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Marcel Wüst nimmt erste Tourwoche von Lance Armstrong unter die Lupe

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"Damit Lance eine Tour genießen kann, braucht er Erfolg!"

12.07.2010, 14:28 Uhr | t-online.de, t-online.de

Marcel Wüst nimmt erste Tourwoche von Lance Armstrong unter die Lupe. Marcel Wüst traut dem Texaner den Sieg einer schweren Bergetappe zu. (Foto: imago)

Marcel Wüst traut dem Texaner den Sieg einer schweren Bergetappe zu. (Foto: imago)

von Marcel Wüst

Lance Armstrong auf Platz 39 mit fast dreizehneinhalb Minuten auf das gelbe Trikot – so hatten sich weder er noch seine Fans und Bewunderer seine vermutlich letzte Tour vorgestellt. Nach einer verkorksten ersten Woche zog er selber eine bittere Bilanz: "My Tour is over…". Wer nun aber glaubt, der Texaner packe die Koffer, der wird wohl recht bald eines Besseren belehrt werden, denn er bleibe und wolle die Tour genießen, hieß es im nächsten Halbsatz (Lance Armstrongs Karriere in Bildern).

Für mich war zwar von vornherein klar, dass er diese Tour nie hätte gewinnen können, aber wirklich wissen konnte das keiner – auch nicht seine Konkurrenten. Jetzt, mit so viel Rückstand, hat er allerdings einen Spielraum, den er bei guter körperlicher Verfassung ausnutzen wird um eine Bergetappe zu gewinnen – und damit Lance eine Tour genießen kann, dafür braucht er den Erfolg!

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Das er seine Ziele nun relativieren muss, wird ihm zwar nicht wirklich passen, aber er ist Profi und Realist genug, sich diese Notwendigkeit einzugestehen. Nicht zu vergessen: Er ist einer der ältesten im Feld und mit fortschreitendem Alter nehmen Leistungs- und Regenerationsfähigkeit langsam aber stetig ab – jeder Hobbysport betreibende Leser wird wissen wovon ich spreche.

Reifendefekt stückweit selbstverschuldet

Aber der erste Rückschlag für ihn kam ja schon auf der umstrittenen Kopfsteinpflasteretappe vergangenen Dienstag – sein Reifendefekt ereilte ihn definitiv zum falschen Zeitpunkt, aber da er wie viele andere "Nichtspezialisten" nicht auf dem Pflaster fuhr, sondern im Schotter am Rand, war das auch ein Stück selbstverschuldet – das gebrochene Schlüsselbein vom Mitfavoriten Fränk Schleck wiegt da sicher um einiges schwerer und die sich damit stellende Frage, ob solche Passagen in eine Streckenplanung der Tour de France gehören kann selbst ich nicht für alle Beteiligten zufriedenstellend beantworten. Eher NEIN höre ich mich aus Sicht der Fahrer sagen, denn ich weiß durch meine sechs Teilnahmen am Klassiker Paris-Roubaix was einem dort abverlangt wird.

Moderner Gladiator

Das Fahrerfeld der Tour besteht ja aus einer großen Anzahl von Bergfahrern samt Helfern, die nicht gerade für einen Ritt über die Steine prädestiniert sind. Schaut man sich jedoch das Spektakel und die Emotionen an sowie die Tatsache, dass z.B. Schleck und Evans diese Passagen mit Bravour meisterten, dann scheint es doch nicht so abwegig alle paar Jahre mal wieder so "eine böse Falle" einzubauen. Als Radrennfahrer ist man nun einmal eine Art moderner Gladiator, der zwar nicht um Leben und Tot mit wilden Tieren kämpft, aber eben um Erfolg, Ruhm und Geld. Dabei stehen neben hohen Bergen, Hitze, Gewitterstürmen und Windkante auch das eine oder andere Mal die Pflastersteine der Hölle des Nordens auf dem Programm, wenn der Tourorganisator es so will.

Das diese nicht wirklich nötig sind um die Zuschauer in Ihren Bann zu ziehen, hat die erste Woche wieder eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Eine Million Zuschauer allein beim Prolog in Rotterdam, und auch bei allen anderen Etappen ein dichtes Spalier für die Helden der Landstraße. Das wird auf den kommenden Bergetappen (Dienstag ab 11.15 Uhr im Live-Ticker von t-online.de) noch enger werden und vermutlich recht bald wird ein älterer Herrn aus Texas als erster durch diese Zuschauermassen in Richtung Etappensieg stürmen…

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