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Cavendish: Vom Sprintstar zum Bruchpiloten

05.07.2010, 14:12 Uhr | t-online, sid, sid, t-online.de

Cavendish: Vom Sprintstar zum  Bruchpiloten. Mark Cavendish: Der schnellste Sprinter der Welt entwickelt sich zum Problemfall. (Foto: imago)

Mark Cavendish: Der schnellste Sprinter der Welt entwickelt sich zum Bruchpiloten. (Foto: imago)

Der schnellste Sprinter der Welt entwickelt sich zum Bruchpiloten. Radsport-Rüpel Mark Cavendish stand auch bei der ersten Sprintankunft der 97. Tour de France im Mittelpunkt der Diskussionen, nachdem der Brite durch einen kapitalen Fahrfehler erneut einen Sturz verursacht hatte. Erst vor drei Wochen hatte eine Kamikaze-Aktion des Superstars Heinrich Haussler die Tour-Teilnahme gekostet.

Cavendish unterschätzte im Finale von Brüssel gut zwei Kilometer vor dem Ziel eine Kurve und räumte vier Fahrer von der Straße. Doch der Columbia-Star war sich keiner Schuld bewusst. "Das ist Radsport. Ich weiß nicht, was passiert ist, aber mir geht es gut", sagte Cavendish. Unverletzt setzte sich der 25-Jährige wieder auf sein Rad, zuckte mit den Schultern und grinste wie ein Lausbube, dem durchaus bewusst ist, dass er gerade etwas ausgefressen hat.

"Sprint ist kein Kindergarten"

Cavendishs Plan, mit einem Etappensieg seine zahlreicher werdenden Kritiker zum Schweigen zu bringen, ging gründlich daneben. Columbia-Sportdirektor Rolf Aldag nahm seinen schnellsten Mann in Schutz: "Sprint ist kein Kindergarten. Cav weiß, dass er noch Chancen bekommen wird. Das wird ihn also mental nicht umbringen."

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Bestform weit entfernt

Der einstige Tour-Dritte Jean-Francois Bernard sah das völlig anders: "Er spielt schon wieder die Hauptrolle in einem Sturz. Der kümmert sich um nichts." Der im Vorjahr mit sechs Tour-Etappensiegen zum Superstar aufgestiegene Cavendish ist mit nur drei Saisonerfolgen weit von seiner Bestform entfernt. Zudem sorgt er immer wieder für Skandale. Bei der Tour de Romandie wurde der "ManXpress" nach einer obszönen Geste aus dem Rennen genommen, bei der Tour de Suisse rammte er Haussler förmlich von der Straße.

Großmaul Cavendish

Cavendish machte dafür eher als Großmaul von sich reden. Seinen erfolgreichen Teamkollegen Andre Greipel belegte er mit deutlichen Worten. "Selbst in schlechter Form bin ich immer noch besser als er", tönte Cavendish. Seine Abneigung gegen Greipel dürfte unter anderem dazu geführt haben, dass der Deutsche bei der Tour nicht dabei ist. Sportchef Aldag bleibt eine neue Sprinterdiskussion wohl nur erspart, weil Cavendishs Anfahrer Mark Renshaw in Brüssel noch auf Platz zwei landete.

Greipel siegt in Österreich

Der im Tour-Team unerwünschte Greipel fuhr am selben Tag in Österreich seinen 13. Saisonsieg ein und setzte damit ein klares Zeichen. Wäre er nominiert worden, hätte der gebürtige Rostocker bei einem Sturz für Cavendish in die Bresche springen können. Die Leichtigkeit, mit der Cavendish im vergangenen Jahr seine Erfolge feierte, ist ihm jedenfalls abhanden gekommen. Hinzu kommt, dass Columbia nicht mehr das einzige Team ist, das einen Sprinterzug aufbaut. "Letztes Jahr war es noch einfach. Da waren wir die einzigen, da hieß es drei, zwei, eins, Cav gewinnt", sagte Aldag. In diesem Jahr haben vor allem auch Garmin mit Tyler Farrar und Lampre mit Etappensieger Alessandro Petacchi die Stärke, einen eigenen Zug aufzubauen. Zudem mischen Gerald Ciolek (Milram), Robbie McEwen (Katjuscha) und Thor Hushovd (Cervelo) in den Sprints mit.

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