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Tour de France: Anti-Doping-Chef warnt vor Damokles-Schwert

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Kampf gegen Doping  

Anti-Doping-Chef warnt vor Damokles-Schwert

04.07.2008, 17:18 Uhr | dpa

Auf dem Weg zur Dopingprobe (Foto: imago)Auf dem Weg zur Dopingprobe (Foto: imago) Der für die Doping-Tests bei der 95. Tour de France zuständige Pierre Bordry hat die 180 Starter eindringlich vor Manipulationen gewarnt. "Ich hoffe, jeder hat verstanden, dass jederzeit ein Damoklesschwert fallen kann", sagte der Chef der französischen Anti-Doping-Agentur AFLD, die die Kontrollen unter Oberaufsicht des französischen Radsport-Verbandes leitet. Der Weltverband UCI war vom Tour-Veranstalter ASO dieser Pflicht enthoben worden, was zu heftigen Kontroversen führte.

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Aufpasser sollen Athleten nicht aus den Augen lassen

Zum ersten Mal wird bei der Tour unter neuem Aufsichts-Personal auch nach Wachstumshormonen gesucht - ein von der Welt-Anti-Doping- Agentur WADA lizenziertes Labor in Lausanne liefert die Analysen 24 Stunden nach dem Test. Anders als bisher wissen die Fahrer während des Rennens nicht, wer nach Etappenende getestet wird. Am Zielstrich warten acht "Chaperons", die die Kandidaten bis zur Abgabe von Blut oder Urin nicht aus den Augen lassen. Auch Haarproben werden genommen - rund 180 Doping-Kontrollen sollen während der Tour einen sauberen Ablauf garantieren. Beim Abstecher ins Nachbarland ist auch das Italienische Olympische Komitee in den Anti-Doping-Kampf eingeschaltet.

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Aldag: "Es gibt keine sechste oder achte Chance mehr"

"In den letzten acht Jahren hatten wir nicht so viele Tests wie jetzt unmittelbar vor der Tour. Die Einstellung hat sich geändert, besonders noch einmal von 2007 zu 2008. Es gibt für den Radsport keine dritte, sechste oder achte Chance mehr", sagte Rolf Aldag am Vortag des Tourstarts in Brest. Der Ex-Profi, Mitglied des Telekom-Teams beim Festina-Skandal 1998 und heute Sportdirektor bei Columbia, hatte im Vorjahr öffentlich Doping in den 90er Jahren zugegeben.

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Voigt sieht Licht am Ende des Tunnels

"Es hat schon so viele Tests in diesem Jahr gegeben, dass es eine saubere Tour werden wird. Es wäre fantastisch für den Sport. Wir müssen die Idioten loswerden", sagte der Australier Stuart O'Grady, Team-Kollege von Jens Voigt bei dänischen Team CSC-Saxo-Bank. "Wenn wir bei den Tests noch weiter gehen wollen, dann muss demnächst jemand bei mir einziehen und wohnen. Wir haben unseren Sport so gut gesäubert wie es geht. Wir haben das Licht am Ende des Tunnels erreicht", sagte der Berliner Voigt, zum elften Mal dabei, zum Thema Doping.

Szenen wie im Vorjahr vermeiden

Die ASO hatte sich bei Paris-Nizza im März von der UCI losgesagt und wurde danach mit Sanktionen bedroht, die bisher nicht eingeleitet wurden. UCI-Präsident Pat McQuaid scheint langsam Frieden mit der Tour geschlossen zu haben und wünschte ihr im Vorfeld viel Glück. Nach der Tour soll es ein Friedensgespräch zwischen ASO und UCI geben. Nach dem gedopten Toursieger Floyd Landis 2006 wurde das größte Radrennen der Welt im Vorjahr von den Dopingfällen Winokurow, Mayo und Patrik Sinkewitz erschüttert und stand nach der Suspendierung des bis dahin führenden Michael Rasmussen vier Tage vor Renn-Ende vor dem Abbruch. Ähnliche Szenarien wollen sich Veranstalter, Teams und Sponsoren diesmal auf jeden Fall ersparen.

"Eine saubere Tour wird es niemals geben"

Der geständige und inzwischen nicht mehr aktive Kronzeuge Jörg Jaksche, beim ZDF Doping-Experte, ist da sehr skeptisch: "Eine saubere Tour wird es niemals geben."

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