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Andre Greipel ist stocksauer auf Philippe Gilbert

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Greipel ist stocksauer auf Gilbert

07.07.2011, 15:16 Uhr | dapd

Andre Greipel ist stocksauer auf Philippe Gilbert. Andre Greipel ist sauer auf seinen Teamkollegen Philippe Gilbert. (Foto: imago)

Andre Greipel ist sauer auf seinen Teamkollegen Philippe Gilbert. (Foto: imago)

Die Dauerfehde mit Erzrivale Mark Cavendish ruht derzeit, dafür herrscht dicke Luft im eigenen Team: Für Andre Greipel trägt der Feind bei seinem Debüt bei der Tour de France das gleiche Trikot. "Das ist kein Team" schimpfte Greipel nach der Etappe zum Cap Frehel stocksauer und verschwand mit grimmiger Miene ins Hotel. Der Belgier Philippe Gilbert hatte sich auf der Jagd nach dem Grünen Trikot über die Taktik von Omega Pharma hinweggesetzt und Greipel den Sprint vermasselt. Auf der 6. Etappe hatten dann weder Greipel noch Gilbert etwas mit dem Ausgang des Rennens zu tun. Am Freitag haben die Sprinter auf dem Weg ins Zentralmassiv vorerst die letzte Chance auf einen Etappensieg. "Auf der 7. Etappe stelle ich mich in seinen Dienst", kündigte Gilbert an.

(ab 12 Uhr bei t-online.de im Live-Ticker).

Marcel Sieberg bezog klar für Greipel Stellung. "Gilbert kam auf einmal von rechts und blockierte Andre. Er hatte nicht einmal die Chance, zu sprinten", sagte Sieberg. Durch die Disqualifikation des Spaniers Jose Rojas sicherte sich Gilbert mit dem zweiten Platz das Grüne Trikot.

Gilbert ignoriert Team-Absprache bewusst

Der belgische Meister räumte ein, dass er entgegen der Absprache handelte, war sich ansonsten jedoch keiner Schuld bewusst. "Ich sollte eigentlich für Greipel den Sprint anziehen. Dann kam ich aber mit so viel Tempo von hinten und habe ein Loch gesehen. Da bin ich dann Vollgas gefahren", sagte Gilbert.

Noch am Abend im Teamhotel soll es eine Aussprache gegeben haben, Gilbert sagte danach: "Wir haben friedlich geredet. Ich habe kein Problem mit Greipel." Jetzt hat der Klassikerkönig das Grüne Trikot im Visier, will es unbedingt bis nach Paris tragen.

In Greipel brodelt es

Gilberts Egoismus war für Greipel der zweite Rückschlag an diesem Tag, schließlich gewann Cavendish die Etappe. Der Deutsche versuchte, das Geschehen mit Humor zu nehmen. "Mer muss och jönne könne, sagt der Kölsche", schrieb Greipel auf seiner Internetseite und fügte nicht ganz ernst gemeint an: "Ich suche gerade noch nach der passenden Yoga-Übung dafür."

Vor der Tour war sich Greipel noch sicher, in den Sprints der Kapitän zu sein. Selbst für den Fall, dass Gilbert das Grüne Trikot erobert. Teamchef Marc Sergeant sieht das jetzt anders: "Philippe wird in den kommenden Tagen bei den Zwischensprints und im Finale mitsprinten, umso viele Punkte wie möglich zu sammeln."


Ex-Profi Marcel Wüst glaub zumindest daran, dass bei einer komplett flachen Ankunft die Karte Greipel gespielt wird. "Bei einem richtigen Sprint werden sie die Kräfte für Greipel bündeln, aber Gilbert will das Trikot auch so lange wie möglich behalten", sagte er.

Wüst traut Greipel Tagessieg zu

Wüst betonte, wie wichtig es sei, nun intern eine klare Strategie zu entwickeln. "Da muss eine Entscheidung her, mit der alle Leben können. Gilbert wird jedenfalls versuchen zu punkten, wo es nur geht", sagte Wüst. Der 43-Jährige sieht Greipel bei seinem Tour-Debüt allerdings auf einem guten Weg und rechnet ihm durchaus Chancen auf einen Etappensieg aus.

Trainer Sager und Ullrich sitzen vor dem Fernseher

Auf einen Tagessieg seines Schützlings hofft auch Greipels jahrelanger Trainer Peter Sager, der jeden Nachmittag zu Hause vor dem Fernseher sitzt. "Wenn Andre eine Etappe gewinnt, dann fahre ich nach Paris", sagte Sager. In den vergangenen Tagen saß der Pensionär auch mit seinem früheren Musterschüler Jan Ullrich gemeinsam vor dem TV-Gerät: "Da haben wir ein wenig gefachsimpelt und Andre die Daumen gedrückt."

Sager ist allerdings etwas skeptisch, ob es mit dem Etappensieg klappt. Alles müsse zu 100 Prozent stimmen, schließlich könnten jedes Mal mindestens fünf Leute gewinnen. "Und bisher haben sie 90 Prozent für Gilbert gearbeitet, dem das Terrain bisher besser lag."

Dabei sein ist alles

Laut dem Erfolgstrainer hat ohnehin Vorrang, das Greipel überhaupt bei der Tour ist. "Das klingt unfair und hart, aber wenn ein Radprofi 30 Siege einfährt und nicht bei der Tour ist, dann ist er ein Fahrer zweiter Klasse. So ist das heute leider", sagte Sager. Den Sprung zu Tour hat Greipel nach langem Anlauf geschafft, für einen Etappensieg dürfte es da auf einen Tag mehr oder weniger nicht ankommen.

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