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Gerdemann: Strecke war "ein halber Acker"

08.07.2009, 08:45 Uhr | t-online.de

Das Astana Team kam ohne Sturz durch den Parcour und gewann das Mannschafts-Zeitfahren (Foto: Reuters)Das Astana Team kam ohne Sturz durch den Parcour und gewann das Mannschafts-Zeitfahren (Foto: Reuters) Das Mannschafts-Zeitfahren sorgt auch am Tag danach noch für Diskussionen. Nicht nur, weil Lance Armstrong um ein Haar in das Gelbe Trikot gefahren wäre, sondern, weil einige Fahrer der Meinung sind, dass ein Mannschafts-Zeitfahren auf dieser Strecke zu gefährlich ist.

"Das war eine Kamikaze-Strecke. Im Mittelteil war es ein halber Acker", sagte Linus Gerdemann aus der Milram-Mannschaft. Simon Geschke von der Skill-Shimano-Manschaft bekräftigte diese Meinung: "Meiner Meinung nach war die Strecke viel zu gefährlich, wir sind nicht mal auf volles Risiko gefahren, aber die Kurve, in der wir gestürzt sind, war sehr schwer einzusehen." Sein Teamkollege Piet Rooijakkers zog sich dabei offene Brüche im linken Oberarm und eine tiefe Wunde am linken Ellenbogen zu. Diese Verletzungen zwangen ihn schließlich, die Tour zu beenden.

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Strecke ist einer Tour de France unwürdig

Auch der mit Ambitionen auf das Gelbe Trikot gestartete Kapitän des Rabobank-Teams, Denis Mentschow, stürzte. Der Russe war nur eines von mehreren Opfern, das von der 90 Grad Kurve gezwungen wurde, sein Rad zu verlassen. Rabobanks sportlicher Leiter Erik Breukink befand die Strecke nicht gut genug für das größte Radrennen der Welt: "Dieses Mannschafts-Zeitfahren war einer Tour de France unwürdig." Auch Grischa Niermann blies in das gleiche Horn: "Diese Strecke ist für ein Mannschafts-Zeitfahren völlig ungeeignet." Selbst Fahrer, deren Mannschaften ohne Sturz durch das Zeitfahren gekommen sind, waren nicht zufrieden mit der Wahl der Strecke. "Auf so einem Kurs darf man kein Mannschafts-Zeitfahren austragen", sagte José Ivan Gutierrez vom Caisse d'Epargne-Team, das als siebtschnellste Mannschaft ins Ziel kam.

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"Es gibt bestimmt Millionen bessere Strecken"

Jens Voigt von der Saxo-Bank-Mannschaft beschrieb den Verlauf der Etappe auf "cyclingnews.com": "Das ist eine sehr untypische Strecke für ein Zeitfahren. Schon auf dem Weg zum Start ist die Quick-Step-Mannschaft gestürzt, weil dort glatte Pflastersteine waren. In der ersten Kurve habe ich Denis Mentshow stürzen sehen, in der zweiten dann jemanden von Lampre und auf den engen Landstrassen sind vier Fahrer von Bouygues Telecom buchstäblich ins Feld raus gefahren. Das ist einfach nicht das, was wir brauchen. Ich meine, wir haben Regeln für mehr Sicherheit, wir tragen Helme, warum dann so ein Kurs, über dem 'Gebrochene Knochen' steht? Das verstehe ich nicht. Es gibt bestimmt Millionen bessere Strecken." Sogar Ex-Tour-Sieger Laurent Fignon äußerte sich zur Wahl der Strecke: "Ich verstehe nicht, wieso man sich entschieden hat, das Mannschafts-Zeitfahren auf so einer Strecke auszutragen. Wer will denn, dass die Fahrer so viel Risiko eingehen müssen?"

Andere fanden die Strecke okay

Thomas Voeckler aus der Mannschaft Bouyges Telecom gab jedoch eher den Fahrern die Schuld an den vielen Stürzen: "Die Strecke war in Ordnung. Manche Teams waren einfach zu schnell unterwegs." Üblicherweise werden für ein Mannschafts-Zeitfahren lange breite und gerade Straßen gewählt. Diese Strecke war aber eher eng, kurvig und wellig - eine echte Herausforderung mit technisch hohem Anspruch.

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