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Tour de France: Winokurow stürzt schwer und muss aufgeben

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Winokurow stürzt schwer und muss aufgeben

10.07.2011, 17:12 Uhr | dpa, sid

Tour de France: Winokurow stürzt schwer und muss aufgeben. Betreuer stützen den verunglückten Alexander Winokurow. (Foto: Reuters)

Betreuer stützen den verunglückten Alexander Winokurow. (Foto: Reuters)

Die Sturzserie der Tour de France hält an und hat zwei weitere Spitzenfahrer zur Aufgabe gezwungen. Routinier Alexander Winokurow und Podiumskandidat Jürgen Van den Broeck verletzten sich bei einem dramatischen Sturz schwer und mussten ihren Tour-Traum damit begraben. Für Winokurow, der seine letzte Tour bestritt, dürfte die Radprofi-Karriere vorzeitig zu Ende sein.

Glück im Unglück hatten zwei Fahrer einer Ausreißergruppe, als sie von einem Begleitfahrzeug bei voller Fahrt gerammt wurden, aber weiterfahren konnten.

Voeckler erobert Gelb

Das Gelbe Trikot eroberte auf der 9. Etappe Lokalmatador Thomas Voeckler, der nach 208 Kilometern das Ziel in Saint-Flour als Zweiter einer Fluchtgruppe erreichte. Zum Tagessieg sprintete Luis Leon Sanchez aus Spanien, auf Platz drei folgte der Franzose Sandy Casar. Das Trio rettete einen klaren Vorsprung vor dem Hauptfeld mit den Tour-Favoriten ins Ziel. Europcar-Profi Voeckler selbst, der schon 2005 kurz das Gelbe Trikot getragen hatte, lancierte die Attacke im Anstieg zum ersten von insgesamt sieben Bergen (Die Ergebnisse im Überblick).

Massensturz auf einer Abfahrt

Winokurows Abschiedsrunde durch Frankreich und Van den Broecks Tour-Hoffnungen endeten indes an der Kilometermarke 102 auf der Abfahrt vom Col du Pas-de-Peyrol: Bei dem Massensturz wurde Winokurow in die Böschung geschleudert, Van den Broeck blieb auf der Straße liegen. Der Hergang war zunächst unklar, da keine TV-Bilder vorlagen. Offenbar waren Fahrer auf nasser Straße weggerutscht.

Knochenbrüche bei Winokurow und Van den Broeck

Die Kameras hielten erst drauf, als Betreuer und Teamkollegen den schwer gezeichneten Winokurow stützend den kleinen Abhang hochbrachten. Der Kasache wurde mit einem gebrochenen linken Oberschenkelknochen in ein Krankenhaus gebracht. Der Belgier Van den Broeck, der mit schmerzverzerrtem Gesicht und offenbar leicht benommen auf dem Asphalt saß, erlitt Kopfverletzungen und einen Schulterblattbruch. "Die Tour wird immer größer und immer wilder, die Straßen immer enger", monierte HTC-Teamchef Rolf Aldag. "Mir scheint, dass immer mehr unqualifizierte Leute hier rumfahren. Das muss dringend geändert werden."

Tour-Ende auch für Zabriskie

Neben den beiden Teamkapitänen bedeutete der Unfall auch das Tour-Aus für US-Profi David Zabriskie vom Team Garmin Cervelo und den Belgier Frederik Willems von Van den Broecks Omega-Rennstall. In den Etappen zuvor waren schon Bradley Wiggins, Janez Brajkovic und Tom Boonen zur Aufgabe gezwungen worden.

Entwarnung bei Klöden

Andreas Klöden kam unterhalb des Pas-de-Peyrol ebenfalls zu Fall. Der Wahl-Schweizer konnte die Etappe aber trotz eines blutigen Ellbogens ebenso fortsetzen wie Vorjahressieger Alberto Contador, der schon bei Kilometer 84 - wohl wegen einer Unachtsamkeit - auf dem Hosenboden gelandet war. Klöden klagte aber im Ziel über Rückenschmerzen und wurde vorsichtshalber im Krankenhaus behandelt. Dabei wurden einem Teamsprecher zufolge Hämatome am Rücken sowie eine sehr schmerzhafte Verspannung der Muskulatur festgestellt. Knochenbrüche erlitt der 36-Jährige aber nicht. "Am Montag will Andreas Klöden eine Testfahrt machen und dann entscheiden, wie es weitergeht", sagte der Teamsprecher.

Hauptfeld bricht Verfolgung ab

Das Hauptfeld brach nach dem Massensturz für rund 15 Kilometer die Verfolgung der Ausreißer ab. In gemächlichem Tempo steuerte die große Gruppe mit allen Favoriten den nächsten Anstieg an. Vorn im Feld diskutierten vor allem Philippe Gilbert, der Auftaktsieger und Träger des Grünen Trikots, und Zeitfahr-Weltmeister Fabian Cancellara mit einem Motorrad-Kommissär.

Begleitfahrzeug rammt Ausreißergruppe

Als das Peloton wieder die Jagd auf die Spitzengruppe aufnahm, war diese bereits zu weit enteilt. Eine Schrecksekunde erlebten die fünf Ausreißer, als ein Auto des französischen Fernsehens bei voller Fahrt Juan Antonio Flecha von der Seite rammte. Der Spanier vom Team Sky stürzte und riss Vacansoleil-Fahrer Johnny Hoogerland mit sich.

Hoogerland fliegt in einen Weidezaun

Dieser wirbelte dramatisch durch die Luft und wurde auf gerader Strecke in einen Weidezaun geschleudert. Nach bangen Sekunden konnte er - trotz etlicher Bandagen blutüberströmt - weiterfahren. Um den möglichen Etappensieg hatte der Fahrer des Wagen die beiden Profis mit seiner unverantwortlichen Aktion aber bereits gebracht.

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