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Radsport  

Konkurrenz verzweifelt an Cancellara

07.04.2014, 13:36 Uhr | dpa

Konkurrenz verzweifelt an Cancellara. Fabian Cancellara reisst auf der Ziellinie in Oudenaarde die Arme hoch.

Fabian Cancellara reisst auf der Ziellinie in Oudenaarde die Arme hoch. Foto: Julien Warnand. (Quelle: dpa)

Oudenaarde (dpa) - Sogar als Einzelkämpfer und im Sprintduell ist Cancellara nicht zu schlagen. Nach seinem dritten Sieg bei der Flandern-Rundfahrt ist er auch der große Favorit bei Paris-Roubaix. Die belgischen Behörden ermitteln unterdessen nach dem schweren Unfall einer Zuschauerin.

Für eine ausufernde Feier fehlte Fabian Cancellara dann doch die Kraft. Der Schweizer Radstar und seine nicht minder erschöpften Teamkollegen versammelten sich im kleinen Zwei-Mann-Zimmer des Teamhotels um eine Kiste Bier herum und ließen nach der 98. Flandern-Rundfahrt am Sonntagabend auf schlichte Weise einen denkwürdigen und mitunter turbulenten Tag ausklingen. Frühzeitig isoliert und mit ganz neuen Sprintqualitäten hatte Cancellara seinen dritten Sieg bei der "Ronde" eingefahren und sich in einen Kreis von nun sechs Rekordgewinnern eingereiht.

"Einmal gewinnen ist im Sport eine schöne Sache. Den Erfolg aber zu wiederholen, macht es historisch", sagte Cancellara. Es war bereits sein siebter Sieg bei einem der sogenannten fünf Radsport-Monumente, zu denen auch die Eintagesklassiker Mailand-San Remo, Paris-Roubaix, Lüttich-Bastogne-Lüttich und die Lombardei-Rundfahrt gehören. Nur sechs Fahrern, darunter Legenden wie Eddy Merckx oder Fausto Coppi, sind mehr Siege gelungen. Und zum elften Mal nacheinander landete Cancellara bei diesen Rennen auch auf dem Podium, so er ins Ziel kam. Und der viermalige Zeitfahr-Weltmeister ist noch längst nicht fertig.

Denn wie Cancellara seinen Erfolg herausfuhr, lässt die Konkurrenz befürchten, dass es am kommenden Sonntag in der "Hölle des Nordens" bei Paris-Roubaix nicht anders laufen wird. Cancellara hat nach seinen letzten beiden Siegen in Flandern jeweils auch auf der alten Radrennbahn in Roubaix triumphiert, wo er insgesamt schon dreimal gewinnen konnte. Der Frankfurter John Degenkolb sagte indes: "Das ist ein komplett anderes Rennen." Degenkolb belegte in Flandern am Ende Platz 15 und lobte den Sieger: "Man muss den Hut vor ihm ziehen. Er war mit Abstand der Stärkste, obwohl er früh isoliert war."

Cancellara erklärte: "Ich hatte nur noch eine Karte, die ich ausspielen konnte." Im Sprint, der eigentlich nicht zu seinen Stärken zählt, distanzierte der 33-Jährige nach 259,8 Kilometern seine drei belgischen Rivalen.

Doppeldeutig brachte es das französische Sportblatt "L'Equipe" auf den Punkt. "Cancellara, der letzte Überlebende", schrieb die Zeitung auch mit Blick auf die vielen schlimmen Stürze. Mehr als ein Dutzend heftiger Unfälle ereignete sich auf den angesichts der Fanmassen viel zu kleinen Straßen. Eine 65-jährige Zuschauerin schwebt weiter in Lebensgefahr, nachdem sie vom belgischen Radprofi Johan Vansummeren erfasst worden war. Die Frau erlitt bei dem Zusammenprall ein schweres Schädeltrauma und wurde zweimal operiert. Die belgischen Behörden haben Ermittlungen aufgenommen. Das berichtet die belgische Zeitung "Het Laatste Nieuws" in ihrer Online-Ausgabe.

Die Frau hatte sich in der Ortschaft Wielsbeke auf einer Verkehrsinsel aufgehalten, als es zum Zusammenprall kam. Vansummeren kam relativ glimpflich davon und konnte das Krankenhaus bereits wieder verlassen. "Ich bin in Ordnung, außer einem blauen Auge und ein paar Stichen", sagte der Fahrer vom Team Garmin und ergänzte: "Aber das ist nicht wichtig. Jetzt zählt nur, dass es der Frau besser geht. Ich fühle mich wirklich schlecht, dass andere Menschen betroffen sind. Die Tatsache, dass diese Frau verletzt wurde, stört mich viel mehr als der Sturz."

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