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Radsport: Jan Ullrich muss sich Doping-Verfahren stellen

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Radsport  

Jan Ullrich muss sich einem Doping-Verfahren stellen

06.07.2009, 21:19 Uhr | t-online.de, sid

Für Jan Ullrich kommt es dicke. (Foto: imago)Für Jan Ullrich kommt es dicke. (Foto: imago) Jan Ullrich muss sich nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" nun doch einem Dopingverfahren stellen. "Ich kann bestätigen, dass wir jetzt einen Antrag von der Stiftung Antidoping Schweiz erhalten und deshalb ein Verfahren eröffnet haben", sagte Gerhard Walter, der Präsident der Schweizer Disziplinarkammer für Dopingfälle, der "Süddeutschen Zeitung".

Der frühere Telekom-Profi aus Rostock war vor drei Jahren wegen der inzwischen nachgewiesenen Kooperation mit dem mutmaßlichen spanischen Dopingarzt Eufemiano Fuentes von der Tour de France ausgeschlossen worden. Ullrich, der in der Schweiz (Scherzingen) lebt und mit einer eidgenössischen Lizenz fuhr, hat Doping stets bestritten.

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Nach langen Recherchen gerechtfertigt

Nach den jahrelangen Recherchen und dem Auswerten der vorliegenden Akten halte es die Stiftung des Schweizer Sport-Dachverbandes Swiss Olympic für notwendig und gerechtfertigt, diesen Antrag zu stellen, betonte der mit der Sache betraute Jurist Bernhard Welten.

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Immer Interesse am deutschen Rad-Profi

Ullrich muss in dem Schweizer Indizienprozess mit einer lebenslangen Sperre rechnen. Nach seiner sechsmonatigen Sperre wegen einer Positivprobe auf Amphetamine im Jahr 2002 gilt er als Wiederholungstäter. Der Schweizer Sport, wo Ullrich bis zu seinem Rücktritt im Februar 2007 lizensiert war, hatte das Interesse an dem Deutschen nie verloren, weil ihm eine Sperre auch die Arbeit als verantwortlicher Betreuer in einer Mannschaft verbieten würde. Dass die Stiftung Antidoping ein Dopingvergehens Ullrichs für erwiesen hält, dürfte offensichtlich sein, äußerte Jurist Welten.

Auch Klöden im Visier

Walter, Professor für Verfahrensrecht in Bern, ergänzte: "Sie sind der Überzeugung, dass ein Straftatbestand besteht, deshalb gibt es jetzt bei uns dieses Verfahren." Unterdessen hat Hans-Joachim Schäfer, der Vorsitzende der Freiburger Expertenkommission, neue Vorwürfe gegen Ullrichs Freund und langjährigen Telekom-Kollegen Andreas Klöden bekanntgemacht.

Sinkewitz gilt als glaubwürdig

Ergänzend zum Abschlussbericht der Kommission, die für Klöden Blutdoping während der Tour de France 2006 als erwiesen hält, sagte Schäfer der "Süddeutschen Zeitung": "Patrik Sinkewitz hat uns gesagt, er habe in Freiburg selbst neben Klöden gelegen." Er habe keinen Anlass, an Sinkewitz' Glaubwürdigkeit zu zweifeln. Laut des Kommissions-Berichts hatte die frühere Freundin des Kronzeugen Sinkewitz auch Klöden und Matthias Kessler zum Blutaustausch an die Uniklinik chauffiert. Klöden wies die Vorwürfe bislang stets zurück.

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