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Tour de France trotz Finanzkrise eine Goldgrube

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Tour de France 2010  

Das Geschäft lohnt sich - für beide Seiten

20.07.2010, 12:52 Uhr | sid, sid

Tour de France trotz Finanzkrise eine Goldgrube. Die Tour vor der Tour: Die Werbekarawane ist seit 80 Jahren Bestandteil der Frankreich-Rundfahrt und bringt dem Veranstalter viel Geld. (Foto: imago)

Die Tour vor der Tour: Die Werbekarawane ist seit 80 Jahren Bestandteil der Frankreich-Rundfahrt und bringt dem Veranstalter viel Geld. (Foto: imago)

Die Weltwirtschaftskrise hat auch den Radsport erreicht. Zahlreiche Teams suchen nach neuen Geldquellen. Nicht so die Tour de France. Das dreiwöchige Spektakel in Frankreich hat sich zu einer wahren Goldgrube entwickelt. "Wir sind ausverkauft. Das Boot ist mit Sponsoren voll", sagt Laurent Lachaux, der Marketing-Direktor des Tour-Veranstalters Amaury Sport Organisation (ASO). Alles zur Tour de France

Gerade erst hat die ASO mit einer Schweizer Firma (Nestle) einen neuen Deal bis 2013 abgeschlossen. Das Unternehmen gehört mit seiner Getränkemarke (Vittel) zu den fünf Hauptgeldgebern, die zwischen 3,5 und 5 Millionen Euro jährlich für die Tour locker machen. Insgesamt unterstützen rund 40 Sponsoren das große Spektakel in Frankreich. Für eine offizielle Partnerschaft sind zwischen 600.000 und einer Million Euro fällig, ein Ausrüstervertrag kostet zwischen 300.000 und 600. 000 Euro. Städte, die Start- oder Zielort der Etappe sein wollen, müssen 150.000 bis 200.000 Euro berappen.

16 Millionen Geschenke für die Fans

Das große Geld verdient die ASO aber durch das Fernsehen. So zahlt allein France Television 23 Millionen Euro für die Übertragungsrechte. Unter dem Strich kommt für die Tour-Macher so ein Budget von weit über 100 Millionen Euro zusammen. Und der Rubel rollt weiter. Die Werbekarawane, die sich täglich wie ein Bandwurm durch Frankreich schlängelt, umfasst zu ihrem 80-jährigen Bestehen inzwischen 160 Fahrzeuge. Insgesamt 16 Millionen Geschenke, von Mützen über Gummibärchen-Tüten bis hin zu Getränkeflaschen bringt der Zug täglich unter die Leute und vertreibt den Radsport-Fans beim langen Warten auf das Peloton die Zeit.

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Das Geschäft lohnt sich - und zwar für beide Seiten. Als der Italiener Rinaldo Nocentini im vergangenen Jahr über eine Woche im Gelben Trikot gefahren war, habe der Sponsor seines AG2R-Teams, ein Versicherungsunternehmen, einen Werbewert von 60 Millionen Euro erzielt. Bei einer Investition von sieben Millionen Euro pro Jahr ist das Geld gut angelegt. Eine "Win-Win-Situation" also. Thierry Huguenin vom französischen Lotterieunternehmen FdJeux hat ermittelt, dass Radsport-Fans seit dem Beginn der Werbemaßnahmen vor 15 Jahren zwei Euro mehr pro Woche für diverse Lotterien ausgeben. Der Wursthersteller Cochonou spricht indes von mehreren hundert Tonnen Fleisch, die nach der Tour zusätzlich abgesetzt werden.

Abwägen, wie dick die Imagemauer ist

Analysen der deutschen Geldgeber sehen nicht anders aus. Skandale hin oder her, auch Unternehmen wie Gerolsteiner oder Milram haben in der Vergangenheit unvorstellbare Werbewerte mit dem Radsport erreicht. "Es muss nur einer kommen, der erkennt, welchen Werbewert diese Sportart hat, auch global betrachtet. Er muss abwägen, wie dick die Imagemauer ist, die er durchbrechen muss", sagt der frühere Gerolsteiner-Teamchef Hans Michael Holczer.

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