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Gerolsteiner  

Kohl ist der neue Liebling der Österreicher

21.07.2008, 15:02 Uhr | dpa, t-online.de

Bernhard Kohl zeigt am Ruhetag stolz sein Bergtrikot. (Foto: Reuters)Bernhard Kohl zeigt am Ruhetag stolz sein Bergtrikot. (Foto: Reuters) Plötzlich interessiert sich ganz Österreich für den Radsport. Schuld daran ist Bernhard Kohl, der aktuelle Bergkönig der Tour de France. Zur 15. Etappe schaltete sich Österreichs öffentlicher Fernsehsender ORF erstmals ins Live-Geschehen ein, und die Zuschauer wurden Zeuge, wie ihr "Bernie" die versammelte Favoritenschar am Anstieg nach Prato Nevoso düpierte.

Mit nur sieben Sekunden Rückstand auf den Gesamtführenden Frank Schleck winkt dem Gerolsteiner-Profi sogar der Toursieg. Für Kohl geht die neu entfachte Begeisterung in seinem Heimatland aber ein Stück zu weit: "In Österreich reden sie schon vom Sommermärchen. Die sagen: was die Fußballer nicht geschafft haben, schafft der Kohl. Aber mein Ziel bleibt die Top-Ten, von mehr kann man nur träumen."

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Begeisterte Presse

Auch die heimische Presse ist begeistert von den Auftritten ihrer Radsport-Hoffnung. "Bernhard Kohl ist die Sensation der Tour de France" schreibt die Wiener Zeitung "Der Kurier" auf der Titelseite. Das Boulevard-Blatt "Kronen-Zeitung" meint: "Bernhard Kohl ist der unumstrittene Bergkönig der Tour de France".

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Das schnellste Zimmer der Tour

Auch beim Team Gerolsteiner scheint man Gefallen am Traum vom Tour-Sieg gefunden zu haben. "Bernhard bräuchte vor dem letzten, 53 Kilometer langen, Zeitfahren am vorletzten Tourtag mindestens zwei Minuten Vorsprung auf die starken Zeitfahrer Evans und Mentschow", lautet die Hochrechnung von Kohls Sportdirektor Christian Henn. Auf jeden Fall steht fest: Zusammen mit seinem Team-Kollegen Stefan Schumacher bildet Kohl das schnellste Zimmer der Tour.

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Ein Sturz kann auch was Gutes haben

Kohl nimmt die Worte "Gelbes Trikot" nicht gerne in den Mund. Immer wieder verweist der frühere T-Mobile-Profi auf das rot-weiß-gepunktete Bergtrikot, das er seit der 15. Etappe trägt und wohl als erster Österreicher auch nach Paris retten wird: "Das ist eine Riesen-Ehre für mich." Für Kohl gilt nur der Blick nach vorne. So trauert er auch den 23 Sekunden nicht nach, die er beim Sturz des damaligen Spitzenreiters Schumacher, der ihn in Super-Besse mit zu Boden riss, verlor: "Vielleicht hat das sogar was Gutes gehabt. Ohne den Sturz hätten wir vielleicht weiter Gelb gehabt und das Trikot verteidigen müssen. Da hätte ich auch andere Aufgaben gehabt und die Mannschaft viel Kräfte lassen müssen".

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Fragen nach Doping bleiben nicht aus

Das bei solchen Auftritten die Fragen danach nicht ausbleiben, ob es mit rechten Dingen zugeht, ist nach den jüngsten Doping-Fällen von Manuel Beltran, Moises Nevado und Riccardo Ricco nachzuvollziehen. Hans-Michael Holczer, Teammanager von Gerolsteiner, bemüht sich jedoch redlich, solchen Spekulationen frühzeitig den Wind aus den Segeln zu nehmen. "Ich wurde in den letzten Tagen oft mit einem gewissen Unterton gefragt, wie unsere Erfolgsserie bei dieser Tour zu erklären ist. Dafür ist zum einen sicher die Veränderung des Radsports verantwortlich, der richtige Schritte in die Glaubwürdigkeit tut. Zudem gibt es für mich nicht ein Promill, das mich an meiner Mannschaft zweifeln lässt", sagte Holczer, der die Tour "spannend wie der Teufel" findet.

Holczer: "Der Wert der Mannschaft ist gestiegen"

Die jüngsten Erfolge von Kohl, Schumacher und Sebastian Lang, der vor dem Österreicher das Bergtrikot trug, lassen auch die Zukunftsaussichten des Teams wieder rosiger aussehen. Es ist Bewegung in die Suche nach einem Nachfolger für den Sponsor Gerolsteiner gekommen, der nach der Saison aussteigen will. "Zu möglichen Kandidaten sage ich grundsätzlich nichts", sagte Holczer, der für sich und sein Team aber "bis zum Beginn der Olympischen Spiele" endgültig Klarheit schaffen will. Eines sei aber klar: "Der Wert der Mannschaft ist hier deutlich gestiegen."

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