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Tour de France 2014: Rogers krönt verrücktes Jahr mit Etappensieg

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Rogers krönt verrücktes Jahr mit Etappensieg

23.07.2014, 13:01 Uhr | dpa

Tour de France 2014: Rogers krönt verrücktes Jahr mit Etappensieg. Michael Rogers konnte sich wenige Kilometer vor dem Ziel aus der Spitzengruppe absetzen.

Michael Rogers konnte sich wenige Kilometer vor dem Ziel aus der Spitzengruppe absetzen. Foto: Kim Ludbrook. (Quelle: dpa)

Bagnères-de-Luchon (dpa) - Michael Rogers verbeugte sich noch vor dem Zielstrich hochachtungsvoll und vollendete mit Tränen in den Augen seine persönliche Erfolgsgeschichte 2014.

Dass der dreimalige Zeitfahr-Weltmeister in Bagnères-de-Luchon die Zurückhaltung der Spitzenfahrer um Vincenzo Nibali zu seinem ersten Etappensieg bei der Tour de France nutzen würde, schien noch im Frühjahr dieses Jahres ausgeschlossen. Nach einer positiven Probe auf Clenbuterol im Herbst 2013 beim Japan Cup stand der frühere T-Mobile-Profi vor dem Ende seiner Karriere, ehe er vom Dopingvorwurf freigesprochen wurde. Danach legte er ein starkes Comeback mit zwei Etappensiegen beim Giro d'Italia hin.

Die Krönung folgte auf der ersten Pyrenäen-Etappe der 101. Frankreich-Rundfahrt über 237,5 Kilometern. "Das ist ein unglaublicher Moment für mich. Ich habe jahrelang davon geträumt, eine große Rundfahrt zu gewinnen. Inzwischen bin ich umgeschwenkt und habe gemerkt, dass ich einzelne Etappen gewinnen kann", sagte Rogers nach seinem Coup. Die Dopinganklage gegen den 34-Jährige war im April dieses Jahres von der UCI fallen gelassen worden, nachdem er glaubhaft machen konnte, dass die Substanz durch verunreinigtes Fleisch in China in seinen Körper gelangt war.

In Bagnères-de-Luchon hatte sich der Teamkollege des verletzt ausgestiegenen Topfavoriten Alberto Contador wenige Kilometer vor dem Ziel von den verbliebenen Kontrahenten einer ursprünglich 21 Fahrer umfassenden Ausreißergruppe abgesetzt und auf der rasenden Abfahrt seine Zeitfahrqualitäten ausgespielt. Rogers passierte die Ziellinie neun Sekunden vor dem einstigen Ausreißerkönig Thomas Voeckler aus Frankreich und dem Weißrussen Wasil Kirijenka. "Nach dem Aus von Contador mussten wir uns im Team erstmal sammeln und neu ausrichten", sagte Rogers.

Nibali, der Mann im Gelben Trikot, konterte auf der längsten Tour-Etappe die wenigen Angriffe seiner Rivalen problemlos und nimmt mit weiterhin 4:37 Minuten Vorsprung auf den Spanier Alejandro Valverde die beiden wohl entscheidenden Hochgebirgsetappen am Mittwoch und Donnerstag in Angriff. Die größten Schwierigkeiten hatte der Italiener zu Beginn der Abfahrt ins Tal, als er von einem Auto eines französischen Journalisten ausgebremst worden war.

"Es war eine lange Etappe mit vielen Fluchtgruppen. Valverdes Team hat am letzten Anstieg attackiert, da habe ich gekontert. An den nächsten Tagen wird es noch sehr gefährlich, weil es kurze und intensive Etappen sind", sagte Nibali, der als erster Italiener seit Marco Pantani 1998 die Tour gewinnen kann.

Beim wenig spektakulären Kletterduell der Spitzenfahrer war Romain Bardet der große Verlierer. Der bisherige Gesamtdritte verlor am Port de Balès 25 Kilometer vor dem Ziel 1:50 Minuten auf seine Rivalen und rutschte auf den fünften Gesamtrang ab. Neuer Gesamtdritter ist nun Thibaut Pinot (5:06 Minuten zurück), der seine Ängste auf den Abfahrten diesmal gut im Griff hatte.

Auch Leopold König vom kleinen deutschen NetApp-Team setzte seine stark Tour fort und erreichte zusammen mit Nibali das Ziel. Inzwischen ist der Tscheche im Gesamtranking schon bis auf den siebten Platz vorgerückt, was angesichts seiner konstanten Vorstellungen nicht das Ende sein muss.

An der "Flucht des Tages" war auch Roger Kluge vom Schweizer IAM-Team beteiligt. Dem Sprinter aus der Lausitz wurde der letzte Anstieg zum Verhängnis. Er fiel zurück wie die meisten aus der Fluchtgruppe, die zuvor bei der Abfahrt vom Portet d'Aspet die Stelle passierten, an der der italienische Olympiasieger Fabio Casartelli bei der Tour 1995 zu Tode gestürzt war.

Die erste von drei Pyrenäen-Etappen war mit fünf Anstiegen und einer Ankunft in der Ebene eine Gebirgsfahrt zum Eingewöhnen. Die richtig schweren Kletterpartien stehen an den beiden kommenden Tagen in Saint-Lary Pla d'Adet und in Hautacam bevor.

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