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Radsport: Team Astana unter ständigem Doping-Verdacht

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Radsport  

Das Team Astana - Ein Rennstall unter ständigem Verdacht

04.07.2015, 09:59 Uhr | dpa

Radsport: Team Astana unter ständigem Doping-Verdacht. Das Team Astana sorgte in der Vergangenheit immer wieder für negative Schlagzeilen.

Das Team Astana sorgte in der Vergangenheit immer wieder für negative Schlagzeilen. Foto: Jeroen Jumelet. (Quelle: dpa)

Seit der Gründung des Radrennstalls Astana im Jahre 2007 wird das Team von Dopingfällen und -vorwürfen begleitet. Egal ob Alexander Winokurow, Lance Armstrong oder Alberto Contador - eine weiße Weste hatten in der Vergangenheit nur die wenigsten Protagonisten des Rennstalls.

2006 - Auf Initiative von Winokurow startet ein Konsortium aus kasachischen Firmen das Projekt eines Radrennstalls. Als Berater der Teamleitung fungiert Walter Godefroot. Der Belgier war jahrelang Teamchef des Telekom-Rennstalls. Während dieser Zeit war es zu systematischem Doping innerhalb der Mannschaft gekommen.

2007 - Winokurow fliegt bei der Tour de France mit Fremdblutdoping auf. Das Team wird aus dem Rennen genommen. Kurz darauf wird auch Andrej Kaschetschkin des Fremdblutdopings überführt.

2008 - Zur Saison 2008 übernimmt Johan Bruyneel die Teamleitung. Der Belgier führte zuvor Lance Armstrong zu sieben Toursiegen. Mit unerlaubten Mitteln, wie heute bekannt ist. Bruyneel ist für zehn Jahre gesperrt worden.

2009 - Im Astana-Trikot gibt Armstrong sein Comeback im Radsport. Schon damals machten Dopingvorwürfe gegen den inzwischen lebenslang gesperrten Texaner die Runde.

2010 - Contador gewinnt mit dem Astana-Team erneut die Tour de France. Die Freude währt nicht lange. Wenige Monate später wird eine positive Probe des Spaniers auf Clenbuterol publik. Contador verliert seinen dritten Tour-Titel und wird zwei Jahre gesperrt.

2011 - Neben Winokurow fungiert der Tscheche Roman Kreuziger als Co-Kapitän. Wie sich 2014 herausstellt, gab es in den Jahren 2011 und 2012 Unregelmäßigkeiten im Blutpass bei Kreuziger. Die UCI suspendiert den Fahrer, der tschechische Verband spricht Kreuziger frei.

2012 - Die UCI ermittelt mal nicht wegen Dopings, sondern wegen Bestechung gegen Winokurow. Dem Kasachen wird vorgeworfen, dem Russen Alexander Kolobnew mindestens 100 000 Euro geboten zu haben, damit er ihm den Sieg beim Frühjahrsklassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich überlässt.

2013 - Winokurow übernimmt nach seinem Karriereende die Teamleitung bei Astana.

2014 - Das Astana-Team gewinnt mit Vincenzo Nibali die Tour de France. Zum Ende der Saison wird der Rennstall von fünf Dopingfällen erschüttert. Die Iglinsky-Brüder Maxim und Valentin fliegen wegen EPO-Dopings auf, die Talente Ilja Dawidenok, Viktor Okischew und Artur Fedossejew aus dem eigenen Continental-Team werden positiv auf verbotene Steroide getestet. Dazu sollen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Padua ergeben haben, dass Winokurow und weitere Teammitglieder Kontakt zum lebenslang gesperrten Dopingarzt Michele Ferrari gehabt haben.

2015 - Der Radsport-Weltverband UCI fordert auf Grundlage der Ermittlungen in Padua sowie einer Untersuchung des Instituts für Sportwissenschaft der Universität Lausanne den Lizenzentzug für das Astana-Team. Es habe "große Unterschiede" zwischen der vom Team proklamierten Anti-Doping-Politik und der Realität vor Ort gegeben. Die Lizenzkommission weist den Antrag aber zurück und verordnet nur weitere Auflagen. Astana darf weiterfahren. Kurz vor dem Tour-Start weist der Niederländer Lars Boom einen zu niedrigen Cortisol-Spiegel auf, was ein Indiz für ein Dopingvergehen sein kann, aber nicht zwingend sein muss.

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