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Tour de France: Winokurow-Sieg mit Beigeschmack

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Winokurow: Der Volksheld mit dunkler Vergangenheit

18.07.2010, 15:40 Uhr | dpa, dpa

Tour de France: Winokurow-Sieg mit Beigeschmack. Seit August 2009 darf Alexander Winokurow nach seiner Dopingsperre wieder mitstrampeln. (Foto: dpa)

Seit August 2009 darf Alexander Winokurow nach seiner Dopingsperre wieder mitstrampeln. (Foto: dpa)

Für den aufrechten Radsport-Freund hat Alexander Winokurows Sieg einen schalen Beigeschmack. Für die Chefs der Tour de France offensichtlich nicht. Längst sind sie zur Tagesordnung übergegangen, spätestens als Lance Armstrong im Vorjahr mit offenen Armen wieder aufgenommen worden war. Drei Jahre nach seiner Doping-Verbannung durfte Winokurow nun in Revel sein Tour-Comeback als umjubelter Etappensieger feiern.

Der 36 Jahre alte Kasache tat es nach alter Manier und mit längst bekanntem, unbändigem Kampfgeist. "Man kann über 'Wino' sagen, was man will, aber der Kerl hat mächtig Courage", twitterte Lance Armstrong in die Welt.

Lob von "L'Équipe"

Winokurow, der 2007 nach einer unappetitlichen Blut-Doping-Affäre mit Schimpf und Schande mitsamt seiner Astana-Equipe fortgejagt worden war, bekam am Sonntag auch Lob vom Tour-Zentralorgan "L'Équipe". Der Routinier, liebevoll "Wino" genannt, habe die Rangordnung in seinem Team wieder hergestellt und sich auch gegen seinen Kapitän Alberto Contador durchgesetzt. Der Spanier hatte am Vortag auf der Sekundenjagd gegen Andy Schleck etwas kopflos reagiert und Winokurow den sicher geglaubten Etappensieg noch zunichtegemacht.

Vertrauter des Staatspräsidenten

Der stolze Kasache, der Contador auf der Kopfsteinpflaster-Etappe und so manches Mal danach sehr geholfen hatte, fühlte sich in diesem Moment "alleingelassen", fast in die Ecke gestellt. Dabei ist er in seiner Heimat ein bedeutender Mann, der von Plakatwänden in der Hauptstadt Astana lächelt, ein Vertrauter des Staatspräsidenten ist und nach seinem ersten Tour-Etappensieg 2003 ehrenhalber in den Rang eines Polizei-Oberst erhoben worden war.

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Die guten Verbindungen halfen Winokurow, der seinen Freund Jan Ullrich mal zur Wildschweinjagd nach Kasachstan eingeladen hatte, auch in seiner schwersten Stunde. Zwei Tage nach seinem Etappensieg 2007 war er des Fremdblut-Dopings überführt worden. Sein Landesverband sperrte ihn nur für ein Jahr, der Weltverband UCI intervenierte - und der Ex-T-Mobile-Star trat beleidigt zurück.


Er hielt es aber nicht lange aus, kehrte zurück und dachte, sein Weg ist sofort wieder frei ins alte Metier. Aber zumindest die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA und die UCI pochten auf Einhaltung der Anti-Doping-Regeln. Also: Zwei Jahre Sperre.

Im August 2009 durfte Winokurow dann wieder mitstrampeln. Nur acht Monate später gewann er zum zweiten Mal Lüttich-Bastogne-Lüttich und verbat sich Fragen nach Doping-Arzt Eufemiano Fuentes, der wieder auf Teneriffa praktizieren soll. Dort hatte Winokurow sein Trainingslager vor den Frühjahrsklassikern bezogen.

2012 ist Schluss


"Dafür habe ich so hart gearbeitet", sagte Winokurow nach seinem Solosieg von Revel, den er seinen Kindern widmete. Der Toursieg mit Contador, die WM Ende September in Melbourne, und die Asienspiele in Guangzhou/China und sind seine nächsten großen Ziele. 2012 will der Kasache seine Karriere beenden. Ganz sicher im von ihm mitgegründeten Astana-Team, das seit Jahresbeginn vom Franzosen Yves Sanguer, bekannt aus unseligen Festina-Zeiten, geleitet wird.

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