Startseite
Sie sind hier: Home > Sport > Tour de France >

Cadel Evans: Vom Bruchpilot zum potenziellen Toursieger

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Tour de France - Cadel Evans  

Vom Bruchpilot zum potenziellen Toursieger

24.07.2008, 15:44 Uhr | dpa

Cadel Evans hat sein Rad bei der Tour fest im Griff (Foto: imago)Cadel Evans hat sein Rad bei der Tour fest im Griff (Foto: imago) Die Niederlage von Alpe d'Huez zauberte ein breites Grinsen auf sein Gesicht. Der Verlierer Cadel Evans hat beste Chancen, am Sonntag in Paris als strahlender Sieger den Tour-Gipfel zu erreichen.

Er gilt nicht als Ausbund an Temperament und sein Fahrstil ist ähnlich unspektakulär wie sein Auftritt - abgesehen vielleicht davon, dass er sich vom früheren Armstrong- und Winokurow-Bodyguard bewachen lässt.

Im Video Sastre lässt in L'Alpe d'Huez alle stehen

17. Etappe Sastre siegt und holt Gelbes Trikot
Wegmanns Tour-Tagebuch "Ich bin fix und fertig"
Im Überblick Die neue Gesamtwertung

"Tour einen menschlichen Antlitz gegeben"

Der Erfolg gibt dem manchmal etwas scheu wirkenden Australier aber bisher recht und scheint in die neuen Radsport-Zeiten zu passen, in denen heftige Ausschläge der Formkurven nach unten oder oben bei den Spitzenfahrern kaum noch zu registrieren sind. "Cadel hat der Tour ein menschliches Antlitz gegeben", urteilte sein Sportchef Roberto Damiani vor dem wahrscheinlich alles entscheidenden 53-Kilometer-Zeitfahren von Cérilly nach Saint-Amand-Montrond.

Fahrer des Tages Carlos Sastre
Doping Geheimes Molekül überführt Ricco
Anti-Doping-Kampf Prudhomme sieht gelungenen Neuanfang

"Spektakuläre Auftritte" nicht gefragt

"Auf dem Weg nach oben", und damit meinte Christian Prudhomme vor dem Start zur 18. Etappe in Bourg d'Oisans einen saubereren Radsport, ist der Tourchef nicht an "spektakulären Auftritten" interessiert. Die hatten in der Vergangenheit - noch im Vorjahr bei den merkwürdigen Demonstrationen der Stärke von Alberto Contador und Michael Rasmussen im Hochgebirge - oft als besondere Würze gegolten.

Marco Pantani In Alpe d'Huez das Maß der Dinge
Nach Dopingfällen Saunier Duval steigt aus Radsport aus

Ähnliche Situation wie im Vorjahr

"Im Vorjahr ging ich mit zwei Minuten Rückstand hinter Contador ins abschließende Zeitfahren. Jetzt liege ich wieder hinter einem Spanier - mit 1:34 Minuten", sagte Evans, nachdem Carlos Sastre die Königsetappe in Alpe d'Huez gewonnen und sich das Gelbe Trikot übergestreift hatte. 2007 fuhr der in der Schweiz lebende Australier in ähnlicher Situation auf 23 Sekunden an den umstrittenen Toursieger Contador heran und wurde in Paris Zweiter. In diesem Jahr ist ihm mindestens eine ebenso starke Aufholjagd zuzutrauen. Damit steht Evans unmittelbar vor dem ersten Toursieg eines Australiers in der 105-jährigen Geschichte der Frankreich-Rundfahrt.

Ruf als Bruchpilot weg

Der Weg des zweifachen Mountainbike-Weltcup-Siegers in die Elite der Straßen-Profis war steinig. Nachdem der 31-Jährige 2002 überraschend beim Giro d'Italia kurz ins Rosa Trikot gefahren war, hatte er 2003 seinen Ruf als Bruchpilot weg: Bei Stürzen brach er sich in einer Saison dreimal das Schlüsselbein. Mit dem Argument, sein Fahrstil bedeute ein gewisses Sicherheitsrisiko, nahm ihn sein damaliger Telekom-Sportchef Walter Godefroot 2004 und 2005 nicht mit zur Tour de France. Stattdessen fuhr er die Sachsen-Tour. Die Wandlung vom angeblich unsicheren Kantonisten zum mutmaßlichen Toursieger ist frappierend.

Ist Evans der richtige Werbeträger?

Seine zweijährige Zugehörigkeit zum Telekom-Team und seine Mitgliedschaft in der nicht unbedingt besser beleumundeten Vorgänger-Mannschaft Quick-Step bilden die einzige Verbindung zum Thema Doping. Mit einem positiven Befund hat der Australier, der mit seiner hohen Stimme auch in einem Knabenchor kaum auffallen würde, noch nie Schlagzeilen gemacht. Trotzdem ist fraglich, ob er mit seiner gänzlich risikofreien Fahrweise, stets orientiert an den Hinterrädern der Konkurrenz, wirklich der richtige Werbeträger für sein belgisches Team ist. Das macht nämlich auch Reklame für das Anti-Schnarch-Mittel "Silence".

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Anzeige
Biermann über den Gipfelsturm 
"Das war ein richtiges Gänsehautgefühl"

Der deutsche Amateur-Radsportler erklimmt den Mont Ventoux mit einem Spenderherz. Video

"So schnell wie seit 10 Jahren nicht" 
Christoph Biermann gerät in Köln an seine Grenzen

Beim Velodom wird deutlich: Die Härte am Berg fehlt ihm nach seiner Herztransplantation noch. Video

Nach Herztransplantation auf den Mont Ventoux 
Christoph Biermann und das Rennen seines Lebens

Acht Monate wartete der Hobby-Radfahrer auf ein Spenderherz. Jetzt nimmt er den Ventoux ins Visier. Video



Anzeige
shopping-portal