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Tour de France: Mark Cavendish gewinnt 5. Etappe vor Gerald Ciolek

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Radsport - Tour de France  

Ciolek knapp vom Sprint-Rüpel geschlagen

08.07.2010, 19:00 Uhr | t-online, sid, dpa, t-online.de, dpa, sid

Mark Cavendish hat die 5. Etappe der Tour de France für sich entschieden (hier geht es zu den besten Bildern der Etappe). Der Columbia-Fahrer setzte sich nach 187,5 Kilometern von Epernay nach Montargis im Massensprint vor Gerald Ciolek und Edvald Boasson Hagen aus Norwegen durch.
Das Gelbe Trikot trägt weiterhin der Schweizer Fabian Cancellara. Der Zeitfahr-Weltmeister liegt weiter 23 Sekunden vor dem Briten Geraint Thomas und 39 vor Cadel Evans. Vorjahressieger Alberto Contador (1:40) bleibt Gesamtneunter, Lance Armstrong (2:30) liegt weiter auf Platz 18 (die Gesamtwertung im Überblick).

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Viel Kritik am schnellen Engländer

Bei der Siegerehrung brachen bei Cavendish alle Dämme. Der als Sprint-Rüpel verschriene Engländer ließ nach seinem erst vierten Saisonsieg den Tränen freien Lauf. "Die Leute haben so viel schlechte Sachen über mich gesagt und hatten vielleicht manchmal auch Recht. Mein Team hat mir so sehr geholfen. Das ist heute ein ganz großer Moment für mich", sagte Cavendish im Sieger-Interview. Zufrieden äußerte sich auch Columbia-Sportdirektor Rolf Aldag: "Wir haben immer an ihn geglaubt. Das war heute ein Sprint wie im letzten Jahr."

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Zuletzt war starke Kritik an der Nominierung des 25-Jährigen laut geworden, da sein Konkurrent im eigenen Team, André Greipel, wesentlich bessere Ergebnisse vorzuweisen hatte. Nach einem Horror-Sturz bei der Tour de Suisse hatten zudem etliche Teams gegen den schnellen Mann von der Isle of Man protestiert, da sie in ihm den Schuldigen für den Massensturz im Finale der 4. Etappe ausgemacht hatten.

In der Sprintwertung klar hinter Hushovd

Mit seinem Erfolg verhinderte Cavendish einen Hattrick von Altmeister Alessandro Petacchi. Erster Gratulant im Ziel war sein Lehrmeister Erik Zabel, der tags zuvor seinen 40. Geburtstag gefeiert hatte. "Hoffentlich ist der Knoten jetzt geplatzt", erklärte Zabel. Trotz des Tagessieges dürfte es für Cavendish mit dem angestrebten Grünen Trikot in Paris sehr schwer werden. In der Punktwertung, die Zabel in der Tour-Endabrechnung sechsmal für sich entschieden hatte, liegt er weit hinter Titelverteidiger Thor Hushovd zurück. Zabel traut dem Norweger einiges zu: "Hushovd ist ein cleverer Kerl und weiß, wie er sein Trikot zu verteidigen hat."

Enttäuschter Ciolek: "Der Zweite ist immer der erste Verlierer"

U23-Weltmeister Gerald Ciolek war bisher bei den Massensprints unter seinen Möglichkeiten geblieben. Auf der 5. Etappe hätte er es beinahe geschafft und war viel stärker als am Vortag, als er in Reims als Elfter chancenlos war. Zufrieden war der Milram-Fahrer deshalb aber nicht: "Natürlich bin ich enttäuscht. Der Zweite ist immer der erste Verlierer. Ich war nah dran. Ich hatte nach der letzten Kurve den richtigen Riecher, um an das Hinterrad von Cavendish zu kommen. Leider war ich im entscheidenden Moment ein bisschen zu verhalten. Ich hatte heute die große Chance auf den Sieg, aber Cavendish war wieder der Alte."

Für die Milram-Equipe, die fieberhaft einen Geldgeber für die kommende Saison sucht, wäre der erste Tour-Etappensieg der Team-Geschichte ein wichtiges Argument bei der Sponsorensuche gewesen. Kapitän Linus Gerdemann ist aber zuversichtlich, dass Ciolek in Frankreich noch zuschlagen wird: "Zweiter hinter Cavendish zu werden, zeigt, dass er hier eine Etappe gewinnen kann."

Ausreißer werden kurz vor dem Ziel gestellt

Wie am Vortag hatte sich auch auf der dritten für Sprinter geeigneten Etappe unmittelbar nach dem Start in Épernay eine Ausreißergruppe abgesetzt. Der Franzose Julien El Fares, der Belgier Jurgen Van De Walle sowie der Spanier Jose Ivan Gutierrez fuhren zeitweise einen Vorsprung von sieben Minuten auf das Peloton heraus. Doch die Sprinter-Teams verschärften kurz vor Schluss das Tempo und stellten die Gruppe vier Kilometer vor dem Ziel. Die letzten 1000 Meter in Montargis hatten es dann in sich. 600 Meter vor dem Ziel mussten die mit einem Irrsinns-Tempo rasenden Sprinter eine enge und scharfe Rechtskurve meistern. Zum Glück blieben diesmal Stürze wie auf einem ähnlichen Parcours in Brüssel aus. Die vielstimmige Kritik an den Veranstaltern, solche Gefahrenstellen zu vermeiden, blieb bisher weitgehend ungehört.

Bevor es am Wochenende in die Alpen geht, haben die Sprinter auf der 6. Etappe der Tour de France noch einmal die Chance auf einen Tageserfolg. Allerdings ist das Teilstück von Montargis nach Gueugnon - mit 227,5 Kilometern die längste Etappe der Rundfahrt - auch wie gemacht für Ausreißer, das Terrain ist leicht wellig. Die Topfahrer um Vorjahressieger Alberto Contador, Altmeister Lance Armstrong und die deutsche Tour-Hoffnung Tony Martin werden ihre Kräfte sparen, denn am Samstag steht die erste Bergankunft der diesjährigen Großen Schleife auf dem Programm.

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