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Radsport: Sorgen um WM-Hoffnungsträger Degenkolb und Martin

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Radsport  

Sorgen um WM-Hoffnungsträger Degenkolb und Martin

22.09.2014, 14:36 Uhr | dpa

Radsport: Sorgen um WM-Hoffnungsträger Degenkolb und Martin. John Degenkolb ist trotz seiner Zwangspause zuletzt für die WM zuversichtlich.

John Degenkolb ist trotz seiner Zwangspause zuletzt für die WM zuversichtlich. Foto: Christian Charisius. (Quelle: dpa)

Ponferrada (dpa) - Die erste Titelchance ist schon weg, und auch der Gesundheitszustand des angeschlagenen Kapitäns John Degenkolb drückt auf die Stimmung. Bevor es bei den Straßenrad-Weltmeisterschaften in Ponferrada so richtig losgeht, bereiten die beiden Hoffnungsträger im deutschen Lager Sorgen.

So rätselte Titelverteidiger Tony Martin, der haushohe Favorit für das Einzelzeitfahren am Mittwoch, nach Platz drei im Mannschaftszeitfahren über seine WM-Form. Weitaus bedenklicher gestaltet sich die Lage bei Kapitän Degenkolb, der trotz eines fast einwöchigen Krankenhausaufenthalts die Reise nach Spanien antritt und im Straßenrennen am Sonntag starten will.

"Ich bin zuversichtlich, dass es geht", sagte der Frankfurter, der nach einer weiteren Untersuchung vorsichtig Entwarnung gab. Wegen eines angeschwollenen Lymphknotens im Lendenbereich lag der 25-Jährige, der kurz zuvor bei der Vuelta mit vier Etappensiegen noch prächtige Form bewiesen hatte, bis Samstag im Krankenhaus. "Die Voraussetzungen sind nicht die besten. Es ist nicht so, dass er jetzt noch der Topfavorit ist", sagte sein Manager Jörg Werner der Nachrichtenagentur dpa.

Degenkolb erhält dreimal täglich Antibiotika, am Wochenende stieg er erstmals wieder auf das Rad. "Die Blutwerte sind soweit ganz gut und die Entzündungswerte herunter gegangen. Die nächsten Tage wird er normal trainieren. Er wird aber weiter ärztlich überwacht und soll nichts riskieren", betonte Werner.

Schon bei der Tour de France war Degenkolb der große Pechvogel, mit einer Einblutung in den Gesäßmuskel hatte er sich tagelang über die Landstraßen gequält und zweimal den ersehnten Etappensieg hauchdünn verpasst. "Es war trotzdem ein gutes Jahr für John. Er bekommt noch viele gute Chancen in seinem Leben", ergänzt Werner.

Mit einem Plan B beschäftigen sich die Verantwortlichen des Bundes Deutscher Radfahrer aber nicht, es gibt auch keinen. Auf dem welligen Kurs kämen allenfalls noch Paul Martens und Martin für die Kapitänsrolle infrage, echte Medaillenkandidaten sind sie aber nicht. Sprinter André Greipel wäre nur eine Option, sollte widererwartend eine große Gruppe ankommen. Das Kraftpaket aus Rostock ist aber eigentlich als Helfer für Degenkolb vorgesehen.

Die sicherste Goldmedaille war aber ohnehin durch Martin eingeplant. Nach dem dritten Platz im Mannschaftszeitfahren mit dem belgischen Omega Pharma-Quickstep-Team ist der 29-Jährige aber ins Grübeln gekommen. "Ich hatte nicht meinen besten Tag. Das muss ich analysieren. Man kann aber auch nicht erwarten, jedes Jahr topfit zu sein." Deutlich schlechtere Witterungsbedingungen im Vergleich zum siegreichen BMC-Team wollte Martin nicht als Entschuldigung gelten lassen, wenngleich Kollege Tom Boonen anmerkte, dass das Team im Training bei normalen Bedingungen mitunter 8 Stundenkilometer unterwegs gewesen sei.

Gut möglich, dass Martin nur ein wenig Druck von seinen Schultern nehmen will. Seit über einem Jahr hat der Ausnahmefahrer alle Zeitfahren mit einer Länge von mehr als 20 Kilometern souverän für sich entschieden, in dieser Saison holte der Wahl-Schweizer bereits sieben Erfolge im Kampf gegen die Uhr. Außerdem haben Cancellara und der Vuelta-Zweite Chris Froome auf einen Start verzichtet. Größter Rivale dürfte Olympiasieger Bradley Wiggins sein.

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