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Tour de France - Tony Martin: Neuer Hoffnungsträger in unschuldigem Weiß

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Columbia - Tony Martin  

Neuer Hoffnungsträger in unschuldigem Weiß

12.07.2009, 16:06 Uhr | sid

Bester Jungprofi bei der 96. Tour de France: Tony Martin. (Foto: dpa)Bester Jungprofi bei der 96. Tour de France: Tony Martin. (Foto: dpa) Tony Martin brauchte nur eine Woche bei der 96. Tour de France, um zum neuen Hoffnungsträger des nach Helden lechzenden deutschen Radsport aufzusteigen. Das Weiß, in dem das Trikot für den besten Jungprofi der Frankreich-Rundfahrt gehalten ist, steht dem 24-Jährigen in jeder Beziehung gut. Einst trug es auch Jan Ullrich. Doch der hat seine Unschuld längst verloren.

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Halbe Kapitänsrolle

Martin hingegen hat die Zukunft noch vor sich. Erster Schritt: Der Aufstieg vom Edelhelfer zum Co-Kapitän beim Team Columbia. "Ich habe eine halbe Kapitänsrolle", befand der Youngster stolz und berichtete von der noch ungewohnten Konstellation: "In den Bergen habe ich nun die volle Unterstützung vom Team." Mit seinem Columbia-Rennstall hat sich der Deutsche bereits auf eine Vertragsverlängerung geeinigt. "Sein Vertrag gilt jetzt bis 2010, aber verbal sind wir uns auch schon für 2011 mit Tony einig", sagte Sportdirektor Rolf Aldag der "Süddeutschen Zeitung".

Parallelen zu Ullrich

Das Tour-Podium wird für Martin allmählich zur Routine. Seit der zweiten Etappe trägt der Hesse das Weiße Trikot des besten Nachwuchsprofis. Mit dem "Maillot blanc" hatte einst auch der kometenhafte Aufstieg Ullrichs begonnen. Gewisse Parallelen sieht nicht nur Sportdirektor Rolf Aldag. "Tony lebt auch von der Kraftkomponente und ist ebenso schwer zu knacken. Aber Jan hatte ein einmaliges Talent und war mit 24 Jahren schon Toursieger. Es wäre unfair, Tony diese Bürde aufzulegen", sagte der langjährige Telekom-Profi dem SID.

Kein Machtwechsel wie einst im Team Telekom

Einen Machtwechsel wie einst bei Telekom von Bjarne Riis zu Ullrich werde es bei Columbia (noch) nicht geben. "Tony hat jetzt schon gewonnen. Wir machen ihm keinen Stress. Sollte irgendwann der Einbruch kommen, dann ist das auch in Ordnung. Dann kommen wir halt nächstes Jahr wieder", sagte Aldag, der für die Alpen mit einer ansteigenden Form von Kapitän Kim Kirchen rechnet. Momentan liegt der Luxemburger im Gesamtklassement 2:16 Minuten hinter Martin ("Ich will meine eigene Geschichte schreiben").

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Klasse Form in 2009

Noch vor gut einem Monat kannten in Deutschland nur Insider den Zeitfahrspezialisten Martin, ehe das Talent mit dem zweiten Gesamtrang bei der Tour de Suisse, dem Sieg bei der Bergankunft in Crans Montana und dem Bergtrikot für Furore sorgte. "Ich habe meine Form konservieren können", sagt Martin, dem auch vor der schweren dritten Tour-Woche nicht bange ist: "Im Vergleich zu anderen Fahrern kommt mir eine dreiwöchige Rundfahrt entgegen. Das habe ich letztes Jahr beim Giro bewiesen." Dort belegte Martin am vorletzten Tag den zweiten Platz. Eine weitere Parallele zu Ullrich, der ebenfalls gegen Ende der Rundfahrt stets besser in Schwung kam.

Andy Schleck auf Distanz halten

Die Gesamtwertung ist für das Radsport-Juwel derzeit nur zweitrangig, vielmehr guckt der 24-Jährige auf Andy Schleck aus Luxemburg, seinen größten Rivalen im Kampf um das Weiße Trikot. "Er ist in den Bergen sehr stark, aber das Trikot ist die Motivation, die mich die Berge hochbringt", sagt Martin.

Bald wieder Edelhelfer für Cavendish

Wenn ab dem 14. Juli wieder Flachetappen anstehen, will sich Martin nicht schonen. Dann schlüpft er wieder in die Helferrolle für Sprintstar Mark Cavendish und bringt den im Feld gefürchteten Columbia-Zug auf Hochtouren. Der Tour-Debütant gefällt sich in seiner neuen Rolle.

Klare Position gegen Doping

Zu der gehört auch, dass er regelmäßig mit Radsport-Größen wie Lance Armstrong oder Alberto Contador zur Dopingkontrolle muss. Im Anti-Doping-Kampf hat Martin eine klare Meinung: "Wir sind auf einem guten Weg zu einem sauberen Radsport. Wir haben inzwischen ein gutes Kontrollsystem. Ich nehme die Einschränkungen gerne in Kauf, damit wir einen sauberen Radsport betreiben können." In dieser Hinsicht hört es dann mit den Parallelen zu Ullrich auf.

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