgeführt wird, wird in Ruhe entschieden." Klar ist bereits: Selbst 19 Verhandlungstermine und 202 Tage waren nicht ausreichend, um den Prozess abzuschließen.

Das Schumacher-Lager reagierte gelassen. "Das habe ich erwartet", sagte Anwalt Michael Lehner: "Der Staatsanwalt war ja am Boden zerstört." Der Freispruch sei "nach wie vor richtig", betonte Lehner: "Wir sind da ganz entspannt." Die Maßnahme der Staatsanwaltschaft diene der "Verdeckung der eigenen Fehler" im Zuge der Ermittlungen, sagte der Jurist.

Schriftliche Urteilsbegründung der Kammer

Die Kammer unter Vorsitz von Richter Martin Friedrich ist nun aufgefordert, eine schriftliche Urteilsbegründung zu verfassen, sie hat dafür aber mehrere Wochen Zeit. Die Staatsanwaltschaft wird daraufhin entscheiden, ob die Revision durchgeführt wird. Dann würde der Bundesgerichtshof (BGH) das Urteil prüfen und im Falle einer Aufhebung zum Landgericht für eine Neuverhandlung zurückgeben.

Schumacher hatte den in Sport und Politik gleichermaßen vielbeachteten Betrugsprozess in erster Instanz gewonnen. Die Kammer urteilte, Schumacher habe seinen ehemaligen Boss Hans-Michael Holczer mit seinen systematischen Dopingpraktiken nicht zweifelsfrei betrogen.

"Rechtswidriger Vermögensvorteil"

Angeklagt war der 32-Jährige von der Staatsanwaltschaft, sich als nachweislich gedopter Athlet im früheren Gerolsteiner-Rennstall bei drei Gehaltszahlungen im Jahr 2008 einen "rechtswidrigen Vermögensvorteil" von rund 100.000 Euro erschlichen zu haben.

Der Radprofi war damit der erste deutsche Sportler, der sich indirekt wegen Dopings vor einem Strafgericht verantworten musste - in der Diskussion über ein mögliches Anti-Doping-Gesetz hatten sich die Experten eine klare Aussage über die Tauglichkeit des deutschen Rechtssystems im Sport erhofft.

Holczer: "Weiß, dass ich betrogen worden bin"

Durch den Freispruch "im Zweifel für den Angeklagten" warf der Prozess allerdings mehr Fragen als Antworten auf. Holczer (59) blieb zudem auch nach dem Urteil bei seiner Haltung, nichts von Schumachers Dopingpraktiken mitbekommen zu haben. "Ich weiß, dass ich betrogen worden bin", sagte Holczer. Schumachers Seite habe mit allen Mitteln versucht, ihn "von vorn bis hinten zu diskreditieren, um diesen Freispruch zu erwirken".

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