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Frankreich-Rundfahrt: Evans bricht ein, Schleck übernimmt Gelb

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Tour de France - 9. Etappe  

Schleck nutzt Evans' Schwäche aus

13.07.2010, 18:35 Uhr | t-online, sid, t-online.de, sid

Frankreich-Rundfahrt: Evans bricht ein, Schleck übernimmt Gelb.   Einen Tag vor dem französischen Nationalfeiertag kann Sandy Casar jubeln. (Foto: imago)

Einen Tag vor dem französischen Nationalfeiertag kann Sandy Casar jubeln. (Foto: imago)

Nach Lance Armstrong hat der nächste Favorit sein Waterloo bei der 97. Tour de France erlebt. Zwei Tage nachdem sich Cadel Evans das Gelbe Trikot geholt hatte, brach der Weltmeister auf der schwierigen 9. Etappe völlig ein. Die Schwäche des Australiers - bedingt durch einen Ellbogenbruch - wusste Andy Schleck zu nutzen, der gemeinsam mit Alberto Contador auf der Fahrt über vier Alpenriesen - darunter 32 Kilometer vor dem Ziel der 2000 Meter hohe Col de la Madeleine - seine Stärke demonstrierte und neuer Gesamtführender der Frankreich-Rundfahrt (die Gesamtwertung im Überblick) ist. Armstrong hielt sich nach seinem Desaster auf der achten Etappe diesmal einigermaßen schadlos und kam 2:50 Minuten hinter dem Duo Schleck/Contador an. Evans verlor dagegen 8:09 Minuten. Der Tagessieg nach den 204,4 Kilometer von Morzine-Avoriaz nach Saint-Jean-de-Maurienne ging unterdessen an den Franzosen Sandy Casar, der sich im Sprint der Ausreißergruppe des Tages durchgesetzt hatte (Die besten Bilder der 9. Etappe).

Zu der Fluchtgruppe gehörten auch lange die beiden Deutschen Johannes Fröhlinger (Milram) und Routinier Jens Voigt. Während Fröhlinger im Aufstieg zum Col de la Madeleine abreißen lassen musste, spannte sich Voigt in seiner unnachahmlichen Art bei der Kletterpartie vor seinen Kapitän Schleck und leistete wertvolle Helferarbeit. Rund einem Kilometer vor dem Gipfel war es aber auch um den Berliner geschehen.

Ausreißer Voigt: "Unser Plan ist aufgegangen"

Auf Rang zwölf und einem Rückstand von 2:07 Minuten auf den Tagessieger war Voigt dennoch bester Deutscher. "Unser Plan ist voll aufgegangen. Andy hatte sich vorgenommen, heute etwas zu versuchen, weil wir schon in Morzine gesehen haben, dass Evans Schwächen gezeigt hat", sagte Schlecks Edelhelfer Jens Voigt. "Das wollten wir unbedingt ausnutzen". Und es gelang.

Sport 
Andy Schleck in Gelb

Der Luxemburger und sein Rivale Contador profitieren am Madeleine von Evans Einbruch. zum Video

"Ich bin überglücklich. Ziel war es, alle anderen zu distanzieren, nur Contador ließ sich nicht abschütteln. Der Vorsprung zu den anderen ist nun recht groß und ich habe ein starkes Team hinter mir. Jetzt habe ich das Gelbe Trikot und noch einen Gegner, auf den ich wirklich achten muss - Contador", sagte Schleck nach seiner Gala-Vorstellung. In der Gesamtwertung liegt der Luxemburger nun 41 Sekunden vor Contador. "Ich wusste, dass ich Andy um jeden Preis folgen musste. Das habe ich geschafft. Wir liegen nun weit vor vielen Mitfavoriten. Das ist ein gutes Zeichen, bilanzierte der Titelverteidiger aus Spanien.

Erst gegeneinander, dann miteinander

Am Madeleine kam es zum Showdown zwischen Schleck und Contador. Als Evans Probleme bekam, verschärfte Contadors Astana-Team dermaßen das Tempo, dass bis auf den Spanier und Schleck alle Fahrer den Anschluss verloren. Im Wissen um seine schlechteren Fähigkeiten im Zeitfahren attackierte Schleck dreimal, doch Contador ließ sich von dem jungen Luxemburger nicht abschütteln. Die beiden besten Kletterer des Pelotons lieferten sich regelrechte Bergsprints mit Stehversuchen und brachialen Antritten. Sechs Kilometer vor dem Gipfel begruben Schleck und Contador jedoch das Kriegsbeil, arbeiteten zusammen und bauten den Vorsprung auf Evans und die anderen Konkurrenten kontinuierlich aus. Schließlich kamen die beiden sogar noch an das Spitzenquartett heran.

Der geschlagene Evans, der sich seine schwere Verletzung zu Beginn der 8. Etappe bei einem Sturz zuzog, weinte im Ziel bittere Tränen. Immer wieder raufte er sich die Haare und schüttelte frustriert den Kopf. Der Australier wusste: Er hat keine Chance mehr, die Tour zu gewinnen. "Jetzt fällt wegen dieses einen Sturzes alles auseinander. Es ist vorbei", klagte Evans, der auf Rang 18 nun 7:47 Minuten zurück liegt. Ob der Weltmeister die Tour aber überhaupt fortsetzt, ist fraglich.

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