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Mark Cavendish: umstritten wie kein Zweiter

07.07.2011, 14:37 Uhr | sid

Mark Cavendish: Umstritten wie kein Zweiter. Mark Cavendish jubelt über seinen ersten Etappensieg bei der Tour 2011. (Foto: imago)

Mark Cavendish jubelt über seinen ersten Etappensieg bei der Tour 2011. (Foto: imago)

Mark Cavendish ist der "Raketenmann" unter den Radprofis. Der Brite hat gerade seinen ersten Etappensieg bei der Tour de France 2011 ersprintet. Es ist bereits sein 16. Tageserfolg bei der Großen Schleife insgesamt. Cavendish wird für seine Schnelligkeit im Sprint gefürchtet, macht sich durch sein oft arrogant wirkendes Auftreten aber auch unbeliebt. Deshalb ist er einer der umstrittensten Profis im Feld.

Nach seinem Sieg in Cap Frehel kam die Eitelkeit von Cavendish wieder zum Vorschein: "Verdammt, gerade habe ich mein TV-Interview nach dem Rennen gesehen. Ich muss dringend was mit meinem Bart anstellen", twitterte er. Arrogant und ausgestattet mit einem Ego, das zum Himmel reicht - der britische Sprintstar zeichnet in der Öffentlichkeit oft ein zweifelhaftes Bild von sich. Innerhalb seines Teams HTC-Highroad zeigt er allerdings ein anderes Gesicht. "Er ist eigentlich ein ganz Lieber. Er kommt in den Medien immer ein bisschen falsch rüber", sagt die deutsche Tour-Hoffnung Tony Martin. Er verstehe sich blendend mit "Cav", der einer der dankbarsten Kollegen sei, die es gebe. "Zu seinem Image hat er allerdings mit seinen Kommentaren ein stückweit beigetragen."

Dauerfehde mit Greipel

Ein Beispiel seines schier unbegrenzten Selbstbewusstseins findet sich auf Cavendishs Homepage. Dort bekommt man "den faktisch schnellsten Mann der Welt auf zwei Rädern" präsentiert. Im Fahrerfeld führt diese Art nicht selten zu Missfallen und Streitigkeiten. Speziell mit Andre Greipel vom Team Omega Pharma-Lotto pflegt Cavendish seit einem Jahr eine Dauerfehde. Cavendish hatte 2010 die Siege seines damaligen Teamkollegen diskreditiert und damit ein ungeschriebenes Radsport-Gesetz gebrochen.

Zabel ist der Lehrmeister

Für Ungemach unter den Kollegen sorgte der 26-Jährige auch beim diesjährigen Giro d'Italia. Von Messina hinauf zum Ätna soll er sich von einem Auto hochziehen lassen haben. Mark Cavendish, der böse Bube? "Natürlich kokettiert er auch ein bisschen mit diesem Image. Ich habe ihn aber immer als sehr sensiblen und emotionalen Typen kennengelernt", sagte sein Lehrmeister Erik Zabel, der für HTC-Highroad als Berater arbeitet. Hier und da schieße Cavendish zwar über das Ziel hinaus: "Aber wir wünschen uns natürlich auch keine Schlaftablette. Da nehmen wir dann auch mal in Kauf, dass wir mit einem UCI-Kommissär telefonieren und uns entschuldigen müssen." Deutliche Zeichen für das große Renommee, das sich Cavendish innerhalb seiner Mannschaft erarbeitet hat.

Besonders seine Führungsqualitäten sind geschätzt. "Er ist der Rennfahrer, der immer wieder versucht, dieses Kollektiv zusammenzuhalten", sagte Zabel. Mit Nachdruck hatte Cavendish, der irgendwann Eddy Merckx (34 Siege) als Fahrer mit den meisten Etappenerfolgen ablösen will, sein mental angeknackstes Team vor seinem 16. Tageserfolg bei der Tour de France auf den Sieg eingestimmt. "Wenn Mark motiviert ist, dann ist er konzentriert, ruhig und bestimmt", sagte HTC-Sportdirektor Rolf Aldag und ergänzte: "Das Ruhige ist aber grundsätzlich nicht sein Naturell. Wenn er der verspielte Junge ist, dann ist er laut und macht Späße."

Twitterer aus Leidenschaft

Eine große Leidenschaft Cavendishs ist der Kurznachrichtendienst "Twitter" - mehrmals täglich greift er zum Smartphone. Erst kürzlich kommentierte er ein Interview seiner Lebensgefährtin, dem Unterwäschemodel und Seite-1-Mädchen Peta Todd: "Eine Brünette mit Hirn UND Titten. Mark Cavendish ist ein glücklicher Bursche." Da war er wieder.

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