Startseite
Sie sind hier: Home > Sport > Mehr Sport > Radsport >

Radsport - Das "Worrack-Wunder": Titel und Olympia nach Nieren-OP

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Radsport  

Das "Worrack-Wunder": Titel und Olympia nach Nieren-OP

26.06.2016, 10:57 Uhr | dpa

Radsport - Das "Worrack-Wunder": Titel und Olympia nach Nieren-OP. Trixi Worrack gewann in Streufdorf das Einzelzeitfahren.

Trixi Worrack gewann in Streufdorf das Einzelzeitfahren. Foto: Candy Welz. (Quelle: dpa)

Erfurt (dpa) - Horror-Unfall am 20. März, Not-OP, Blitzgenesung - und dann im Juni der Titelgewinn und die Olympia-Berufung: Das Tempo der Radsportlerin Beatrix "Trixi" Worrack macht sprachlos.

Nach dem bösen Sturz in Norditalien bei der Trofeo Alfredo Binda war ihr die dreifach gerissene linke Niere entfernt worden. Im Ospedale di Circolo in Varese musste alles sehr schnell gehen - Worrack hatte viel Blut verloren. Die Diagnose beim Aufwachen aus der Narkose war ein Schock für sie.

In der ersten Woche nach dem folgenschweren Eingriff wusste die vierfache Team-Weltmeisterin im Zeitfahren nicht, wie es weitergehen sollte. Aber die Schockstarre war von kurzer Dauer - Resignation ist nicht die Sache der zierlichen Blondine. Nach langen Gesprächen mit Ärzten und Freunden machte sie einen verrückten Plan: "Ich will wieder aufs Rad." Am Karfreitag wurde sie aus der Klinik entlassen und flog nach Hause. Das "Worrack-Wunder" begann.

Drei Monate nach den ungewissen Stunden von Varese konnte sich die 34 Jahre alte Cottbuserin am Samstag völlig überraschend als deutsche Zeitfahrmeisterin feiern lassen. "Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ich bin perplex", war ihre erste Reaktion nach dem Hitzerennen von Streufdorf. 24 Stunden später folgte im Rathaus von Erfurt, wo am Vormittag noch glückliche Paare getraut wurden, die Nominierung für die Olympischen Spiele in Rio durch den Bund Deutscher Radfahrer (BDR). Die blonde Trixi war am Ziel ihrer Träume.

"Die erste Woche nach der OP hatte ich gedacht, die Karriere ist zu Ende. Nach zehn Tagen war ich mir relativ sicher, dass ich es schaffen kann. Sieben Wochen nach der Operation saß ich wieder auf dem Rad. Nach einer letzten Blutuntersuchung vor zwei Wochen erhielt ich Grünes Licht für mein Comeback", zählte Worrack die Stationen ihrer ganz erstaunlichen Rückkehr auf.

Körperlich fühle sie sich "eigentlich nicht anders als vor dem Eingriff, nur die große Narbe vom Bauchschnitt schmerzt in der Zeitfahrposition". Alle zwei Wochen muss sie nun zur Blutkontrolle - aber das dürfte ihr als Radprofi bekannt vorkommen.

Den letzten Schliff für Rio de Janeiro will sich die Lausitzerin beim Giro d'Italia der Frauen und bei der Thüringen-Rundfahrt holen. Eine Olympia-Prognose wagt Trixi Worrack nicht - zuzutrauen ist ihr alles. Schon seit längerem ziert sie eine Nackentätowierung: "It goes on".

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Anzeige
Biermann über den Gipfelsturm 
"Das war ein richtiges Gänsehautgefühl"

Der deutsche Amateur-Radsportler erklimmt den Mont Ventoux mit einem Spenderherz. Video

"So schnell wie seit 10 Jahren nicht" 
Christoph Biermann gerät in Köln an seine Grenzen

Beim Velodom wird deutlich: Die Härte am Berg fehlt ihm nach seiner Herztransplantation noch. Video

Nach Herztransplantation auf den Mont Ventoux 
Christoph Biermann und das Rennen seines Lebens

Acht Monate wartete der Hobby-Radfahrer auf ein Spenderherz. Jetzt nimmt er den Ventoux ins Visier. Video



Anzeige
shopping-portal