Startseite
Sie sind hier: Home > Sport > Tour de France >

Tour de France - Doping: In Spanien wird nachts nicht kontrolliert

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Doping  

Doping: In Spanien wird nachts nicht kontrolliert

09.07.2009, 17:07 Uhr | sid

Doping-Kontrollen sind in Spanien seltener. (Foto: imago)Doping-Kontrollen sind in Spanien seltener. (Foto: imago) Die Tour de France macht einen Abstecher nach Spanien, und die Nachtruhe ist gesichert. Mit dem Grenzübertritt zur iberischen Halbinsel trat eine gravierende Änderung im Anti-Doping-Kampf in Kraft, denn in Spanien schlafen die Dopingsünder deutlich ruhiger. Ein im April verabschiedetes "Königliches Dekret" untersagt Dopingkontrollen zwischen 23.00 und 08.00 Uhr. Ausgerechnet Spanien.

Wo der Skandal um den spanischen Dopingarzt Eufemiano Fuentes einst die Radsport-Welt in ihren Grundfesten erschütterte, wird der Kampf gegen die Betrüger nur halbherzig geführt.

5. Etappe Voeckler gelingt Überraschungscoup
Team Astana Armstrong mault gegen Journalisten
Tour-Splitter Armstrong-Hype ohne Grenzen

Jaksche spricht von Doping-Drehscheibe

Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) fordert, dass Sportler 24 Stunden am Tag für Kontrollen zur Verfügung stehen müssen, und droht mit Auswirkungen auf die Bewerbung Madrids um die Ausrichtung der Olympischen Spiele 2016. Seit Jahren hat Spanien im Anti-Doping-Kampf einen sehr zweifelhaften Ruf. Nicht zuletzt Kronzeuge Jörg Jaksche hatte in seinem Geständnis 2007 von den geradezu paradiesischen Verhältnissen für Betrüger berichtet, und Gerard Guillaume, Arzt des Radteams Francaise des Jeux, bezeichnete Spanien gar als "die Drehscheibe des europäischen Dopings - in jeder Sportart".

Politiker sonnen sich im Erfolg

Den spanischen Sportminister Jaime Lissavetzky interessiert das alles herzlich wenig. Der Politiker preist vielmehr die nationalen Anti-Doping-Bestimmungen als "vorbildlich" an und sonnt sich in den Erfolgen der heimischen Sportler. Die spanischen Fußballer sind Europameister, der FC Barcelona Champions-League-Sieger, Rafael Nadal grüßte monatelang von der Spitze der Tennis-Weltrangliste, und die letzten drei Toursieger kamen alle aus Spanien.

Anders als in Italien

Insbesondere die Aufarbeitung der Operacion Puerto war höchst skandalös. Bis heute wird die Herausgabe der Unterlagen verweigert. Zudem verschwanden wie von Geisterhand die Namen der beiden Radstars Alejandro Valverde und Alberto Contador von der mehr als 50 Fahrer umfassenden Liste der verdächtigen Radler. Erst die Anti-Doping-Ermittler des Nationalen Olympischen Komitess von Italien kamen Valverde durch eine listige Aktion auf die Schliche. Beim Abstecher der Tour 2008 nach Italien wurde Valverde zur Blutprobe gebeten, der Abgleich mit den DNA-Proben in Madrid ergab eine Übereinstimmung. Der Weltranglistenerste wurde für zwei Jahre für Rennen in Italien gesperrt. Valverde hat beim Internationalen Sportgerichtshof CAS Klage gegen das Strafmaß eingelegt und darauf verwiesen, dass das CONI unerlaubt Beweismittel verwendet habe.

Basso gestand Zusammenarbeit mit Fuentes

Lissavetzky stellte sich bis zuletzt schützend vor Valverde. So ist es eher unwahrscheinlich, dass die Operacion Puerto jemals komplett aufgearbeitet wird. In einer Wohnung des Gynäkologen Fuentes waren 2006 unter anderem über 200 kodierte Blutbeutel gefunden worden. Die Untersuchungen wurden bereits zweimal ohne Ergebnis eingestellt. Die Polizei hatte vor drei Jahren 50 Fahrer, darunter Jan Ullrich und Ivan Basso, mit der Affäre in Verbindung gebracht. Einige Beutel wurden Ullrich inzwischen per DNA-Abgleich zugeordnet, der Toursieger von 1997 bestreitet jedoch jegliches Doping. Basso gab die Zusammenarbeit mit Fuentes zu, will aber niemals gedopt haben. Nach seiner Sperre sitzt der Italiener mittlerweile wieder im Sattel.

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Anzeige
Biermann über den Gipfelsturm 
"Das war ein richtiges Gänsehautgefühl"

Der deutsche Amateur-Radsportler erklimmt den Mont Ventoux mit einem Spenderherz. Video

"So schnell wie seit 10 Jahren nicht" 
Christoph Biermann gerät in Köln an seine Grenzen

Beim Velodom wird deutlich: Die Härte am Berg fehlt ihm nach seiner Herztransplantation noch. Video

Nach Herztransplantation auf den Mont Ventoux 
Christoph Biermann und das Rennen seines Lebens

Acht Monate wartete der Hobby-Radfahrer auf ein Spenderherz. Jetzt nimmt er den Ventoux ins Visier. Video



Anzeige
shopping-portal