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Tour des France-Sieger Alberto Contador positiv auf Doping getestet

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Alberto Contador positiv auf Doping getestet

30.09.2010, 09:11 Uhr | dpa, sid, sid, dpa

Tour des France-Sieger Alberto Contador positiv auf Doping getestet. Alberto Contador soll bei der Tour de France 2010 gedopt haben. (Foto: dpa)

Alberto Contador soll bei der Tour de France 2010 gedopt haben. (Foto: dpa)

Tour de France-Sieger Alberto Contador ist bei einer Dopingprobe während der Frankreichrundfahrt 2010 positiv auf die verbotene Substanz Clenbuterol getestet worden. Der spanische Radprofi machte in einer in der Nacht von spanischen Medien veröffentlichten Erklärung, eine Lebensmittelverunreinigung für das positive Ergebnis verantwortlich. Dies sei die einzige Möglichkeit, ließ Contador mitteilen. (Die größten Doping-Skandale der Tour de France)

In einer Erklärung des Radsport-Weltverbandes UCI hieß es, der dreimalige Tour-Gewinner, der seine diesjährige Saison bereits beendet hat, sei vorläufig gesperrt worden, wie es das Reglement vorsehe. Die Urinprobe, die zu dem positiven Resultat führte, sei am 21. Juli, dem zweiten Ruhetag der Tour de France, entnommen worden. Auch der B-Test habe das Ergebnis der A-Probe bestätigt.

Die Probe sei vom Dopinglabor in Köln untersucht worden, die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA habe die UCI entsprechend unterrichtet. Die Konzentration des Clenbuterol habe bei 50 Picogramm gelegen (1 Picogramm = 1 Billionstel Gramm). Die UCI erklärte, der Fall verlange weitere wissenschaftliche Untersuchungen, bevor Schlussfolgerungen gezogen werden könnten.

Contador: "Absolut keine Wirkung"

Contador wehrte sich vehement gegen die Vorwürfe. Die bei ihm festgestellte Dosis sei extrem niedrig gewesen. Daher sei es ausgeschlossen, dass es sich um Doping handele, beteuerte er. "Die bei mir festgestellte Menge war so minimal, dass sie absolut keine Wirkung hatte." Er setze sein Vertrauen in den Radsportverband, um dieses höchst gravierende Problem aufzuklären, hieß es in der Erklärung des Champions, der die Tour 2010 gewann, weiter. Sollte der Vorwurf gegen Contador bestehenbleiben, könnte ihm als zweitem Tour-Sieger nach dem Amerikaner Floyd Landis (2006) der Titel für das berühmteste Radrennen der Welt aberkannt werden.

Contador bestreitet Kontakt zu Fuentes

Dopingvorwürfe begleiten die Karriere Contadors nicht zum ersten Mal. Ihm wird ein Kontakt zum des systematischen Dopings von Spitzensportlern verdächtigten Arztes Eufemiano Fuentes nachgesagt. Diese Dopinganschuldigungen hat Contador immer bestritten.

Riis: "Es ist einfach scheiß unglücklich, dass Contador in diese Lage geraten ist"

Unterdessen wertete Saxo-Bank-Teamchef Bjarne Riis den Dopingverdacht gegen den Tour-de-France-Sieger als "scheiß unglücklich". Der spanische Radprofi soll ab der kommenden Saison für den Riis-Rennstall fahren. Über das bei Contador gefundene Präparat Clenbuterol meinte der Rennstall-Chef: "Das ist ein altes Präparat, das überhaupt keine Wirkung hat. Sondern nur Nebenwirkungen." Im Übrigen sei die Menge so gering, dass auch der Radsportverband UCI im Zweifel über den eigenen Test sei.

Vuelta-Zweiter ebenfalls unter Doping-Verdacht

Wie die UCI mitteilte, wurden auch der Vuelta-Zweite Ezequiel Mosquera und David Garcia positiv getestet. Es wurde das verbotene Mittel HES gefunden.


Stichwort Clenbuterol:

Katrin Krabbe hat Clenbuterol zu trauriger Berühmtheit verholfen. 1992 wurde die Sprinterin überführt - Deutschland hatte seinen großen Skandal. Clenbuterol ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Sympathomimetika und wird zur Behandlung von Asthma verwendet. Zudem besitzt Clenbuterol eine wehenhemmende Wirkung, die in der Tiermedizin und bei der Kälbermast eingesetzt wird. Zudem kann durch missbräuchliche Anwendung beim Menschen ein leistungssteigernder Effekt erzielt werden. Bei sehr hoher Dosierung hat Clenbuterol eine anabole Wirkung auf die quergestreifte Muskulatur. Dabei werden ständige Muskelabbauprozesse verlangsamt und bei entsprechendem Training und angepasster Ernährung wird ein gegensätzlicher Effekt erzielt - die Muskeln werden auf- statt abgebaut. Zudem gilt es als sicher, dass dem fettabbauenden Effekt von Clenbuterol die Erhöhung der Körpertemperatur um 0,3 bis 0,8 Grad Celsius zu Grunde liegt. Das braune Fettgewebe, was durch die Oxidation von Fettsäuren Wärme produziert, wird angeregt, sodass auch im Ruhezustand mehr Körperfett durch den Stoffwechsel verbrannt wird. Erst in der vergangenen Woche war der deutsche Tischtennisspieler Dimitrij Ovtcharov positiv auf Clenbuterol getestet worden. Der 22-Jährige hatte die positive Probe auf kontaminiertes Fleisch während der China Open zurückgeführt.

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