Startseite
Sie sind hier: Home > Sport > Mehr Sport > Radsport >

Tour de France 2015: Marcel Kittel ist nicht dabei

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

"Schwierigste Phase meiner Karriere"  

Tour de France 2015 findet ohne Sprintstar Marcel Kittel statt

25.06.2015, 17:13 Uhr | dpa

Tour de France 2015: Marcel Kittel ist nicht dabei . Marcel Kittel vom Giant-Alpecin-Team bei der Tour Down Under im Januar 2015.  (Quelle: dpa)

Marcel Kittel vom Giant-Alpecin-Team bei der Tour Down Under im Januar 2015. (Quelle: dpa)

Für den restlos verärgerten Sprintstar Marcel Kittel gibt es in diesem Jahr bei der Tour de France kein weiteres Sommermärchen. Nach acht Etappensiegen und zwei Gelben Trikots in den Jahren 2013 und 2014 ist der 27-Jährige wegen seines Formrückstands von seinem Giant-Alpecin-Team ausgebremst worden.

Der Thüringer reagierte mit Unverständnis und Enttäuschung auf die Entscheidung. "Die Nichtnominierung ist die mit Abstand schwierigste Phase meiner Karriere. Es ist nun für mich ein erneuter Rückschlag, dass ich das Vertrauen meines Teams für eine Tournominierung nicht verdient habe", schrieb Kittel auf seiner Homepage.

Degenkolb führt das Team an

Bis zuletzt hatte Kittel noch gehofft, rechtzeitig in Form zu kommen. Dafür war er sogar ins Höhentrainingslager in die Sierra Nevada gefahren. Ohne Erfolg - im neunköpfigen Aufgebot fehlt sein Name. Stattdessen wird Klassikerspezialist John Degenkolb die Mannschaft anführen. Der Wahl-Frankfurter, der im Frühjahr sensationell Mailand-San Remo und Paris-Roubaix gewonnen hatte, soll für die nötigen Etappensiege sorgen.

Wegen Virus lange außer Gefecht

Das war in den vergangenen beiden Jahren Kittels Job. Glaubt man dem Sprinter, wäre er auch in diesem Jahr konkurrenzfähig gewesen. Er habe sich "auf ein hohes Niveau zurückgekämpft", betonte Kittel. Die Skepsis bei den Verantwortlichen war aber größer. Seine grundsätzliche Fitness sei nicht ausreichend, hieß es vom Team.

Fast drei Monate war Kittel nach einer Viruserkrankung keine Rennen gefahren, Comeback-Versuche mussten immer wieder verschoben werden. Sein letzter Profisieg - abgesehen von einem Erfolg bei einem Kriterium in Australien im Januar - liegt schon neun Monate zurück.

Kittel: "Keine schöne Situation"

Offenbar hat Kittels Vorstellung bei der ZLM Toer den Ausschlag gegeben. Abgeschlagen war er meist über den Zielstrich gerollt. Zu einem Sprint-Duell mit den Rivalen um den zweimaligen Etappengewinner und Gesamtsieger André Greipel war es erst gar nicht gekommen. Kittel hält dagegen: "Dass ich bei der ZLM-Tour noch kein Ergebnis eingefahren habe, hängt auch damit zusammen, dass ich frisch aus dem Höhentrainingslager gekommen bin."

Acht Tour-Etappen hatte Kittel in den vergangenen beiden Jahren gewonnen, darunter die Prestigesprints auf den Champs Elysées. Zudem gewann er die Auftaktetappen, die ihm jeweils auch das Gelbe Trikot beschert hatten. Daraufhin stieg er zum großen Star auf. Nun muss sich der Sprinter neue Ziele für 2015 setzen. Welche, weiß Kittel selbst noch nicht: "Zum jetzigen Zeitpunkt weiß ich allerdings nicht, was meine Enttäuschung kompensieren könnte."

Die Entscheidung dürfte Spuren hinterlassen. Bislang waren Kittel und der von klein aufgebaute Rennstall eine einzige Erfolgsgeschichte. Erstmals scheint es nun größere Unstimmigkeiten zu geben. Schon Anfang der Woche hatte Kittel durchklingen lassen, dass er nicht immer die gewünschte Unterstützung erhalten habe. "Es ist keine schöne Situation, aber sie ist andererseits auch lehrreich. Ich werde lernen, damit umzugehen und werde auch daran wachsen", ergänzte Kittel, dessen Vertrag Ende 2016 ausläuft.

Auch ohne Kittel ist ein Etappensieg das Ziel für die deutsche Mannschaft. Sogar das Gelbe Trikot zum Auftakt liegt im Bereich des Möglichen. Der Niederländer Tum Dumoulin zählt zu den Rivalen von Ex-Weltmeisters Tony Martin beim Auftaktzeitfahren. Das Aufgebot komplettieren die Niederländer Roy Curvers, Koen de Kort, Ramon Sinkeldam und Albert Timmer sowie der Franzose Warren Barguil und der Österreicher Georg Preidler.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Anzeige
Biermann über den Gipfelsturm 
"Das war ein richtiges Gänsehautgefühl"

Der deutsche Amateur-Radsportler erklimmt den Mont Ventoux mit einem Spenderherz. Video

"So schnell wie seit 10 Jahren nicht" 
Christoph Biermann gerät in Köln an seine Grenzen

Beim Velodom wird deutlich: Die Härte am Berg fehlt ihm nach seiner Herztransplantation noch. Video

Nach Herztransplantation auf den Mont Ventoux 
Christoph Biermann und das Rennen seines Lebens

Acht Monate wartete der Hobby-Radfahrer auf ein Spenderherz. Jetzt nimmt er den Ventoux ins Visier. Video



Anzeige
shopping-portal