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Ivan Basso an Hodenkrebs erkrankt: Er verlässt die Tour

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Tour de France 2015  

Basso an Hodenkrebs erkrankt - Tränen bei Contador

13.07.2015, 17:46 Uhr | dpa

Ivan Basso an Hodenkrebs erkrankt: Er verlässt die Tour. Ivan Basso gibt die schockierende Diagnose bekannt.

Ivan Basso gibt die schockierende Diagnose bekannt. Foto: Yoan Valat. (Quelle: dpa)

Pau (dpa) - Ivan Basso verkündete mit gefasster Stimme die Schreckensnachricht von seiner Hodenkrebserkrankung, direkt neben ihm hatte Alberto Contador Tränen in den Augen.

Kein sportlicher Ausblick auf die kommenden Pyrenäen-Etappen, keine sportliche Zwischenbilanz durch Contador: Das Thema der Pressekonferenz des Saxo-Tinkoff-Teams am Ruhetag der 102. Tour de France im Mercure-Hotel in Pau war viel, viel ernster. Contadors Edelhelfer Basso berichtete am Montag von seiner Erkrankung. Angesichts dieser Hiobsbotschaft spielte für Contador ("Gibt nichts Sportliches zu berichten") der bevorstehende Kampf um den Gesamtsieg keine Rolle.

"Ich werde die Tour verlassen und mich in Italien sofort operieren lassen", sagte der 37-jährige Basso im vollbesetzten Konferenzraum des Teamhotels. Es herrschte betretenes Schweigen, Contador rang um Fassung.

2005 hatte sich Basso bei der Tour nur Lance Armstrong beugen müssen, bei dem 1997 die gleiche Krankheit festgestellt worden war. Nach der Heilung gewann der Amerikaner zwischen 1999 und 2005 sieben Frankreich-Rundfahrten in Serie. Nachdem er des Dopings überführt worden war, wurden Armstrong alle Siege aberkannt und der Texaner wurde auf Lebenszeit gesperrt. "Ich denke an Ivan und wünsche das Beste für seine Behandlung", twitterte Minuten später Armstrong.

"Auf der fünften Etappe hatte ich mir bei einem Sturz meinen linken Hoden gequetscht. Da die Schmerzen nicht nachließen, habe ich mich heute im Krankenhaus untersuchen lassen. Da wurde mir diese Diagnose gestellt. Je nach dem Ergebnis der weiteren Untersuchungen in Italien werden wir entscheiden, wie es genau weitergeht", sagte Basso.

Sein Kapitän Contador, der in diesem Jahr als erster Radprofi nach dem 2004 verstorbenen Italiener Marco Pantani (1998) das Double aus Giro- und Toursieg feiern wollte, fand tröstende Worte: "Ich hoffe, alles wird gut und er kann schnell geheilt werden. Wir waren die vergangenen 120 Tage immer zusammen, ich habe ein sehr enges Verhältnis zu Ivan - das Team steht 100 Prozent hinter ihm", sagte der diesjährige Giro-Sieger aus Spanien, der Basso versprach: "Mein Kampf um Gelb ist auch ein Kampf für Ivan. Ich hoffe, wir können zusammen in zwei Wochen in Paris feiern."

Sehr betroffen reagierte auch John Degenkolb vom Giant-Alpecin-Team. "Das rückt vieles in die richtige Relation. Gesundheit und Familie sind viel wichtiger, als das, was wir hier jeden Tag machen. Das ist doch nur Sport. Ich hoffe, dass Ivan schnell wieder gesund wird", sagte der Klassikerjäger, der sich am Vortag mit dem Spanier Markel Irizar vom Trek-Team unterhalten hatte: "Der hatte auch Hodenkrebs. Die Chemotherapie schlug an, und er kämpfte sich verbissen zurück - das wünsche ich auch Ivan".

Basso gehörte zu Zeiten von Jan Ullrich zu den besten Rundfahrern der Welt. 2006 und 2010 gewann er den Giro. Dazu belegte er 2004 und 2005 den dritten und zweiten Platz bei der Tour de France - jeweils direkt vor Ullrich. Anfang der Saison war er von Contadors Team als Helfer in den Bergen geholt worden.

Bassos Name ist aber auch eng mit der Operacion Puerto um Dopingarzt Eufemiano Fuentes verknüpft. Der Italiener stand wie Ullrich auf der Kundenliste des Mediziners, woraufhin es kurz vor der Tour 2006 zum Eklat kam. Der Italiener, Ullrich und weitere Fahrer wurden aus der Startliste genommen. 2007 räumte Basso schließlich Kontakte zu Fuentes ein und wurde für zwei Jahre gesperrt. Nach seinem Fahrverbot gewann er zwar noch den Giro, an seine Bestleistungen kam er aber nicht mehr heran.

Vor dem Ritt durch die Pyrenäen liegt Contador bei der 102. Tour de France 1:03 Minuten hinter dem aktuellen Tour-Spitzenreiter Christopher Froome. Doch das interessierte im Mercure-Teamhotel in Pau am Montag niemanden.

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