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Tour de France: Team Columbia als Windkante zum Rest des Tour-Feldes

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Tour de France - Columbia  

Columbia als Windkante zum Rest des Tour-Feldes

09.07.2009, 16:55 Uhr | sid

Das deutsche Riesentalent Tony Martin (rechts) beglückwünscht seinen Columbia-Teamkollegen Mark Cavendish zum Sprinterfolg in Brignoles am 5. Juli 2009. (Foto: dpa)Das deutsche Riesentalent Tony Martin (rechts) beglückwünscht seinen Columbia-Teamkollegen Mark Cavendish zum Sprinterfolg in Brignoles am 5. Juli 2009. (Foto: dpa) Der Engländer Mark Cavendish ist "nur" das Gesicht, die Speerspitze einer Mannschaft, deren Keimzelle im legendären Team T-Mobile liegt: Columbia. Das Sieger-Gen übernahmen die Erfolgsverwöhnten aus der Magenta-Truppe, deren ehemaliges Mitglied Rolf Aldag als Columbias Sportdirektor fungiert: "Wir wollen einfach das machen, was wir die ganze Saison über machen - Siege einfahren", beantwortete der Ex-Profi die Frage nach den Zielen bei der 96. Tour de France.

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Angst vor der Windkante - und vor Cavendish

Wenn sich im Rahmen des bedeutendsten Radrennens der Welt der Columbia-Zug an der Spitze des Feldes formiert, schrillen bei der Konkurrenz die Alarmglocken. Das Peloton hat regelrecht Angst. Angst davor, dass Columbia das Feld an einer Windkante mal wieder auseinanderreißt. Angst davor, dass Cavendish einen seiner unwiderstehlichen Sprints fährt.

Nur Siege zählen

Schier unglaubliche 53 Siege hat der Nachfolgerennstall des T-Mobile-Teams in diesem Jahr eingefahren. 2008 waren es am Ende 76 und sogar 153, zählt man Frauen und Männer zusammen. "Wir wollen jeden Tag etwas Besonderes abliefern", sagte Teamchef Bob Stapleton.

Eine Einheit aus 16 Nationen

Columbia ist eine perfekt funktionierende Multi-Kulti-Truppe. Fahrer aus 16 Nationen bilden ein homogenes Team. Die gegenseitigen Umarmungen nach jedem Erfolg werden fast schon zelebriert. Im Auto beweist Aldag erstaunliches Talent als Sportlicher Leiter, sein Kumpel Erik Zabel lässt seine Kontakte bei der Sichtung von Talenten spielen. Columbia soll auf Jahre das beste Team der Welt sein. Kein anderes Team definiert sich so über Siege wie der einstige T-Mobile-Rennstall. "Wir hatten im vergangenen Jahr Siege von Januar bis Oktober. Wir haben das Ziel, das 2009 zu wiederholen", kündigte Stapleton bereits zu Saisonbeginn an.

Noch kein Doping-Sünder entlarvt

Bisher ist das Team frei von jeglichen Doping-Skandalen. Der ehemalige Mobilfunk-Manager Stapleton wirkt stets freundlich und gelassen, strahlt eine unglaubliche Ruhe aus. Er versteht es meisterlich, seine Zuhörer charmant in seinen Bann zu ziehen. Doch Stapleton ist auch ein Erfolgsmensch, ein Investor. Er hat es nicht allein durch Freundlichkeit zum Milliardär gebracht, und deshalb interessieren ihn vor allem Ergebnisse.

Für jede Anforderung den passenden Fahrer

Um sich mit den Besten zu messen, hat er eine hochkarätige Truppe zusammengekauft. Mark Cavendish ist der beste Sprinter der Welt, Bert Grabsch der beste Zeitfahrer und Tony Martin das derzeit größte Talent im Radsport. Alle tragen das weiße Columbia-Jersey, dessen Vorderseite bis kurz vor der Tour noch die Umrisse eines perfekten Waschbrettbauchs zierten.

Demonstration der Stärke auf dem Trikot

Bei der Großen Schleife hat sich das Bild leicht geändert. Es stellt noch immer die Muskeln eines austrainierten Oberkörpers dar, das Sixpack musste jedoch für einen neuen Sponsor weichen. Rechtzeitig zum Saisonhöhepunkt schloss Stapleton einen Vertrag mit dem Mobilfunkanbieter HTC und gewann damit einen potenten Geldgeber für die nächsten Jahre. Weltwirtschaftskrise? Dopingskandale? Durch die vielen Siege scheint Columbia immun gegen die Unwägbarkeiten der heutigen Zeit. In der Zeit, als Hans-Michael Holczer so händeringend nach einem Nachfolger für Gerolsteiner suchte, fand Stapleton gleich zwei Sponsoren. Aus dem Team High Road wurde innerhalb eines Jahres die Mannschaft Columbia-HTC.

Kein Erfolgsdruck, zumindest nicht öffentlich

Arroganz herrscht bei den Columbia-Machern trotz der vielen Erfolge nicht vor. Man gibt sich bescheiden, redet bei der Tour noch immer nur von einem Ziel: Alle neun Fahrer sollen Paris erreichen. Das Grüne Trikot für Cavendish? Das Weiße Trikot für Martin? "Das wäre natürlich schön. Aber wir setzen die Fahrer nicht unter Druck", sagt Aldag. Die Fahrer selbst bestimmen den Weg, sagt er. Das Team helfe ihnen nur dabei.


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