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Lance Armstrong kündigt seinen Tour-Abschied an

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Tour de France 2010  

Armstrong: "Das wird meine letzte Tour"

29.06.2010, 10:10 Uhr | dpa, sid, sid, dpa

Lance Armstrong kündigt seinen Tour-Abschied an. Au Revoir, Tour de France: Lance Armstrong will 2011 nicht mehr in Frankreich starten (Foto: imago)

Au Revoir, Tour de France: Lance Armstrong will 2011 nicht mehr in Frankreich starten (Foto: imago)

Abschiedsankündigung via Twitter: Rekordsieger Lance Armstrong wird in diesem Jahr das letzte Mal die legendäre Tour de France fahren. "Und ja, das wird meine letzte Tour werden. Es war ein toller Ritt. Freue mich auf drei großartige Wochen", teilte der 38-jährige Amerikaner per Kurznachrichten-Dienst Twitter mit.

Nach seinem Rücktritt war der siebenmalige Tour-Champion im vergangenen Jahr in den Radsport-Zirkus zurückgekehrt. Beim Versuch, den achten Toursieg einzufahren, scheiterte Armstrong aber und wurde hinter seinem damaligen Teamkollegen Alberto Contador sowie Andy Schleck nur Dritter. Armstrong peilt bei der an diesem Samstag in Belgien beginnenden "Großen Schleife" erneut den Angriff aufs Gelbe Trikot und den Gesamtsieg an.

Dopingvorwürfe belasten Armstrong

Vor gut einem Monat sah sich Armstrong, der die Tour von 1999 bis 2005 gewann, erneuten Dopinganschuldigungen durch seinen früheren Teamkollegen Floyd Landis ausgesetzt. Der RadioShack-Kapitän bestritt jedoch alle Vorwürfe, der Fall wird derzeit von der US-Anti-Doping-Agentur Usada untersucht.

Achter Sieg nur Wunschdenken?

Nach seinem Rücktritt 2005 war Armstrong zu Beginn der vergangenen Saison unter größtem PR-Aufwand zurückgekehrt. Beim Versuch, den achten Toursieg einzufahren, scheiterte der Texaner aber und wurde hinter seinem damaligen Teamkollegen Alberto Contador (Astana) und dem Luxemburger Andy Schleck (Saxo Bank) nur Dritter. Seine Leistung 2009 war für einen Rückkehrer aus kurzzeitigem Rad-Rentner-Dasein sehr bemerkenswert. Aber sie hätte ihm auch signalisieren müssen: Mehr geht nicht. Sein achtes Gelbes Trikot in Paris dürfte auch in diesem Jahr ein frommer Wunsch bleiben.

Eher schwächer als stärker

Armstrong wird bei der am Samstag in Rotterdam beginnenden 97. Auflage seines Lieblingsrennens allgemein eher schwächer als stärker im Vergleich zum Vorjahr eingeschätzt. Daraus macht der geheilte Krebspatient auch kaum ein Geheimnis. Vor zwei Tagen ließ er Fans und Konkurrenten nach einer Trainingsfahrt auf den steilen Col de la Madone nahe Nizza wissen: "Rekordzeit? Nein. Knapp dran? Ja. Ich bin bereit."

Unkalkulierbarkeit fährt mit

Sein Intimfeind Contador scheint unbezwingbar. Aber der Tour- besessene Armstrong setzt auf seinen nicht zu übertreffenden Erfahrungsschatz und auf das vermutlich stärkste Team mit den wieder bedingungslos loyalen Levi Leipheimer und Andreas Klöden - und die erste Woche. Auf den engen Straßen in den Niederlanden sowie den unangenehmen Kopfsteinpflaster-Passagen in Belgien und Nordfrankreich fährt die Unkalkulierbarkeit besonders an der Seite des spanischen Vorjahressiegers mit. Sein Terrain liegt woanders.

Contadors größte Zeit beginnt erst in der letzten Tourwoche in den Pyrenäen und eventuell wieder beim abschließenden Zeitfahren in Bordeaux. Routinier Jens Voigt ("Ich bin einen Tag älter als Armstrong") hat jedenfalls bei der Tour de Suisse beim Texaner bemerkt: "Sein Tritt könnte lockerer sein. Ich glaube nicht, dass Armstrong gewinnen kann."

Neue Doping-Anschuldigungen

Die erneuten Doping-Anschuldigungen durch seinen ehemaligen Mannschaftskollegen Floyd Landis dürften Armstrong dagegen kaum aus dem Tritt gebracht haben. Die angekündigten Untersuchungen in den USA - auch wegen unkorrekter Verwendung von Steuermitteln womöglich zum Doping-Zweck während seiner Zeit beim staatlichen Postunternehmen US Postal - wird sich hinziehen. Die Landis-Hinweise seien "fruchtbar", ließ WADA-Generaldirektor David Howman wissen. Eine Klärung des umfassenden Sachverhaltes könne sich aber bis 2016 hinziehen. "Es geht ja nicht um ein simples Dopingvergehen", sagte Howman der "New York Times".

Flächendeckendes Doping

Der wegen Dopings disqualifizierte Toursieger von 2006 hatte von flächendeckendem Doping von 1996 bis 2004 in den Armstrong-Teams US Postal und Discovery Channel berichtet. Neben Armstrong beschuldigte Landis unter anderem auch Teamchef Johan Bruyneel und Leipheimer. Beide sind auch diesmal im von Armstrong und Bruyneel nach der Tour 2009 neu gegründeten RadioShack-Team wieder mit von der Partie.


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