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Motordoping: Radsport-Weltverband UCI sperrt Belgierin Femke van den Driessche

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Weltverband setzt Zeichen  

Lange Sperre für Belgierin wegen Motordopings

26.04.2016, 16:35 Uhr | dpa, sid

Motordoping: Radsport-Weltverband UCI sperrt Belgierin Femke van den Driessche. Schubkraft: Die Belgierin Femke van den Driessche hat sich der Hilfe eines verbotenen Motors bedient. (Quelle: imago/Belga)

Schubkraft: Die Belgierin Femke van den Driessche hat sich der Hilfe eines verbotenen Motors bedient. (Quelle: imago/Belga)

Der Radsport-Weltverband UCI hat ein Zeichen im Kampf gegen Motordoping gesetzt und Femke van den Driessche für sechs Jahre gesperrt. Die Sanktion gilt rückwirkend vom 11. Oktober 2015, die 19 Jahre alten Belgierin muss zusätzlich 20.000 Schweizer Franken sowie die Prozesskosten zahlen. Dies gab die UCI bekannt.

Van den Driessche war Ende Januar bei den Radcross-WM im belgischen Zolder erwischt worden. Ihr Rad wurde nach dem U23-Rennen wegen eines verbotenen Hilfsmotors beschlagnahmt. Die Belgierin hatte geschockt reagiert und an ein großes Missgeschick geglaubt. Anders sah dies UCI-Präsident Brian Cookson. "Es ist absolut eindeutig, dass ein technischer Betrug vorliegt", sagte er.

Untersuchungen per Tablet

Im Rahmen der Strafe wurden alle Ergebnisse seit dem 11. Oktober gestrichen. Damit verliert van den Driessche ihre U23-Titel als Europameisterin und belgische Meisterin. Sie hatte schon vor der Ankündigung des Urteils ihren Rücktritt erklärt.

Zuletzt hatte der lebenslang gesperrte italienische Dopingarzt Michele Ferrari behauptet, dass seit 2005 bei Rennen mit Hilfsmotoren gearbeitet wird. Die UCI setzt bei der Aufklärung von Motordoping auf Magnetresonanz-Untersuchungen per Tablet und bezeichnete diese Methode in einer Stellungnahme unlängst als "äußerst effizient".

Kosten bei 7500 Euro

Seit zwei Jahren hat die UCI die Suche nach versteckten Mini-Motoren intensiviert - bisher wurde aber nur die Belgierin entdeckt. Nach Angaben des Weltverbandes wurden in diesem Jahr bei den Bahnrad-WM in London 274, bei der Flandern-Rundfahrt 216 und bei Paris-Roubaix 232 Tests durchgeführt.

Die Anschaffung eines solchen verbotenen Antriebs kostet rund 7500 Euro und würde Unterstützer im Servicebereich der Radteams voraussetzen. Bei van den Driesche wurde ein Minimotor entdeckt, der von Batterien im Sitzrohr angetrieben wurde und per Bluetooth gestartet werden konnte.

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