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Radsport: Team Milram vor dem Aus

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Radsport - Team Milram  

Keine Unterstützung mehr

13.07.2010, 14:41 Uhr | dpa, dpa

Radsport: Team Milram vor dem Aus. Kampf gegen die Uhr: Dem Team Milram läuft auf der Suche nach einem Sponsor die Zeit davon. (Foto: imago)

Kampf gegen die Uhr: Dem Team Milram läuft auf der Suche nach einem Sponsor die Zeit davon. (Foto: imago)

Das Milram-Team steht vor dem Aus. Wenige Stunden nach seinem Bittgang nach Bremen musste Teamchef Gerry van Gerwen einräumen, dass die Nordmilch AG seine Equipe ab der kommenden Jahr definitiv nicht mehr finanziell unterstützen wird. "Sie haben wiederholt: 'Wir machen kein weiteres Sponsoring'", sagte der Niederländer. Zugleich gab van Gerwen zu, dass er in den Unterredungen mit anderen Interessenten bislang nicht über "Ansatzpunkte" hinausgekommen sei.

"Heute und jetzt habe ich keinen Vertrag vorliegen - auch keine Tendenz dahin", sagte der Teamchef. Sollte seine Sponsorensuche erfolglos bleiben, würde Deutschland 13 Jahre nach dem Jan-Ullrich-Boom von der großen Radsport-Bühne verschwinden. Und die Fahnenflucht seiner Fahrer, die unmittelbar vor dem Start der 9. Etappe der 97. Tour de France nach Saint-Jean-de-Maurienne die Hiobsbotschaft erhielten, muss der Teamchef hilflos verfolgen. "Wir befinden uns jetzt auf Bewerbungsfahrt. Die Nachricht überrascht mich wenig", sagte Johannes Fröhlinger, bevor er gleich den ersten Ausreißversuch in einer Spitzengruppe unternahm.

Fahrer schauen bereits nach Alternativen

Einen Tag zuvor hatte bereits Linus Gerdemann erklärt, dass während der Tour Gespräche mit anderen Teams laufen. So wird der Wahl-Schweizer mit einem neuen Top-Team aus Luxemburg in Verbindung gebracht, sein Co-Kapitän Gerald Ciolek bezeichnete den alten Arbeitgeber HTC-Columbia als "interessante Alternative". "Mein Vertrag läuft aus. Da ist es normal, dass man sich neu orientiert", sagte der Sprinter aus Pulheim.

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Wilde Schlägerei bei Tour

Im Ziel der 6. Etappe lieferten sich Rui Alberto Costa und Carlos Barredo eine Prügelei. zum Video

Am Montagabend war van Gerwen extra von der Tour nach Bremen gereist, um nochmals über das jährlich auf rund acht Millionen geschätzte Engagement und "vor allem über Kommunikation" zu sprechen. Auf die Frage, ob er das Milchunternehmen, das er in der Vorwoche als kurzfristig einzige Hoffnung bezeichnet hatte, abhaken könne, sagte der 57-Jährige: "Das stimmt."

Van Gerwen bleibt trotzig

Trotz der neuerlichen Absage des bisherigen Geldgebers Nordmilch will van Gerwen aber noch nicht aufgeben. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich 2011 keine Mannschaft habe", wiederholte er trotzig. Den Mut der Verzweiflung schöpft der Ex-Radprofi aus einigen telefonischen Anfragen, die er noch immer erhalte. Doch "konkret ist nichts", so van Gerwen.

Sein ehemaliger Kollege Hans-Michael Holczer kann nachempfinden, wie sich van Gerwen fühlen muss. 2008 war der studierte Mathematiklehrer von Pontius bis Pilatus gerannt, um einen Nachfolger für das Team Gerolsteiner zu finden. Dass van Gerwen gelingt, was ihm versagt blieb, glaubt der einstige Teamchef der Mineralwasser-Truppe nicht.

Holczer liebäugelt mit Rückkehr

"Im Moment überwiegt weiter die Angst vor möglichen Zwischenfällen - sprich: Doping. Diese Angst würgt alles ab." Gleichwohl sei er gespannt, "wann in Deutschland die enormen Möglichkeiten wiederentdeckt werden, die dieser Sport im Marketing bietet". Er selbst liebäugelt jedenfalls wieder mit einer Rückkehr in den als Problembranche verschrienen Radsport: "Eine Agentur hört sich für mich um."

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