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Team Milram mit schlechter Tour-Bilanz

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Tour de France 2010  

Keiner weint ums Team Milram

26.07.2010, 12:22 Uhr | dpa, sid, t-online.de, sid, t-online.de, dpa

Team Milram mit schlechter Tour-Bilanz. Linus Gerdemann hatte sich für die Tour viel vorgenommen, blieb aber weit hinter den Erwartungen zurück. (Foto: imago)

Linus Gerdemann hatte sich für die Tour viel vorgenommen, blieb aber weit hinter den Erwartungen zurück. (Foto: imago)

Kein Etappensieg, wenig Inspiration, Andreas Klöden als bester Deutscher nur eine Randnotiz. Die deutsche Tour-de-France-Bilanz lässt keinen Raum für Schönfärberei (Klicken sie durch: die Tour im Rückblick!). Die Abschiedsrundfahrt des einzig noch vorhandenen einheimischen ProTour-Rennstalls Milram - der Sponsor steigt zum Saisonende aus - ähnelte der müden Ehrenrunde von Lance Armstrong. Angesichts des bevorstehenden Endes der Equipe aus Dortmund wird es 2011 erstmals nach 20 Jahren kein deutsches Team bei der Tour geben (Klicken Sie durch: die besonderen Momente der Tour!).

"Ich habe den Eindruck, dass wir zurück in der Steinzeit sind. Das ist ein unschöner Zustand. Das ist traurig und schade", resümierte Altmeister Jens Voigt. Der deutsche Radsport steht vor einem Scherbenhaufen. Die Nachwuchsfahrer - in Deutschland gibt es einige hoffnungsvolle Talente - werden es in Zukunft ohne einheimische Topmannschaft sehr schwer haben den Sprung nach ganz oben zu schaffen. Hoffnung ruht nun auf dem bayrischen Team NetApp, das 2012 in der ProTour fahren und dann auch bei der Tour de France starten will.

Erstmals kein deutscher Etappensieg seit fünf Jahren

Mit "Zurück in die Steinzeit" ließen sich auch der Großteil der Leistungen deutscher Fahrer beschreiben. Das Gesamtklassement war bereits nach dem ersten Berg in den Alpen für deutsche Fahrer passe. So war der in die Jahre gekommene Armstrong-Helfer Andreas Klöden als Gesamt-14. noch am besten platziert. Auf den Flachetappen sprintete Gerald Ciolek dem britischen Superstar Mark Cavendish weit hinterher. Erstmals seit fünf Jahren gab es keinen deutschen Tagessieg.

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Van Gerwen stichelt gegen Gerdemann

Die deutschen Hoffnungen Tony Martin und Linus Gerdemann blieben hinter den Erwartungen zurück. Konnte Martin wenigstens noch mit zweiten Plätzen im Prolog und im abschließenden Zeitfahren sowie aufopferungsvollen Helferdiensten für Cavendish überzeugen, war von Gerdemann in den drei Wochen überhaupt nichts zu sehen. "Linus ist ein super Kerl, ein guter Redner und ein schöner Junge, aber ein bisschen gehört auch der sportliche Erfolg dazu", bemängelte Teamchef Gerry van Gerwen.

Letzter Platz in der Teamwertung spricht Bände

Der Niederländer war tief enttäuscht über die blutleere Vorstellung seiner Mannschaft. Attraktiv und spektakulär sollten seine Milchmänner fahren, die Realität sah anders aus. "Dass wir nicht die Tour gewinnen, war klar. Dass wir nicht in der Gesamtwertung vorne sind, auch. Aber trotzdem waren die Erwartungen viel, viel höher", sagte van Gerwen. Mal mit bösen, mal mit lieben Worten habe er es versucht, aber am Ende war alles vergebens. Der 22. und letzte Platz in der Teamwertung spricht Bände.

Fahrer verhandeln bereits mit anderen Teams

So lieferte die Mannschaft alles andere als Argumente für potenzielle Sponsoren, in das Team einzusteigen. Bis heute hat van Gerwen keinen neuen Geldgeber gefunden, er will weitersuchen, notfalls auch 2011. Seine Fahrer stehen dagegen längst in Verhandlungen mit anderen Teams. Ciolek steht offenbar vor einer Rückkehr zu Columbia, Gerdemann und Fabian Wegmann sind beim neuen Rennstall aus Luxemburg im Gespräch.

Voigt eine Bereicherung

Dort könnten sie auf Voigt treffen. Der 38-Jährige will noch diese Woche seine Zukunftspläne lüften. "Ich werde noch mindestens eine Saison fahren, danach sehen wir von Jahr zu Jahr weiter", sagte Voigt, der sich als einer der wenigen Fahrer erneut eine Bestnote verdiente. Aufopferungsvoll hat er sich in den Dienst von Schleck gestellt. Unvergessen ist auch sein Kämpferherz, dass er nach seinem schweren Sturz bei Tempo 70 auf der 16. Etappe an den Tag legte. Trotz seiner schweren Verletzungen hatte er das Angebot des Besenwagens dankend ausgeschlagen. Da seine Rennmaschine hinüber und das Begleitfahrzeug weit voraus war, schnappte er sich das Rad eines Jugendfahrers ("Das war quietschegelb und viel zu klein") und machte sich auf die Jagd nach dem enteilten Feld.

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