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"Die Form stimmt"

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Grischa Niermann im Interview  

"Die Form stimmt"

22.06.2008, 14:44 Uhr | Das Interview führte Björn Lücker, t-online.de

Grischa Niermann (Foto: imago)Grischa Niermann (Foto: imago) Wenn am 5. Juli in Brest die Tour de France startet, ist auch Grischa Niermann wieder dabei. Für den 32-jährigen Routinier aus Hannover ist es bereits die siebte Teilnahme bei der Frankreich-Rundfahrt. Im Interview mit t-online.de äußert sich Niermann über seine Aufgaben bei der Tour, die Konsequenzen aus den Skandalen des Vorjahres und sein zehntes Jahr beim Team Rabobank.

t-online.de: Herr Niermann, haben sie eigentlich schon mal überlegt, den niederländischen Pass zu beantragen?
Niermann: Ich fühle mich zwar wie ein halber Holländer. Aber nein, nicht wirklich.

Sie fühlen sich in den Niederlanden offenbar sehr wohl. Zehn Jahre fahren sie nun schon für das Team Rabobank…
In jungen Jahren habe ich die Chance bekommen, bei einer der weltbesten Mannschaften der Welt zu fahren. Und ich habe mich dort von Beginn an sehr wohl gefühlt. Später kamen dann auch Angebote von Telekom oder Gerolsteiner, doch im Endeffekt habe ich mich dafür entschieden, bei Rabobank zu bleiben. Mittlerweile gehöre ich ja auch schon zum "alten Eisen“. Das Team ist wie einen zweite Familie für mich.

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Sechs Mal starteten sie für Rabobank bei der Tour de France. Nun steht die siebte Frankreich-Rundfahrt auf dem Programm? Wie lief die Vorbereitung?
Zuletzt bin ich die Dauphiné Libéré als Tourvorbereitung gefahren. Das waren harte Tage, aber insgesamt habe das alles gut überstanden. Die Form stimmt.

Denis Mentschow wird bei der Tour ihr Kapitän sein. Sie werden für ihn arbeiten müssen…
So sieht es aus. Ich werde für ihn da sein müssen, wenn er Probleme bekommt. Zudem stehen die Dinge auf dem Programm, die ein Helfer zu erfüllen hat: Löcher zufahren, Wasserflaschen holen, und auch mal ein aufmunternde Wort finden. Mentschow ist einer der Topfavoriten. Aber selbst ein Platz auf dem Podium wäre für uns schon ein riesiger Erfolg.

Sie waren immer in der Rolle des Wasserträgers. Wären sie auch gerne mal Leader in einem Team gewesen?
Bei meiner ersten Tour für Rabobank landete ich auf Platz 24. Da habe ich schon mal gedacht: Warum wirst du nicht Kapitän? Aber jetzt bin ich 32 Jahre alt. Da bin ich lieber Helfer in einen Weltklassemannschaft, als Leader in einem zweitklassigen Team.

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Die Tour 2007 war von einigen Skandalen überschattet. Auch ihr Ex-Teamkollege Michael Rasmussen sorgte für viel Wirbel. Welche Konsequenzen hat ihr Team daraus gezogen?
Die Konsequenzen müssen schärfere Trainingskontrollen sein. Und die gibt es nun. In meinen ersten Jahren bei Rabobank bin ich vielleicht ein Mal im Jahr kontrolliert worden. In diesem Jahr habe ich schon fünf unangemeldete Kontrollen hinter mir. Rasmussens Problem im vergangenen Jahr war, dass er seinen Aufenthaltsort verschwiegen hat. Wir müssen nun zu jeder Zeit erreichbar sein und unseren Aufenthaltsort angeben. Das Team ist da richtig streng geworden. Insgesamt sind wir auf einem richtigen Weg.

Der Tour-Veranstalter ASO hat einen Strafenkatalog eingeführt, um Skandale wie im Vorjahr zu vermeiden. Glauben sie an eine abschreckende Wirkung?
Nein. Im vergangenen Jahr mussten wir auch einen Ehrenerklärung unterschreiben, geholfen hat das der Tour auch nicht. Es wird immer schwarze Schafe geben. Wenn jemand meint, dopen zu müssen, dann tut er es auch. Warum soll das im Sport anders sein, als im richtigen Leben? Einige Leute hinterziehen auch Steuern, obwohl dies strafbar ist. Ich wiederhole mich noch einmal: Was hilft sind gezielte Trainingskontrollen.

Wie schwer ist ihrer Ansicht nach die Tour und wo fällt die Vorentscheidung?
Weil es diesmal keinen Prolog gibt, wird es auf den ersten Etappen hektisch und einen heftigen Kampf ums Gelbe Trikot geben. Und dann steht auf der 6. Etappe bereits die erste Bergankunft auf dem Programm. Die Entscheidung fällt aber erst auf den drei letzten Alpenetappen.

Wer gewinnt die Tour?
Ich hoffe natürlich Denis Mentschow. Doch nach der Dauphiné Libéré ist sicher Alejandro Valverde der Topfavorit. Was er den Bergen und im Zeitfahren hingelegt hat, war bärenstark.

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