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Tour de France: Armstrong muss sich Contador geschlagen geben

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Tour de France - Analyse  

Armstrong kann die biologische Uhr nicht austricksen

19.07.2009, 21:50 Uhr | t-online.de

Von Tour-Experte Marcel Wüst

Armstrong (li.) will nur noch Helfer für Contador sein (Foto: Reuters)Armstrong (li.) will nur noch Helfer für Contador sein (Foto: Reuters) Voilà, in nur knapp sechs Kilometern hat Alberto Contador alle offenen Fragen weitestgehend beantwortet: Er ist nicht nur der Kapitän seines Astana-Teams, sondern wohl auch der Kapitän der Tour. Lance Armstrong, der "alte Mann", konnte seine biologische Uhr nicht austricksen und trotz seiner Niederlage auf der 15. Etappe zeigte er kurz danach seine gewohnte Professionalität: "Alberto hat gezeigt, dass er der beste Fahrer des Rennens ist…ich bin jetzt sein Helfer.“

Dass ein Armstrong zu Aussagen wie dieser fähig wäre, hätten ihm wohl nur die wenigsten zugetraut - ein weiteres Indiz, dass man ihn nicht unterschätzen sollte. Der nun seit dem Mannschaftszeitfahrenen andauernde Traum in weiß von Tony Martin hat am Sonntag ein (vorläufiges?) Ende gefunden. Aber die Motivation, die dieser junge Nachwuchsrennfahrer aus dem täglichen Besuch des Podiums bei seiner ersten Tour schöpfen konnte, wird ihn nicht nur bis Paris tragen, sondern vor allen auch in seiner weiteren Karriere beflügeln.

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Meilenstein in der Entwicklung

Die letzte schwere Woche wird für den Mann aus Eschborn ein weiterer Meilenstein ist seiner Entwicklung sein, und mit nur 41 Sekunden Rückstand auf "sein" Trikot wird er diese Tour wohlmöglich unter den Top-Ten beenden - klasse Leistung für einen Nachwuchsfahrer.

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Gelingt Gerdemann noch der Coup?

Nur zwei Jahre älter, aber an Ambitionen vor der Tour um etliches reicher, geht Linus Gerdemann in diesen Ruhetag – um mit dieser Tour ins Reine zu kommen, dafür muss wenigsten ein Etappensieg her - ein Coup, der ihm vor zwei Jahren gelang - warum nicht auch dieses Mal? Bei einer der frühen Spitzengruppen könnte der ausgewiesene Kletterer auch in deutschen Wohnzimmern für Spannung sorgen. Die kommenden Alpenetappen haben nur ganz wenige flache Abschnitte - eine Tatsache die nicht nur den Fluchtgruppen zugute kommt, sondern auch Linus Gerdemann hinreichend bekannt sein wird.

Contador mit einem Lächeln beim Frühstück

Marcel Wüst war einer der besten Sprinter der Welt, ehe er 2000 bei einem schweren Sturz sein rechtes Augenlicht verlor und seine Karriere beenden musste (Foto: imago)Marcel Wüst war einer der besten Sprinter der Welt, ehe er 2000 bei einem schweren Sturz sein rechtes Augenlicht verlor und seine Karriere beenden musste (Foto: imago) Wie man den heutigen Ruhetag verbringt hängt auch davon ab, wie die Beine während der gestrigen Etappe waren und vor allem, wie es um das moralische Befinden bestellt ist. Man stelle sich vor, man habe zwar alles gegeben, aber dennoch war der Tritt leicht  und man spürte ein grandioses Gefühl von Stärke und vorhandenen Reserven. Dann wird man mit einem Lächeln zum Frühstück erscheinen und danach hoch motiviert eine lockere Runde mit dem Rad drehen - denn wirklich rasten heißt eben doch rosten. Dieses Gefühl kann ich mir allerdings nur bei Alberto Contador vorstellen - das gegenteilige Szenario gilt wohl für die Mehrzahl der Fahrer.

Blutgeschmack und Brennen im Hals

Wenn man sich im Schlussanstieg mit Blutgeschmack im Hals und Brennen im gesamten Körper nur an den Hinterrädern der Anderen festbeißen konnte und darauf hoffen musste, dass die Gegner das Tempo nicht noch weiter erhöhen, dann hat man am Ruhetag sehr viele Gedanken zu ordnen und möchte am liebsten, dass dieser nie vorbei geht.

Darauf eingestellt, weiter demontiert zu werden

Da denkt man über alle möglichen Dinge nach, redet sich ein, dass die anderen vielleicht genau so platt sind wie man selbst. Oder, dass die Konkurrenz es bei der nächsten Alpenetappe noch ein kleines bisschen langsam angehen lassen wird - allerdings mit der Gewissheit, dass all dem nicht so sein wird, und man sich darauf einstellen kann, weiter demontiert zu werden.

Die Hosen voll, ehe die Alpen kommen

Gerade bei den Rennfahrern, die eher in den hinteren Regionen fahren sowie bei den Sprintern ist das nicht anders : War man bei der 15. Etappe schon richtig platt und musste sich den ganzen Tag quälen, um im Hauptfeld zu bleiben, dann hat man die Hosen schon voll, ehe die Alpen kommen!

Erholt euch gut, Jungs!

Diese Fahrer aus den tiefen der Gesamtwertung wissen allerdings auch, das ihre Schwächen nicht vor laufenden Fernsehkameras bloßgelegt werden, und dann via Satellit in die ganze Welt übertragen werden…zwar ein schwacher, aber immerhin ein Trost. In diesem Sinne, erholt Euch gut Jungs und kommt gut durch die letzte Woche!

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