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Tour de France: Teamkameraden gehen aufeinander los

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Tour de France  

"Am liebsten durch die Scheibe geschlagen"

20.07.2010, 14:23 Uhr | sid, t-online, sid, t-online.de

Tour de France: Teamkameraden gehen aufeinander los. Verzweifelt: Nachdem ihm ein Teamkamerad die Hilfe verweigert hat, büßte Nicolas Roche seine gute Position in der Gesamtwertung ein. (Foto: imago)

Verzweifelt: Nachdem ihm ein Teamkamerad die Hilfe verweigert hat, büßte Nicolas Roche seine gute Position in der Gesamtwertung ein. (Foto: imago)

Da ist Feuer drin bei der 97. Tour de France. Denn jetzt gehen sogar schon Teamkollegen aufeinander los und lassen die Fetzen fliegen. So hängt beim französischen AG2R-Rennstall der Haussegen schief, nachdem der Franzose John Gadret dem besser platzierten Nicolas Roche die Unterstützung versagt hatte. Der Sohn des früheren Toursiegers Stephen Roche hatte beim Schlussanstieg auf der 15. Etappe einen Defekt und bat daraufhin Gadret um dessen Vorderrad. Der Franzose lehnte ab. Zur Tour de France 2011

"Wenn Gadret tot in seinem Hotelzimmer gefunden wird, dann bin ich der Hauptverdächtige", schrieb Roche in seinem Tour-Blog bei der Zeitung "Irish Independent". "Ich konnte es einfach nicht glauben. Er hat seinen Kopf geschüttelt und 'Non' gesagt. Ich dachte erst, es sei ein Witz. Aber es war keiner. Nach der Etappe hätte ich im Teambus am liebsten seinen Kopf durch die Scheibe geschlagen", sagte Roche weiter.

Roche wird nichts mehr für Gadret tun

Sogar Teamchef Vincent Lavenue hatte versucht, mit deutlichen Worten auf Gadret einzuwirken - ohne Erfolg. Der Franzose ignorierte die Aufforderung, in der Abfahrt anzuhalten und zu warten, und stellte einfach seinen Funk ab. Roche verlor durch die verweigerte Hilfe über acht Minuten und rutschte auf den 17. Platz der Gesamtwertung ab. "Gadret hat noch zwei Jahre Vertrag im Team. Ich werde den Tag nicht so schnell vergessen und sicher nichts mehr für ihn tun", erklärte der Ire.

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Schlägerei und Kopfstoß

Es war der letzte einer Reihe von Vorfällen bei der Tour. Neben dem Streit zwischen den Topfavoriten Alberto Contador und Andy Schleck - der Spanier nutzte einen Defekt Schlecks zu einer Attacke - hatte vor allem die Schlägerei zwischen dem Spanier Carlos Barredo und dem Portugiesen Rui Costa nach der sechsten Etappe für Aufsehen gesorgt. Nachdem die Streithähne bereits während des Rennens aneinander geraten waren, ging Barredo hinter dem Zielstrich mit dem Vorderrad auf Costa los, bevor er den Portugiesen mit einer Schlagserie zu Boden beförderte. Beide Fahrer erhielten von der Jury eine Geldstrafe in Höhe von 300 Euro. Columbia-Profi Mark Renshaw war gar von der Tour ausgeschlossen worden, nachdem er sich im Sprintfinale der elften Etappe mehrere Kopfstöße gegen den Neuseeländer Julian Dean geleistet hatte.

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