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Etappensieg ist für Milram die Hauptsache

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Tour de France 2010  

Hauptsache Etappensieg

30.06.2010, 19:56 Uhr | t-online, t-online.de

Etappensieg ist für Milram die Hauptsache. Hoffnungsträger: Linus Gerdemann (links) soll laut Christian Henn mit einem Auge auf die Gesamtwertung schielen. (Foto: imago)

Hoffnungsträger: Linus Gerdemann (links) soll laut Christian Henn mit einem Auge auf die Gesamtwertung schielen. (Foto: imago)

Von Oliver Strerath

Im fünften Anlauf soll es endlich klappen. Was, das erklärt Christian Henn mit zwei Worten. "Hauptsache Etappensieg", macht der Sportlicher Leiter des Team Milram die Zielsetzung der einzigen deutschen Mannschaft bei der 97. Tour de France klar. Denn bisher ist die Eqiupe bei der Frankreich-Rundfahrt leer ausgegangen. Verständlich, dass Henn ergänzt: "Wer von uns gewinnt, ist letztlich egal." Schließlich betreibt der Rennstall auf den insgesamt 3642 Kilometer Werbung in eigener Sache – für die kommende Saison gibt es noch keinen neuen Sponsor.

Zwanzig Chancen gibt es diesmal bei der Tour, sich durch einen Tageserfolg in den Geschichtsbüchern des Radsports zu verewigen. Doch nicht jede dieser Möglichkeiten ist auch eine für die neun Milram-Profis. Zu groß ist die Konkurrenz, zu selektiv der Kurs, als dass die Fahrer um Henn überall zuschlagen können. Entsprechend hat der frühere deutsche Meister sich die Etappen ausgeguckt, die etwas für seine "Jungs" sein könnten. "Und natürlich spielt da auch immer das Glück eine große Rolle. Gerade bei Ausreißversuchen."

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Trümpfe für mittelschwere Etappen

Für diese hofft Henn, mehrere Trümpfe in der Hand zu haben. Etwa Fabian Wegmann. Oder den bergfesten Johannes Fröhlinger. Oder den neuen deutschen Meister Christian Knees. Oder den niederländischen Champion Niki Terpstra. "Die können das, besonders auf mittelschweren Etappen", ist sich der Sportliche Leiter sicher. Dafür haben sie sich im Team Milram extra Streckenpassagen angeschaut, um vorbereitet zu sein. Auch für die Sprintfinale.

In diesen soll es Gerald Ciolek reißen. Trotz der großen und schnellen Konkurrenz, von der Henn vor allem den Briten Mark Cavendish und den Norweger Thor Hushovd auf der Rechnung hat. Der 46-Jährige, der die Tour selbst fünfmal als Profi gefahren ist, weiß aber, wo sein Schützling eine absolute Chance hat. "Gerald liebt die Sprintankünfte, wo es vorher auf der Etappe über schweres Terrain geht und man Kraft gelassen hat. Und er mag es, wenn die Zielgerade ansteigend ist."

Unterstützung durch einen Debütanten

Dabei soll Ciolek von einem Tour-Debütanten in Position gebracht werden: Roger Kluge. "Er kann selbst sprinten und hat im Feld eine tolle Übersicht", lobt Henn den 23-Jährigen, der mit 1,93 Meter Körpergröße diesbezüglich Vorteile mitbringt. Dennoch, unter Druck setzt der Sportliche Leiter seine Spurt-Abteilung nicht. "Die Tour ist auch so hart, weil die besten Rennfahrer am Start sind. Und vor allem die wollen gewinnen", sagt er.

Ohnehin geht Henn vorsichtig in die ersten Etappen der Tour. Denn vor allem zum Auftakt der "Grand boucle" ist das Peloton sehr nervös. Jeder sucht noch seinen Platz im Feld. Jeder versucht noch, die Möglichkeiten auszuschöpfen. Und alle haben noch die Kraft, dies regelmäßig zu tun. Als besondere Schwierigkeit kommt der Kurs hinzu, geht es nach dem Prolog in Rotterdam doch zunächst über enge Gassen entlang der niederländischen Küste ("Da muss man höllisch auf die Windkante aufpassen") und tückische Kopfsteinpflaster in Belgien sowie Nord-Frankreich.

Auftakt sorgt für "mulmiges Gefühl"

"Das ist prädestiniert für Stürze. Ich habe schon ein mulmiges Gefühl und hoffe, wir kommen mit neun Mann in die zweite Tour-Woche", so Henn. Schon seit Mitte der Woche haben viele Mannschaften Trainingseinheiten in der Region unternommen. Um auf die Besonderheiten vorbereitet zu sein. Denn schon häufiger ist ein Tour-Favorit nach einem Sturz in den ersten Tagen vorzeitig gescheitert.

In Sachen Gesamtwertung setzt das Team Milram auf den kletterstarken Österreicher Thomas Rohregger und vor allem Linus Gerdemann. Der Deutsche hat 2007 einen Etappensieg gefeiert und holte sich damit für einen Tag das Gelbe Trikot  - damals noch für T-Mobile. Mit seinem 16. Platz  im Mai beim Giro d’Italia zeigte Gerdemann, dass die Form stimmt. Die zwischenzeitliche Bronchitis, die ihn in Italien um eine bessere Platzierung brachte, ist abgehakt. "Er ist fit und hat sich gut erholt", erklärt Henn.

Das Podium steht für Henn fest

Dennoch habe für Gerdemann der Kampf um die Spitzenplätze im "Classement general" nicht unbedingt Priorität. „Sicher kann er mit einem Auge auf die Gesamtwertung schielen. Aber nicht hauptsächlich“, macht sein Sportlicher Leiter klar. Beim Team Milram geht es eben vor allem um einen Etappensieg. Zumal für Henn das Podium in Paris genauso aussehen wird wie im vergangenen Jahr: "1. Alberto Contador, 2. Andy Schleck, 3. Lance Armstrong." Bei den  weiteren Plätzen in den Top Ten glaubt der 46-Jährige durchaus an eine Überraschung. Und wenn es einer seiner Rennfahrer ist, dann hat Christian Henn nichts dagegen einzuwenden.

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