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Doping: Armstrong im Kampf gegen seinen größten Gegner

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Tour de France 2010  

Ein wirklich großer Gegner für Armstrong

25.07.2010, 14:56 Uhr | sid, t-online.de, sid, t-online.de

Doping: Armstrong im Kampf gegen seinen größten Gegner. Knallharter Ermittler: Jeff Novitzky ist Lance Armstrong dicht auf den Fersen. (Foto: imago)

Knallharter Ermittler: Jeff Novitzky ist Lance Armstrong dicht auf den Fersen. (Foto: imago)

Glatze, 2,13 Meter groß, abstehende Ohren. So sieht der kommende Gegner von Lance Armstrong aus. Der Amerikaner beendet zwar in Paris mit dem Finale der 97. Tour de France seine aktive Karriere als Radrennfahrer. Sein nächster Kampf steht aber bereits bevor: der gegen US-Dopingfahnder Jeff Novitzky.

Der ehemalige Basketballer arbeitet für die staatliche Lebens- und Arzneimittelaufsicht und ist mit der Untersuchung der vermeintlichen Machenschaften in Armstrongs ehemaligen Teams US Postal und Discovery Channel betraut. Wohl mit Erfolg. Zwar verweigert er Interviews, um seine Ermittlungen nicht zu beeinträchtigen. Er sei dem siebenmaligen Tour-Sieger laut einem "Bild"-Bericht aber schon dicht auf den Fersen.

Es droht eine Gefängnisstrafe

Wie die "New York Times" berichtet, geht es in den Ermittlungen um Betrug und Verschwörung sowie die missbräuchliche Verwendung von Spenden an Armstrongs Anti-Krebs-Stiftung "Livestrong" - denn Doping ist in den USA nicht strafbar. Sollte Novitzky auch im Fall des Radrennfahrers erfolgreich sein - der Dopingfahnder hat schon Sprinterin Marion Jones und Baseballer Barry Bonds überführt -, droht dem 38-Jährigen sogar eine Gefängnisstrafe.

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Noch spielt Armstrong den Gelassenen. Noch. "Man kann jemanden nicht für etwas bestrafen, was er nicht getan hat", sagt er. Dennoch hat der Texaner den Staranwalt Brian Daly engagiert, um seinem bisher größten Gegner die Stirn bieten zu können. Man müsse sich eben beschützen, lässt er verlauten. Zumal sich Armstrong zuletzt in Widersprüchen verstrickte. So beteuerte er, keine Anteile an der Firma Tailwind Sports, in deren Besitz der Rennstall US Postal war, gehabt zu haben. 2005 hatte er aber während einer Gerichtsverhandlung gesagt, ihm gehörten zehn Prozent von Tailwind Sports. Das Team habe von der staatlichen Post rund acht Millionen Dollar jährlich erhalten. Sollte von diesem Geld etwas für Dopingmittel ausgegeben worden sein, könnte dies ebenfalls zu mehreren Jahren Haft führen.

Spitzname: "Dirt Novitzky"

Der Respekt oder auch die Angst vor Novtizky ist offenbar groß. Auch vor seinen Ermittlungsmethoden. Im Fall Jones hatte der Fahnder Spritzen im Müll gefunden und sich damit seinen Spitznamen "Dirt Novitzky" erworben. Bereits in wenigen Tagen sollen die ersten Zeugen in San Francisco vor einer Grand Jury aussagen. Darunter auch Armstrongs Chef-Kritiker Greg LeMond und sein ehemaliger Teamkamerad Tyler Hamilton.

Armstrong dürfte es zudem nicht gefallen haben, dass sein früherer Mannschaftskollege Floyd Landis, der den Stein mit seinem Geständnis im Mai ins Rollen gebracht hatte, die Vorwürfe am Wochenende erstmals im US-Fernsehen wiederholte. "Irgendwann ist es an der Zeit, den Kindern zu sagen, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt. Ich hasse es, der Typ zu sein, der es sagt. Aber es ist alles einfach nicht wahr", sagte Landis dem TV-Sender ABC.

"Wenn nicht er, dann ein anderer gedopter Fahrer"

Der Amerikaner bestätigte, dass er mehrmals gesehen habe, wie Armstrong Bluttransfusion erhielt und leistungssteigernde Mittel nahm. Bei den Substanzen habe es sich unter anderem um das Blutdopingmittel Epo gehandelt. Auf die Frage, ob Armstrong ein Betrüger sei, antwortete Landis ausweichend: "Wenn er die Tour nicht gewonnen hätte, hätte es ein anderer gedopter Fahrer getan."

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