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Ohne Helm wäre Voigt jetzt wohl tot

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Tour de France  

Ohne Helm wäre Voigt jetzt wohl tot

22.07.2009, 16:34 Uhr | dpa

Jens Voigt nach seinem schwerem Sturz auf der 16. Etappe (Foto: dpa)Jens Voigt nach seinem schwerem Sturz auf der 16. Etappe (Foto: dpa) Beim schweren Sturz von Jens Voigt hat nach Angaben eines Tour-Mediziners der Helm dem Berliner "das Leben gerettet". Dies sagte der Arzt Xavier Roy, Mitglied des Medizinerstabs der 96. Tour de France, in der Internetausgabe der französischen Sportzeitung "L'Équipe". Voigt war auf der 16. Etappe in rasanter Abfahrt zu Fall gekommen und hatte sich "nur" einen Jochbeinbruch, eine Gehirnerschütterung und Hautabschürfungen zugezogen.

Der Radprofi müsse "mindestens bis Donnerstag", wohl aber noch länger, im Krankenhaus von Grenoble bleiben, sagte ein Sprecher von Voigts Saxo-Bank-Team. Ob Voigt operiert werden muss, sei noch nicht klar.

Fotoserie Der schlimme Sturz von Jens Voigt
Wegmanns Tour-Blog "Alles Gute für Voigte"
16. Etappe Voigt erleidet bei schwerem Sturz Jochbeinbruch

Schutzengel an der Seite

Voigt geht es den Umständen entsprechend gut und weiß, dass er bei seinem schweren Sturz einen tüchtigen Schutzengel gehabt hat. "Ich hatte sehr viel Glück, dass ich mich bei dem Unfall nicht schwerer verletzt habe", ließ der Berliner aus der Intensivstation des Universitätsklinikums von Grenoble ausrichten.

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Auch Armstrong war besorgt

Denn die schrecklichen Bilder, als der 37-Jährige blutüberströmt und regungslos am Boden lag, hatten viele mit dem Schlimmsten rechnen lassen. "Ich habe um sein Leben gefürchtet und war daher sehr froh, als die positiven Nachrichten kamen", sagte Cofidis-Teammanager Eric Boyer. Auch Tour-Mitfavorit Lance Armstrong zeigte sich erleichtert. "Ich habe gerade von Fränk Schleck gehört, dass Jens okay ist. Gute Nachrichten", teilte der Amerikaner via Twitter mit.

Jan Ullrich "Ich kehre nicht zurück"

Neues Vertragsangebot von Riis

"Wir hatten Schlimmeres erwartet, er hat viel Glück gehabt", sagte Teamchef Bjarne Riis, der Voigt unbedingt in seiner Mannschaft Saxo Bank behalten will: "Jens gehört einfach zum Team und zwar als Fahrer. Wir haben schon über einen neuen Vertrag geredet", sagte der Däne.

Ehefrau Stephanie: "Das war ganz schlimm"

Voigts Familie zu Hause in Berlin musste einen Tag vor dem neunten Geburtstag von Sohn Julian die bangen Momente hilflos vor dem Fernseher ertragen. "Ich habe den Sturz erstmals in Zeitlupe gesehen. Das war ganz schlimm. Mir ist ganz übel und schlecht gewesen», sagte seine Ehefrau Stephanie "Bild Online".

Absolute Bettruhe

Entsprechend groß muss die Freude darüber gewesen sein, dass der zweimalige Deutschland-Tour-Sieger im Krankenhaus offenbar schon seinen Humor wiedergefunden hat. "Es ist unglaublich, was für eine gute Laune er schon wieder hat", sagte Saxo-Bank-Teamsprecher Brian Nygard. Ehefrau Stephanie will ihren Mann, der für einige Minuten das Bewusstsein verloren hatte und sich an den Unfall nur in "Bruchstücken" (Nygard) erinnern kann, am Donnerstag besuchen. Er müsse "absolute Bettruhe einhalten" und werde weiter untersucht, etwa um mögliche Blutgerinnsel auszuschließen, berichtete Voigts Familie.

"So ein Sturz führt einem das Risiko vor Augen"

Dem zweimalige Tour-Etappensieger, 2001 und 2005 jeweils für einen Tag Träger des Gelben Trikots, war auf der 16. Etappe rund 27 Kilometer vor dem Ziel in Bourg-Saint-Maurice in rasender Abfahrt eine Bodenwelle zum Verhängnis geworden. Sein Lenker verdrehte sich, Voigt verlor die Kontrolle über das Rad (Nygard: "Es war kein Materialfehler") und schlitterte bäuchlings meterweit über den Asphalt. "So ein Sturz führt einem das Risiko dieses Sports vor Augen", sagte Milram-Profi Christian Knees.

Erinnerungen an Casartelli werden wach

Der fürchterliche Crash erinnerte an die schrecklichsten Momente der Tour-Geschichte. Am 18. Juli 1995 stürzte der Italiener Fabio Casartelli in der Abfahrt vom Pyrenäen-Pass Portet d'Aspet. Der Olympiasieger, damaliger Teamkollege Armstrongs, krachte gegen die Straßen-Begrenzungsmauer aus Beton und verblutete noch an der Unfallstelle.

Pereiro hatte mehr Glück

Im Vorjahr hatte der Spanier Oscar Pereiro, der anders als Casartelli einen Helm trug, mehr Glück. Der Tour-Sieger von 2006 schoss am 20. Juli auf der Abfahrt vom Col Angel in einer Haarnadel- Kurve über die Leitplanke hinaus, stürzte fünf Meter tief auf die darunter liegende Straße und brach sich den linken Oberarm. "Ich dachte, ich müsse sterben", erinnerte sich Pereiro, der bei dieser Frankreich-Rundfahrt ausgestiegen ist.

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