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Doping: Überflieger Ricco bekennt sich schuldig

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Doping  

CONI sperrt reuigen Überflieger Ricco

31.07.2008, 10:55 Uhr | dpa

Ricco gesteht EPO-Doping: "Bin ein falsches Idol." (Foto: Reuters)Ricco gesteht EPO-Doping: "Bin ein falsches Idol." (Foto: Reuters) Riccardo Ricco hat sein Leugnen aufgegeben: Kurz nach dem Ende der Tour de France hat der italienische Radprofi gestanden, Dopingmittel genommen zu haben. Er habe eine Jugendsünde begangen, erklärte der zweifache Etappensieger. Das Nationale Olympische Komitee Italiens (CONI) hat ihn daraufhin gesperrt. Über die Dauer der Sperre machte das CONI keine Angaben, vermutet werden zwei Jahre.

"Ich übernehme die volle Verantwortung. Es war nur mein Fehler. Ich hatte eine große Last zu tragen, davon wollte ich mich befreien", sagte Ricco nach einer Anhörung vor der Anti-Doping-Kommission und entschuldigte sich bei seinen Fans. Überraschend kommt das Geständnis nicht, da der 24-Jährige positiv auf das EPO-Präparat CERA getestet worden war und nach eigenen Angaben auf die B-Probe verzichtet hat.

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Rückkehr in den Radsport ungewiss

Nach seinem Doping-Geständnis und der wohl zweijährigen Sperre ist Riccos Rückkehr in den Radsport ungewiss. "Jetzt bin ich ein falsches Idol. Momentan habe ich keine Lust mehr, zurück auf das Rad zu steigen", sagte er. Sein Team Saunier Duval war nach Bekanntwerden des positiven Tests zur 12. Etappe nicht mehr angetreten und hatte außer Ricco auch dessen Landsmann Leonardo Piepoli entlassen. Die Mannschaft soll aufgelöst werden.

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Beim Giro angeblich sauber

Ricco beteuerte allerdings, den zweiten Platz beim diesjährigen Giro d'Italia mit sauberen Mitteln herausgefahren zu haben. "Vor der Tour habe ich immer mit meinen Beinen gewonnen. Nach dem Giro d'Italia war ich aber psychisch und physisch sehr müde. Deswegen habe ich EPO benutzt", erklärte der für sein selbstbewusstes Auftreten bekannte Radprofi, der sich kleinlaut und reumütig gab: "In diesem Moment denke ich auch an meine Mannschaft und die Teamkollegen, die meinetwegen ihren Job verloren haben."

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Kontrollsystem mit Lücken

Verwundert zeigte sich Ricco, dass er nicht eher aufgefallen war. "Bei der Tour habe ich sehr viele Kontrollen gemacht. Nur zwei sind positiv ausgefallen, aber eigentlich hätten es alle sein müssen. Offensichtlich ist das Testverfahren nicht zu 100 Prozent ausgereift", sagte er. Zunächst hatte der Italiener noch behauptet, seit seiner Kindheit einen erhöhten Hämatokritwert aufzuweisen.

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Unmenschliche Leistungen während der Tour

Riccos Siege auf den Pyrenäen-Etappen nach Super-Besse und Bagnères-de-Bigorre hatten schon vor dem positiven Befund für Verwunderung gesorgt. Im Zentralmassiv ließ er seine Konkurrenten spielend stehen und erreichte seinen zweiten Tagessieg sogar als Solist. Neben Ricco und den Spaniern Manuel Beltran von Liquigas und Moises Dueñas Nevado von Barloworld wurde am Schlusstag der Tour auch bekannt, dass Crédit-Agricole-Profi Dimitri Fofonow des Dopings überführt wurde.

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