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Tour de France  

Prudhomme sieht gelungenen Neuanfang

23.07.2008, 17:10 Uhr | sid

Christian Prudhomme (Foto: imago)Christian Prudhomme (Foto: imago) Den Höhepunkt der Tour de France hätte sich Christian Prudhomme nicht besser ausmalen können. Bei Kaiserwetter machte sich das Peloton am Mittwoch auf die Strecke der Königsetappe von Embrun nach L'Alpe d'Huez - ein Tour-Tag wie aus dem Bilderbuch mit sechs Rennstunden voller Spannung, TV-Bildern von grandiosen Berglandschaften und Hunderttausenden begeisterter Fans entlang des Weges. Vor allem jedoch der sechste Tag in Folge ohne Dopingfall.

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"Sind auf einem guten Weg"

Denn mit störenden Nebengeräuschen, die die Aufmerksamkeit vom sportlichen Geschehen ablenken, hatte der Rundfahrt-Chef in seiner Amtszeit seit 2006 wahrlich genug zu kämpfen. In den vergangenen zwei Jahren waren mehr seine Qualitäten als Krisenmanager, denn als Renndirektor gefragt. Doch inzwischen sieht der 47-Jährige erstmals Licht am Ende des Tunnels: "Ich blicke zum ersten Mal in dieser Zeit wirklich zuversichtlich in die Zukunft. Wir sind nicht perfekt, aber auf einem guten Weg", sagt der Franzose.

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Gefühl eines echten Neuanfangs

Drohte die 95. Auflage des Rennens nach der ersten Hälfte noch wie das letztjährige Rennen in einem Gemenge aus Dopingfällen, -affären und Verdächtigungen zu versinken, so gewinnen kurz vor Ende der Rundfahrt die Optimisten wieder die Oberhand. "Es setzt sich das Gefühl eines echten Neuanfangs durch", meint Prudhomme, der die drei bisherigen Dopingfälle dieser Tour als "gutes Zeichen für effektive Kontrollen" wertet.

Schwere Zeiten durchgemacht

Da hatte der gelernte Journalist und Tour-Seiteneinsteiger ohne eigene Radprofi-Erfahrung schon deutlich schwerere Zeiten zu durchstehen. Im ersten Jahr seiner Verantwortung überschatteten die Ausschlüsse der Top-Favoriten Jan Ullrich und Ivan Basso noch vor dem Start die gesamte Rundfahrt, ehe schließlich die nachträgliche Überführung des gedopten Siegers Floyd Landis (Testosteron) das Rennen rückblickend zu einer Farce werden ließ.

"Wir erwischen die Betrüger"

2007 folgten dann die Skandale um das Astana-Team und den ausgeschlossenen Spitzenreiter Michael Rasmussen, mit einem Sieger Alberto Contador, der stets verdächtigt wurde, Fuentes-Kunde gewesen zu sein. Die drei bisherigen positiven EPO-Fälle dieses Jahres (Beltran, Duenas, Ricco) samt Rückzug des Saunier-Duval-Rennstalls machen sich dagegen fast schon bescheiden aus. "Wir erwischen die Betrüger", ist zudem die frohe Botschaft, die Prudhomme aus den Fällen ableitet.

Trennung von der UCI vollzogen

Was den Kampf gegen das Doping, den der Radsport-Enthusiast auch gerne mal als "Krieg" bezeichnet, für ihn so effektiv macht, ist die in diesem Jahr endgültig vollzogene Trennung vom Weltverband UCI. Die Auseinsandersetzung mit der höchsten Instanz der Sportart hat Prudhomme von Beginn an leidenschaftlich geführt - und letztlich gewonnen. "Wir haben mit der französischen Antidopingagentur eine Institution, die komplett unabhängig ist. Nur so kann man im Kampf gegen das Doping Erfolg haben", erklärt er den Wert der Abnabelung von der UCI.

Anti-Doping-Kampf eine Notwendigkeit

Doch es geht natürlich auch ums Geschäft. Rund 65 Millionen Euro Umsatz macht die veranstaltende ASO jedes Jahr mit dem Rennen. Geschätzte zehn Millionen Euro Gewinn wirft die Rundfahrt ab. Deshalb ist der Anti-Doping-Kampf zu einer Notwendigkeit geworden, um das Unternehmen zu retten und die Tour als Mythos zu bewahren. Damit Etappen wie Alpe d'Huez in jeder Hinsicht ungetrübt genossen werden können.

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