Startseite
Sie sind hier: Home > Sport > Tour de France >

Lance Armstrong: Kein Tour-Abschied nach Maß

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Armstrong: Kein Tour-Abschied nach Maß

15.07.2010, 16:58 Uhr | sid, sid

 Lance Armstrong: Kein Tour-Abschied nach Maß. Hat sportlich nichts zu melden: Lance Armstrong. (Foto: t-online.de)

Hat sportlich nichts zu melden: Lance Armstrong. (Foto: t-online.de)

Es hätte doch alles so schön sein können. Eine dreiwöchige Jubelfahrt über die Landstraßen Frankreichs, ein letztes Mal das Gelbe Trikot in Paris und zum Abschluss ein Gala-Dinner mit seinem Freund Nicolas Sarkozy samt Gattin. So oder zumindest so ähnlich hatte sich Lance Armstrong den Abschied von der großen Radsport-Bühne vorgestellt. So wie es sich nach Armstrongs Selbstverständnis schließlich auch gehört für den Rekordsieger der Tour de France.

Die Realität gestaltet sich für den 38-Jährigen freilich weitaus unerfreulicher. Sportlich hat Armstrong nach dem Desaster in den Alpen nichts mehr zu melden. Auf Platz 31 reiht sich der Texaner zwischen einem Belgier namens Johan van Summeren und dem unbekannten Weißrussen Konstantin Siwzow ein. Und die Schlagzeilen, die er noch produziert, auf die könnte er gerne verzichten.

"Finanzielles Abkommen" mit dem Weltverband

Kein Tag vergeht ohne neue, für Armstrong unberuhigende Details rund um die große Dopingaffäre des früheren US-Postal-Teams. Beim morgendlichen Blick ins Internet bekam der allseits vernetzte Texaner den kompletten Email-Verkehr zwischen dem geständigen Dopingsünder Floyd Landis (Armstrong: "Er ist wie eine Tüte saure Milch") und dem früheren UCI-Chef Hein Verbruggen brühwarm geliefert. Die E-Mails birgen eine gewisse Brisanz, zumal der Niederländer Verbruggen bis 2005 den Radsport-Weltverband angeführt hatte. In dieser Zeit waren auch zwei Spenden Armstrongs in Höhe von insgesamt 125.000 Dollar eingegangen.

Sport 
Andy Schleck in Gelb

Der Luxemburger und sein Rivale Contador profitieren am Madeleine von Evans Einbruch. zum Video

Angst vor der Grand Jury

Landis hatte bei seiner Doping-Beichte Mitte Mai behauptet, dass Armstrong ihm im Jahr 2002 erzählt habe, dass er positiv auf Epo getestet worden sein soll. Er habe dann ein "finanzielles Abkommen" mit dem damaligen UCI-Chef Verbruggen getroffen, um den Test verschwinden zu lassen. Landis forderte Verbruggen im Zuge der Dopingermittlungen um das frühere US-Postal-Team zu einer Zeugenaussage auf. "Ich möchte Ihnen gratulieren, dass Sie seit 69 Jahren leben, ohne jemals gelogen zu haben. Für diese Ehrlichkeit verdienen Sie das Gelbe Trikot. Ich würde es Ihnen gerne hier in den USA überreichen, wenn sie als Zeuge vor der Grand Jury stehen, die dann feststellen kann, ob Sie jemals gelogen haben", schrieb der geständige Dopingsünder in einer E-Mail an Verbruggen.

"Kein Problem damit, mich den Regeln unterzuordnen"

Eine Aussage vor der Grand Jury - nichts fürchten Armstrong und dessen Entourage in diesen Tagen mehr. Schließlich könnte eine Falschaussage unangenehme Folgen haben. Sprintkönigin Marion Jones hat dies einst ins Gefängnis gebracht. So verwundert es nicht, dass Armstrong die Zuständigkeit der US-Behörden in den Doping-Ermittlungen in Frage stellt. "Wenn ein Athlet gegen die Regeln verstoßen haben soll, dann haben wir dafür einen Weltverband. Ich habe 500 Dopingkontrollen abgegeben. Die USADA (amerikanische Anti-Doping-Agentur) arbeitet damit, die UCI (Weltverband) und die WADA (Welt-Anti-Doping-Agentur) auch. Ich habe kein Problem damit, mich den Regeln unterzuordnen", sagte Armstrong.

Armstrong bezweifelt die Zuständigkeit der US-Behörden

Dass sich nun nun die US-Behörden unter Führung von Chefermittler Jeff Novitzky der Sache angenommen haben kann Armstrong nicht verstehen. "Die Glaubwürdigkeit von Floyd Landis ist seit Jahren dahin. Würden die amerikanischen Bürger es für gutheißen, dass ihre Steuergelder dafür genutzt werden? Das müssen sie entscheiden. Ich glaube nicht, dass die Regierung einen Fall basierend auf Landis aufbaut", ergänzt der 38-Jährige. Der Texaner betonte, dass er bei einer "glaubwürdigen und fairen Untersuchung" auch zu einer Zusammenarbeit bereit. "Ich werde mich aber nicht an einer Hexenjagd beteiligen", sagte der RadioShack-Kapitän. Nicht anderes muss Armstrong derzeit aber durchmachen. Und auf den Straßen feiert auch keiner mehr den Amerikaner. Längst erfreuen sich die undankbaren Franzosen am Zweikampf zwischen Andy Schleck und Alberto Contador.

Tour-Blog 
"Der Laden wird gerockt!"

Fabian Wegmann freut sich über eine Partynacht in Paris. zu Wegmanns Tour Blog

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Anzeige
Biermann über den Gipfelsturm 
"Das war ein richtiges Gänsehautgefühl"

Der deutsche Amateur-Radsportler erklimmt den Mont Ventoux mit einem Spenderherz. Video

"So schnell wie seit 10 Jahren nicht" 
Christoph Biermann gerät in Köln an seine Grenzen

Beim Velodom wird deutlich: Die Härte am Berg fehlt ihm nach seiner Herztransplantation noch. Video

Nach Herztransplantation auf den Mont Ventoux 
Christoph Biermann und das Rennen seines Lebens

Acht Monate wartete der Hobby-Radfahrer auf ein Spenderherz. Jetzt nimmt er den Ventoux ins Visier. Video



Anzeige
shopping-portal