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Terrorgefahr: Frankfurter Radrennen nach Bombenfund abgesagt

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Terrorgefahr  

Radrennen in Frankfurt nach Bombenfund abgesagt

01.05.2015, 08:41 Uhr | dpa

Terrorgefahr: Frankfurter Radrennen nach Bombenfund abgesagt. Das Gerüst an der Ziellinie in Frankfurt am Main wurde am Abend wieder abgebaut.

Das Gerüst an der Ziellinie in Frankfurt am Main wurde am Abend wieder abgebaut. Foto: Arne Dedert. (Quelle: dpa)

Wiesbaden (dpa) - Nach dem Bombenfund in Oberursel ist das für Freitag geplante Profi-Radrennen "Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt" abgesagt worden. Diese Entscheidung traf das hessische Landeskriminalamt (LKA) am Donnerstagabend.

Das traditionsreiche Rennen durch die Taunusberge sollte um 12.00 Uhr gestartet werden und über 206,9 Kilometer führen. Die Absage des Radrennens sei ein drastischer Schritt, aber nötig wegen Hinweisen auf eine eventuelle Gefährdung der Bevölkerung, erklärte das LKA. Zwar sei ein geplantes Anschlagziel weiterhin nicht bekannt. "Allerdings gab es deutliche Überschneidungen von Streckenverlauf des Radrennens und Bewegungsprofil der festgenommenen Personen", hieß es in der Mitteilung. Weil noch zu viele Fragen offen seien, gehe die Sicherheit vor.

Sportler und Veranstalter zeigten sich enttäuscht, äußerten aber Verständnis für die Entscheidung. "Die Absage ist ausgesprochen schade. Aber wichtig ist, dass wir kein Risiko eingehen wollen", sagte Veranstalter Bernd Moos-Achenbach. Die finanziellen Folgen konnte er noch nicht abschätzen. Er hoffe, dass er einen Weg mit den Teams finden werde. Der Etat für die Veranstaltung liegt zwischen 800 000 und einer Million Euro.

"Für den Sport, die Zuschauer und die vielen Ehrenamtlichen ist das natürlich ein schwerer Schlag. Aufgrund der Gefahrenlage ist es aber eine verständliche Entscheidung des LKA", sagte Rudolf Scharping, Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer, der Deutschen Presse-Agentur. "So etwas, was in Boston passiert ist, will natürlich niemand erleben." Im April 2013 war der Boston-Marathon Ziel eines Anschlags gewesen.

"Es ist extrem schade, ich bin geschockt, aber natürlich hatte auch ich etwas Bauchschmerzen, als ich von den Ereignissen in Oberursel gehört habe", sagte Mitfavorit John Degenkolb, der 2011 gewonnen hatte, bei "fr-online". Wie alle Fahrer und Verantwortlichen hatte er beim traditionellen Zusammenkommen am Abend vor dem Rennen in Eschborn von der Absage erfahren.

"Ich liebe dieses Rennen, aber das geht nicht soweit, dass ich dafür mein Leben riskiere", meinte Fabian Wegmann, Sieger 2009 und 2010. "Wirklich traurig zu hören, dass @EschbornFFM abgesagt werden musste. Schwer zu verstehen, dass Menschen in dieser Welt ein Radrennen attackieren würden", schrieb Radprofi Marcel Kittel bei Twitter.

Auch DOSB-Präsident Alfons Hörmann konnte die Entscheidung der Behörden nachvollziehen. "Mit der Absage handelt die Polizei umsichtig und verantwortungsvoll. Das ist im Interesse von Fahrern und Fans des traditionsreichen deutschen Frühjahrsklassikers", sagte Hörmann.

Das Radrennen in Frankfurt kann auf eine große Geschichte zurückblicken. Am Freitag sollte die 54. Auflage des Klassikers stattfinden. Jahrelang war die Veranstaltung unter dem Namen Rund um den Henninger Turm bekannt. Im Dezember 2009 wurde das Rennen in Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt umbenannt. Das Ziel befindet sich an der Alten Oper im Herzen Frankfurts.

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