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So lief das Radsport-Jahr 2013

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So lief das Radsport-Jahr 2013  

Ein Trio steht für den sauberen Weg

26.12.2013, 16:40 Uhr | t-online.de/ost

So lief das Radsport-Jahr 2013. Krönender Abschluss: Marcel Kittel, der auch in Paris jubelte, war einer der Hauptdarsteller in der Erfolgsgeschichte der deutschen Radprofis. (Quelle: imago/PanoramiC)

Krönender Abschluss: Marcel Kittel, der auch in Paris jubelte, war einer der Hauptdarsteller in der Erfolgsgeschichte der deutschen Radprofis. (Quelle: imago/PanoramiC)

Von Oliver Strerath

2013 neigt sich dem Ende entgegen. Damit ist auch ein wieder turbulentes Sportjahr bald Geschichte. t-online.de blickt auf die Geschehnisse in den wichtigsten Sportarten zurück. Heute: Radsport. Hier gab es große Siege, aber auch negative Schlagzeilen über frühere Stars.

Sie jubelten im Frühjahr. Sie jubelten im Sommer. Sie jubelten im Herbst. Selten zuvor legten deutsche Radprofis eine derart erfolgreiche Saison hin wie im Jahr 2013. Egal, ob bei Klassikern oder der Tour de France – es gab strahlende deutsche Sieger. Doch eines war ihnen gleich: Die Zweifel an ihren Leistungen, bedingt durch die Doping-Diskussion, mit der die Gewinner immer wieder konfrontiert werden.

Es ist schade, dass in Deutschland ein fulminanter Sieg im gleichen Atemzug mit der Dopingfrage erwähnt wird. In der öffentlichen Wahrnehmung blieben im Radsport-Jahr 2013 vor allem die Affären um Erik Zabel oder Jan Ullrich im Gedächtnis. Den beiden ehemaligen Rad-Stars wurde eine viel tiefere Verwicklung in die Doping-Szene vorgeworfen und teils nachgewiesen, als zunächst in tränenreichen Geständnissen offenbart worden war. Gerade der vermeintliche Saubermann Zabel, der erst unter der erdrückenden Beweislast einräumte, wesentlich länger und intensiver betrogen zu haben als ursprünglich gestanden, bestärkte die Allgemeinheit in Deutschland in dem Glauben, dass der Radsport verseucht ist.

Der Prozess braucht Zeit

Doch gegen dieses schlechte Image kämpft die neue Generation der Radprofis um Marcel Kittel, John Degenkolb und Tony Martin  – mit Erfolgen und gebetsmühlenartigen Beteuerungen, sauber zu sein. So oder so. Der Prozess, das Vertrauen zurückzugewinnen, wird seine Zeit brauchen.

"Das Vertrauen kann nur schrittweise zurückkommen. Wir müssen auf unserem Weg weitergehen und den Leuten klarmachen, dass bei uns jetzt andere Fahrer im Vordergrund stehen", wirbt Jörg Werner für eine neue Chance der Sportart hierzulande.

Der Manager vertritt die Belange von Tony Martin, Marcel Kittel und John Degenkolb. Einem Fahrertrio, das selbsterklärend für diesen neuen, sauberen Weg steht. Und für den Großteil der deutschen Erfolgsgeschichte in der vergangenen Radsport-Saison. Diese Erfolge sollen an dieser Stelle die Hauptsache sein, und nicht die Frage nach Doping, die auch das Trio regelmäßig gestellt bekommen.

Das erste Kapitel schrieb indes Gerald Ciolek. Der Rheinländer vom zweitklassigen Team MTN Qhubeka, das mit seinem Sportlichen Leiter Jens Zemke in der Heimat Südafrika bemerkenswerte Aufbauhilfe in Sachen Radsport leistet, sorgte mit seinem Sieg beim Frühjahrs-Monument Mailand – San Remo für den ersten Paukenschlag.

Sechs Etappensiege in Frankreich

Danach war John Degenkolb an der Reihe. Der Argos-Shimano-Profi zeigte mit seinem Etappenerfolg beim Giro d’Italia im Mai, dass seine fünf Tagessiege bei der Spanien-Rundfahrt 2012 nicht von ungefähr kamen. Sein Triumph war aber nichts zum Vergleich, was die deutschen Fahrer bei der Tour boten.

Gleich sechs deutsche Etappensiege gab es zu feiern. Beim Tour-Auftakt auf Korsika schlug Marcel Kittel zu – mit seinem ersten Streich schlüpfte der Sprinter auch ins Gelbe Trikot und wurde schließlich zu einem Hauptdarsteller des Rennens. Er ließ zwei weitere Tagessiege folgen, ehe er auch den Schlusspunkt setzte – mit seinem Sieg auf der Champs Elysées beim traditionellen Finale in Paris.

Hoffnung, das diesmal Zweifel ausbleiben

Auch André Greipel war bei einem Massensprint in Frankreich nicht zu schlagen und lieferte seinen Teil zur Story ab. Den sechsten Etappensieg steuerte Tony Martin bei – in seiner Paradedisziplin, dem Zeitfahren. Bei der WM in Italien feierte Martin dann seinen dritten Triumph in Folge im Kampf gegen die Uhr: Gold! Seine Saison schloss er übrigens mit dem Sieg beim prestigeträchtigen Zeitfahren Chrono des Nations ab.

Eine starke zweite Saisonhälfte lieferte auch John Degenkolb ab. Erst sorgte er im Spätsommer bei den Cyclassics in Hamburg, den einzigen deutschen Rennen mit World-Tour-Status, für einen Heimsieg. Dann fuhr er der Konkurrenz beim französischen Herbst-Klassiker Paris-Tours davon und setzte damit das Schlusswort unter die deutsche Erfolgsgeschichte im Radsport 2013.

Ein Sieg, mit dem die Hoffnung der Protagonisten einhergeht, dass im Jahr 2014 wieder über deutsche Erfolge gesprochen wird – ohne sie in Zweifel ziehen zu müssen.

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