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John Degenkolb: Unfall hätte Radprofi fast Zeigefinger abgerissen

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Böser Trainingsunfall  

Degenkolb: "Mein Finger hing am letzten Zipfel"

24.01.2016, 15:40 Uhr | sid

John Degenkolb: Unfall hätte Radprofi fast Zeigefinger abgerissen. Sturzopfer: John Degenkolb musste nach seinem Unfall operiert werden. (Quelle: imago/Rene Schulz)

Sturzopfer: John Degenkolb musste nach seinem Unfall operiert werden. (Quelle: imago/Rene Schulz)

Das war ein großer Schock. Doch die deutschen Radprofis John Degenkolb und Max Walscheid sowie ihre beteiligten Kollegen vom Team Giant-Alpecin hatten bei ihrem schweren Trainingsunfall in Spanien Glück im Unglück. "Es geht mir den Umständen entsprechend gut", schrieb Degenkolb auf seiner Facebook-Seite. Ein Auto war in der Nähe von Calpe frontal in die sechsköpfige Trainingsgruppe hineingefahren.

Bei dem Unfall wurde dem Roubiax-Sieger von 2015 fast der linke Zeigefinger abgerissen. Zudem brach sich Degenkolb nach Teamangaben den Unterarm.

Operation unter Vollnarkose

"Vorhin wurden unter Vollnarkose die Wunden an Oberschenkel, Unterarm und Lippe genäht. Jetzt bin ich im Krankenwagen unterwegs nach Valencia, wo in einem größeren Krankenhaus mein linker Zeigefinger wiederhergestellt werden soll. Er hing nur noch am letzten Zipfel an meiner Hand." An den Unfall könne er sich nicht mehr vollständig erinnern, so der 27-Jährige.

Degenkolb schloss seinen Facebook-Gruß an alle Anhänger und das Team mit den Worten: "Auch den anderen Jungs alles Gute. Ich melde mich wieder. Danke für eure Unterstützung."

Walscheid erlitt nach Angaben des Teams einen Hand- und Schienbeinbruch. Auch der 22-Jährige wird sich höchstwahrscheinlich einer Operation unterziehen müssen.

"Glück, dass sie leben"

"Sie haben Glück gehabt, dass sie leben", sagte Degenkolbs Manager Jörg Werner. Degenkolb habe ihm am Telefon berichtet, dass es unmöglich gewesen sei, den Frontalzusammenstoß mit dem Auto zu verhindern. Die Fahrerin, laut lokalen Berichten eine Engländerin, sei ungebremst in die Trainingsgruppe gefahren, erzählte Werner.

Es sei indes bei Degenkolb nicht der komplette Zeigefinger fast abgerissen, es handele sich vielmehr um die Fingerkuppe, "aber das ist nicht ohne", führte Werner weiter aus. Sein Schützling sei zunächst in einem Krankenhaus in Denia notversorgt worden, aber erst in einer Klinik in Valencia sei der Unterarmbruch festgestellt worden, der in einer Operation mit einer Platte fixiert werden sollte.

Im Anschluss an den Eingriff solle der Paris-Roubaix-Sieger so schnell wie möglich nach Deutschland in ein Hamburger Unfallkrankenhaus geflogen werden, sagte Werner. Erst dort werde es nach weiteren Untersuchungen möglich sein, Prognosen zur Ausfalldauer abzugeben.

"Jeder im Team ist geschockt"

Giant-Alpecin veröffentlichte in der Nacht zum Sonntag eine Liste mit den Verletzungen der Profis. Warren Barguil (Frankreich) erlitt einen Kahnbeinbruch, Chad Haga (USA) wurde wegen Verletzungen an Hals und Kinn operiert, ein Augenhöhlenbruch soll später versorgt werden. Fredrik Ludvigsson (Schweden) und Ramon Sinkeldam (Niederlande) zogen sich Schnittverletzungen und Blutergüsse am ganzen Körper zu.

"Jeder im Team ist geschockt", wurde Team-Physiotherapeut Anko Boelens in einer ersten Mitteilung der Mannschaft zitiert. Die sechs Profis seien nebeneinander auf ihrer Straßenseite nahe dem Teamquartier unterwegs gewesen, als ein aus der Gegenrichtung kommendes Auto in die Gruppe gefahren sei. "Uns ist auch klar, dass wir einiges Glück auf unserer Seite hatten", erklärte Boelens.

Teamchef Iwan Spekenbrink äußerte sich in der Nacht zum Sonntag in einer weiteren Mitteilung: "Es war ein ziemlich harter Tag für das Team, und die Fahrer werden einige Zeit brauchen, um sich zu erholen." Dennoch werde die Mannschaft letztlich "stärker denn je daraus hervorgehen".

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