Startseite
Sie sind hier: Home > Sport > Tour de France >

Doping bei der Tour de France: Riccardo Ricco ist überführt

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Tour de France - Doping  

Die Kobra hat sich selbst vergiftet

17.07.2008, 17:00 Uhr | dpa

Riccardo Ricco (Foto: dpa)Riccardo Ricco (Foto: dpa) Der Kobra ist das eigene Gift zum Verhängnis geworden: Bergkönig Riccardo Ricco ist als erster Spitzenfahrer bei der 95. Tour de France des Dopings überführt worden und hat alles ihm entgegengebrachte Misstrauen gerechtfertigt.

Seine einsame Klasse, die der 24-Jährige bei den Bergankünften in Super-Besse und Bagnères-de-Bigorre demonstrierte hatte, basierte auf Lug und Trug. Ganz im Stil seines großen Vorbildes Marco Pantani bediente sich auch der Radprofi vom Saunier-Duval-Team, der wegen seiner aggressiven Fahrweise Kobra genannt wird, der Hilfe aus der Giftküche.

Foto-Serie Riccardo Ricco wird abgeführt
Info-Grafik Dopingmethoden und deren Wirkung

Ricardo Ricco Dritter Dopingfall bei dieser Tour
Im Überblick Die Gesamtwertung

Skepsis der ständige Begleiter

Schon vor Bekanntgabe des positiven EPO-Tests nach dem Zeitfahren um Cholet (4. Etappe) war Skepsis der ständige Begleiter von Italiens einstiger Radsport-Hoffnung gewesen. Die Attacken des Bergtrikot-Trägers lähmte die Konkurrenz - und nährte Zweifel. So musste das italienische 59-Kilogramm-Leichtgewicht permanent Doping-Tests über sich ergehen lassen - wie sich nun zeigte, völlig zurecht.

Duenas Nevado Dem Staatsanwalt vorgrführt
Zum Durchklicken Große Dopingfälle bei der Tour

Genetische Gründe vorgeschoben

Früh rechnete die "L'Équipe" Ricco zu jenen fünf Fahrern, deren bisher ermittelte Werte erhebliche Auffälligkeiten aufwiesen. "Mein Hämatokritwert liegt von Kindesbeinen an über der Norm, wie bei manch anderen Fahrern auch. Das hat genetische Ursachen und ist bei der UCI dokumentiert», wies der 24-jährige Italiener nach seinem zweiten Etappensieg in Bagnères-de-Bigorre alle Vorwürfe zurück.

1. Dopingfall Beltran positiv auf EPO getestet
Foto-Show Beltran wird abgeführt, Razzia bei Liquigas

Konkurrenz wie Nachwuchsfahrer stehen gelassen

Zuvor hatte Ricco die Konkurrenz bei Anstiegen wie Nachwuchsfahrer stehen lassen. Zu seinen Opfern zählte auch Sebastian Lang. Der Gerolsteiner-Profi konnte am Sonntag auf der ersten Pyrenäen-Etappe nach langer Solo-Flucht 1000 Meter vor der Bergwertung des Aspin nur noch mit dem Kopf schütteln, als ihn Ricco in rasendem Tempo überholte. "Solange keine Beweise auf dem Tisch liegen, muss für ihn die Unschuldsvermutung gelten. Aber mal sehen, was noch kommt", meinte Lang vieldeutig. Seine Bauchgefühl ließ ihn nicht im Stich.

Hormonwerte eines Kleinkindes

Ricco ist beileibe kein unbeschriebenes Blatt. Im Mai 2007 gehörte der diesjährige Giro-Zweite bei der Italien-Rundfahrt zu jenen Fahrern, die bei einer Kontrolle Hormonwerte aufwiesen, die zu einem Kleinkind gepasst hätten. Die Disziplinarkommission des Italienischen Olympischen Komitees CONI ermittelte und forderte Sanktionen. Doch der Weltverband UCI sah sportrechtlich keine Handhabe, zumal Mediziner-Gutachten nicht eindeutig waren. Bei der diesjährigen Tour sah es noch am Sonntag so aus, als ob Ricco erneut ungeschoren davonkommen könnte. Doch sein damaliges Fazit wurde am Donnerstag als hohle Phrase enttarnt: "Ich habe nichts zu befürchten."

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Anzeige
Biermann über den Gipfelsturm 
"Das war ein richtiges Gänsehautgefühl"

Der deutsche Amateur-Radsportler erklimmt den Mont Ventoux mit einem Spenderherz. Video

"So schnell wie seit 10 Jahren nicht" 
Christoph Biermann gerät in Köln an seine Grenzen

Beim Velodom wird deutlich: Die Härte am Berg fehlt ihm nach seiner Herztransplantation noch. Video

Nach Herztransplantation auf den Mont Ventoux 
Christoph Biermann und das Rennen seines Lebens

Acht Monate wartete der Hobby-Radfahrer auf ein Spenderherz. Jetzt nimmt er den Ventoux ins Visier. Video



Anzeige
shopping-portal