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Radsport: Jörg Jaksche enttäuscht nach Astana-Entscheidung

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Radsport  

Jaksche enttäuscht nach Astana-Entscheidung

11.12.2014, 15:06 Uhr | dpa

Radsport: Jörg Jaksche enttäuscht nach Astana-Entscheidung. Jörg Jaksche kann die Entscheidung des UCI nicht nachvollziehen.

Jörg Jaksche kann die Entscheidung des UCI nicht nachvollziehen. Foto: Juan Carlos Hidalgo. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Ex-Profi Jörg Jaksche hat den Rad-Weltverband UCI für seine Entscheidung kritisiert, dem umstrittenen Astana-Team die WorldTour-Lizenz für 2015 zu erteilen.

"Sportlich hat sich für die besten Klassementsfahrer in Sachen Doping nichts geändert und sportpolitisch hat sich die UCI als zahnloser Tiger erwiesen", sagte der 38-Jährige im Interview der Deutschen Presse-Agentur. Die im Kampf gegen Doping engagierten deutschen Sprinter müssten sich durch diese Entscheidung "angepinkelt" fühlen.

Wie beurteilen sie die Entscheidung der UCI, Astana die Lizenz zu erteilen, obwohl das umstrittene Team durch fünf aufgedeckte Dopingfälle auffiel und die Staatsanwaltschaft Padua weitere schwerwiegende Vorwürfe zusammengetragen hat?

Jörg Jaksche : Das zarte Pflänzchen, dass sich im Radsport doch vielleicht doch etwas zum Positiven ändern kann, wurde zertrampelt. Die UCI scheute offensichtlich das Risiko einer Prozess-Lawine im Fall einer Lizenz-Verweigerung. Sportlich hat sich für die besten Klassementsfahrer in Sachen Doping nichts geändert und sportpolitisch hat sich die UCI, die mit Brian Cookson an der Spitze doch neue Zeiten einläuten wollte, als zahnloser Tiger erwiesen.

Astana erhielt die Lizenz nur unter Auflagen vorbehaltlich einer Prüfung durch die Universität Lausanne und der Auswertung der Erkenntnisse der Staatsanwaltschaft Padua. Könnte das Team von Alexander Winokurow doch noch die Fahrerlaubnis verlieren?

Jaksche : Ich glaube, die Sache ist durch und die Auflagen sind wohl unter Beschwichtigung abzuhaken. Ich könnte die ARD jetzt gut verstehen, wenn sie sich doch noch zurückziehen und die Tour im kommenden Jahr nicht wieder live übertragen.

Die sogenannte neue deutsche Rennfahrer-Generation um Tony Martin, Marcel Kittel und John Degenkolb engagiert sich im Anti-Doping-Kampf - wie wird auf sie diese Entscheidung wirken?

Jaksche : Sie dürften sich angepinkelt fühlen. Die Handlanger im Astana-Team werden jetzt vielleicht ausgetauscht und Winokurow sitzt weiter oben auf dem Panzer.

Die Staatsanwaltschaft Padua hat angeblich Fotos von Treffen zwischen Winokurow und dem auf Lebenszeit wegen seiner Doping-Praktiken gesperrten Mediziner Michele Ferarri aus dem Vorjahr. Einige Astana-Fahrer sollen auch Kontakt zu Ferrari haben - ist es glaubhaft, dass Tour-de-France-Sieger Vincenzo Nibali wie italienische Zeitungen melden, nicht unter ihnen ist?

Jaksche : Die Chance ist groß, dass auch Nibali Ferrari-Kunde ist. Würde Astana ein so großes Risiko eines Treffens mit Ferrari eingehen, nur um über die Versorgung der inzwischen überführten Iglinskye-Brüder zu verhandeln?

ZUR PERSON: Jörg Jaksche (38) war lange Jahre erfolgreicher Profi unter anderem im Telekom-Team unter Walter Godefroot und bei Bjarne Riis bei CSC. 2007 gestand er Doping. Er sagte im Bundeskriminalamt aus und beim Weltverband UCI. Er kam in den Genuss der Kronzeugen-Regelung, fand aber nach seinem Geständnis keinen neuen Arbeitgeber mehr. Jaksche steht in Innsbruck jetzt vor dem Abschluss als Betriebswirt.

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