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Tour de France  

Deutsche Fahrer glänzen bei der Tour

28.07.2008, 16:45 Uhr | dpa

Team Gerolsteiner, angeführt von Kapitän Bernhard Kohl, überzeugt bei der Tour.  (Foto: imago)Team Gerolsteiner, angeführt von Kapitän Bernhard Kohl, überzeugt bei der Tour. (Foto: imago) Der starke deutsche Auftritt bei der Tour de France fand durch Stefan Schumachers zweiten Zeitfahr-Coup seinen würdigen Schlussakt. Drei Etappensiege, zwei Tage im Gelben Trikot und sechs weitere Podiumsplätze: Seit den Hoch-Zeiten des Magenta-Booms um Jan Ullrich waren die deutschen Radprofis bei der Tour nicht mehr so erfolgreich wie in diesem Jahr. Geprägt wurde diese prächtige Bilanz vor allem vom Gerolsteiner-Team, dessen Kapitän, der Österreicher Bernhard Kohl, sich als neuer Berg-König und Gesamtdritter feiern lassen durfte.

"Das war eine sehr spannende und für die deutschen Fahrer und Teams ungewöhnlich erfolgreiche Tour. Das macht auch gewissen Mut für Olympia", bilanzierte Rudolf Scharping, Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer.

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Gerolsteiner liefert Argumente für Sponsoren

Insbesondere die offensive Fahrweise der ums Überleben ringenden Eifel-Equipe beeindruckte Scharping. "Gerolsteiner war richtig klasse. Jetzt kann man nur hoffen, dass Holczer jemanden findet, damit die Erfolgsgeschichte fortgesetzt wird", sagte er und legte damit den Finger in die Wunde. Denn trotz seiner Aushängeschilder Schumacher, der als Anwärter auf den Titel des kämpferischsten Fahrers gilt, und Kohl hat Teamchef Hans-Michael Holczer noch immer keinen neuen Sponsor gefunden.

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Holczer braucht bis zum Olympia-Start Klarheit

"Uns läuft die Zeit davon. Wenn diese Tour nicht geholfen hat, verstehe ich die Welt nicht mehr", sagte der Schwabe, dem sogar Tour-Direktor Christian Prudhomme bei der Geldgebersuche helfen will. Spätestens bis zum Start der Olympischen Spiele will und muss Holczer Klarheit haben. "Die Situation hat uns zusammengeschweißt", erklärte Schumacher die Erfolgswelle: "Die Tour ist für uns super gelaufen."

Columbia mit Cavendish und Burghardt in den Siegerlisten

Neben Gerolsteiner verdiente sich auch der T-Mobile-Nachfolger Columbia von Sportdirektor Rolf Aldag Bestnoten. Der Chemnitzer Marcus Burghardt ließ den vier Tagessiegen des britischen Sprint-Überfliegers Mark Cavendish den fünften Columbia-Streich folgen. Zudem mischte die deutsche Olympia-Hoffnung Gerald Ciolek beständig im Konzert der schnellsten Männer mit und fuhr dreimal aufs Podest. "Ich bin ein bisschen enttäuscht, obwohl es im Team super lief, weil ich schon auf einen Etappensieg spekuliert hatte", sagte der von Milram umworbene Ciolek, der alle Hoffnungen in den Schluss-Sprint in Paris setzt.

Team Milram überzeugt weniger

Einzig der Milram-Rennstall trübte die deutsche Bilanz. Hätte nicht Erik Zabel im reifen Alter von 38 Jahren mit zwei dritten Plätzen und Rang zwei im Kampf um das Grüne Trikot hinter Oscar Freire überrascht, wäre das Fazit des Altmeisters bei seiner 14. Tour wohl noch ernüchternder ausgefallen: "Es war eine Tour mit Licht und Schatten."

Voigt erlebt Karriere-Höhepunkt

Von allen deutschen Tour-Teilnehmern zog der Berliner Jens Voigt das große Los. An der Seite des neuen Champions Carlos Sastre durfte der 36 Jahre alte CSC-Saxo-Bank-Profi die Glückwunsche der Kollegen entgegennehmen. Auch dank seiner erstklassigen Helferdienste. "Zum ersten Mal in meiner Laufbahn erreiche ich am Ende Paris mit einer Mannschaft, die das Gelbe Trikot hat. Das ist der schönste Tag meiner Karriere.", sagte Voigt.

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