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Holczer zum Dopingfall Beltran: "Wer Basso säht, muss Beltran ernten"

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Tour de France - Dopingfall Beltran  

Holczer: "Wer Basso säht, muss Beltran ernten"

12.07.2008, 16:46 Uhr | sid

Hans Michael Holczer (Foto: imago)Hans Michael Holczer (Foto: imago) Als 90 Minuten vor Beginn der achten Etappe der Mannschaftsbus des Liquigas-Rennstalls am Start in Figeac erschien, war es mit dem Frieden bei der Tour de France vorbei. Am Morgen nach dem Ausschluss des Spaniers Manuel Beltran aufgrund einer positiven A-Probe als Hinweis auf Epo-Missbrauch wurde der Sport bei der Frankreich-Rundfahrt wieder einmal vom Doping-Problem in den Hintergrund gedrängt.

Die italienische Equipe schirmte sich erst einmal ab, verschanzte sich hinter einer Wagenburg aus Teamfahrzeugen und zog die Vorhänge zu.

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Liquigas-Team in der Kritik

Dafür ergriffen andere das Wort. "Wer Basso säht, muss Beltran ernten", wetterte Gerolsteiner-Teamchef Hans-Michael Holczer. Das Liquigas-Team hatte sich im April mit der Verpflichtung des derzeit noch gesperrten ehemaligen Girosiegers und Tourzweiten Ivan Basso unter Missachtung des zwischen den Mannschaften vereinbarten Ethikcodes viel Kritik eingehandelt.

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Klassischer Fall eines "ewig gestrigen"

Der ohnehin vorbelastete Rennstall, dessen früherer Kapitän Danilo Di Luca schon eine dreimonatige Sperre wegen Verwicklung in eine Doping-Affäre absitzen musste, stand mit dem Fall Beltran einmal mehr im Abseits. "Beltran symbolisiert das, was wir im Radsport noch zu erledigen haben. Denn auch, wenn wir schon ein gutes Stück weitergekommen sind, haben wir das Doping-Problem noch lange nicht endgültig beseitig"', sagte Holczer. Beltran ist für den deutschen Teamchef der klassische Fall eines "ewig Gestrigen": "Ein unbelehrbarer, alter ... - und jetzt könnte man jedes beliebige Schimpfwort einfügen", klagte Holczer.

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Liquigas-Teamchef fühlt sich betrogen

Liquigas-Teammanager Roberto Amadio beteuerte derweil, dass Beltran ein Einzelfall sei. "Ich bin geschockt und fühle mich von ihm betrogen", sagte der Italiener. Ein Rückzug der gesamten Equipe kommt für ihn allerdings nicht in Frage: "Wir haben Beltran bis auf weiteres suspendiert und sind damit unserer Pflicht nachgekommen."

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Voigt: "Man ist geradezu entsetzt"

Bei den Fahrer-Kollegen herrschte teilweise Fassungslosigkeit über den ersten Dopingfall der diesjährigen Tour. "Man ist geradezu entsetzt von der Dummheit einiger Kollegen, die es immer noch nicht begriffen haben", sagte der Berliner Jens Voigt (CSC) als Sprecher der Fahrer-Vereinigung: "Eigentlich sollte man meinen, dass alle etwas aus den Skandalen der letzten Jahre gelernt hätten." Gerolsteiner-Profi Stefan Schumacher fügte an: "Das war natürlich eine Dummheit von ihm. Wir haben keinen Bock auf so etwas."

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Riis: "Beltran wird nicht der letzte Fall bleiben"

Teamchef Bjarne Riis, selbst geständiger Dopingsünder hinsichtlich seines Toursiegs 1996, sagte: "Beltran ist nicht der erste Fall und wird auch nicht der letzte bleiben", so der Däne, der dennoch auf die Signalwirkung des neuerlichen Dopingfalls hofft: "Das zeigt immerhin, dass die, die weiter betrügen, bestraft werden."

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