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Vom Alkoholiker zum Podiumsanwärter

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Tour de France  

Vom Alkoholiker zum Podiumsanwärter

21.07.2009, 11:07 Uhr | t-online.de

Bradley Wiggins überrascht die Tour-Experten. (Foto: Imago)Bradley Wiggins überrascht die Tour-Experten. (Foto: Imago) Bradley Wiggins sorgt bei der diesjährigen Tour de France für Aufsehen. Der zweifache Bahnrad-Olympiasieger von Athen 2004 überrascht als momentaner Dritter des Gesamt-Klassements. Mit 1:46 Minuten Rückstand auf den führenden Spanier Alberto Contador ist Wiggins ein ernsthafter Anwärter auf das Siegerpodium in Paris. Dies ist umso überraschender, wenn man sich die Lebensgeschichte des Briten näher betrachtet.

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Flucht in den Alkohol

Denn nach dem olympischen Medaillenregen 2004 stand er kurz vor dem Absturz. Wiggins fiel in ein tiefes Loch, fing an zu trinken. "Ich hatte mit 24 Jahren alles erreicht, da blieb mir nur noch das Bier. Sechs Stunden am Tag, eine Flasche nach der anderen. Ein gutes Jahr lang." Doch die Geburt seines Sohnes Ben im Jahre 2005 habe ihn "im sprichwörtlichen Sinne ernüchtert.“ Auch für Wiggins war es wie eine Wiedergeburt.

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"Richtig Spaß" in den Bergen

So richtig ins Bewusstsein eingefleischter Tourfans fuhr sich Wiggins auf der 15. Etappe über 207 Kilometer von Pontarlier hinauf in den 1468 Meter hoch gelegenen Schweizer Ski-Ort Verbier. An der Seite der Tour-Mitfavoriten Fränk Schleck und Carlos Sastre, noch vor Cadel Evans, erreichte der Garmin-Fahrer das Ziel. Wiggins fühlt sich in den Bergen mittlerweile richtig wohl: "Schon auf den Pyrenäen-Etappen hatte ich richtig Spaß", sagte er. Und zwar so viel, dass ihn Jonathan Vaughters, sein Teamchef bei Garmin-Slipstream, zum neuen Kapitän machte und den Tour-Vierten des vergangenen Jahres und bisherigen Kapitän Christian Vandevelde (USA) zurückstufte.

"Radikale Gewichtsreduzierung" bringt Erfolg am Berg

"Dass er gewisse Qualitäten hat, ist ja nicht unbekannt, immerhin ist er Olympiasieger. Er galt zwar bisher nicht als ausgemachter Berg-Spezialist - vielleicht hat er sein Training umgestellt", versuchte Linus Gerdemann Wiggins erstaunlichen Aufstieg zu erklären. Der Brite selbst spricht von einer "radikalen Gewichtsreduzierung von sechs Kilogramm", die ihn in die Form des Favoriten-Schrecks gebracht habe.

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Alles sauber

Solche überraschenden Erfolge rufen natürlich schnell Zweifler auf den Plan. Doch diesen Skeptikern tritt Wiggins entschlossen entgegen: "Behaltet den Glauben an mich, ich bin kein Bernhard Kohl. Ich weiß, dass ich sauber bin. Man kann die Tour mit Wasser und Brot hervorragend meistern.“ Doping-Mittel habe er nie angerührt. "Aber wäre ich fünf Jahre älter, wäre ich wohl auch reingerutscht.“ Was ihn antreibt, ist der absolute Ehrgeiz, immer vorne zu stehen. "Meine Leidenschaft, zu gewinnen, ist für andere schwer zu verstehen“, sagte er, "das treibt meine Frau regelrecht in den Wahnsinn“.

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