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Andreas Klöden und Tony Martin – Bester Deutscher oder was?

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Andreas Klöden und Tony Martin – Bester Deutscher oder was?

11.07.2011, 09:00 Uhr

Andreas Klöden und Tony Martin – Bester Deutscher oder was?. Toni Martin (li.) und Andreas Klöden können aus deutscher Sicht bei der Tour ganz vorne dabei sein. (Foto: imago)

Toni Martin (li.) und Andreas Klöden können aus deutscher Sicht bei der Tour ganz vorne dabei sein. (Foto: imago)

von Marcel Wüst

Am ersten wohlverdienten Ruhetag bei der Tour de France sieht es, was die Platzierungen der deutschen Klassementsfahrer angeht, wirklich sehr gut aus. Tony Martin und Andreas Klöden liegen auf Tuchfühlung mit den Topfavoriten auf den Plätzen sechs und acht und sind besser durch die erste chaotische Sturzwoche gekommen als viele andere. Dennoch hat vor allem Klödi gestern Federn gelassen und seine schmerzhafte Rückenverletzung wird ihn, wenn es in der zweiten Wochenhälfte ins Hochgebirge geht, arg peinigen.

Was die Möglichkeiten einer vorderen Platzierung angeht, ist es nicht einfach zu prognostizieren wer von beiden die deutsche Option für das beste Ergebnis sein wird. (Die Ergebnisse im Überblick).

Klöden kann wieder ganz nach vorne fahren

Klöden ist gelassen, sehr erfahren und vor allen Dingen hat er mit seinen zwei zweiten Plätzen bewiesen, dass er es in Paris auf das Podium schaffen kann - das ist zwar lange her, aber solche Erfahrungen prägen einen Rennfahrer für die ganze Karriere, wenn nicht sogar für das ganze Leben. Sollte er, mit inzwischen 36 Jahren, nicht der fehlenden Regenerationsfähigkeit im hohen Sportleralter Tribut zollen, dann ist er in der Summe der Fähigkeiten der Top-Kandidat für eine deutsche Topplatzierung - bis aufs Podium kann er es auch in diesem Jahr wieder schaffen!

Marcel Wüst schreibt exklusiv für t-online.de. (Foto: imago)Marcel Wüst schreibt exklusiv für t-online.de. (Foto: imago)Er hat im Hochgebirge bei der Tour seinen Mann gestanden und bringt auch ordentliche Zeitfahrerqualitäten mit. Wenngleich er in dieser Disziplin nicht, wie Tony Martin, zur Weltspitze gehört. Letzterer hat bei der Dauphiné Libéré, auf exakt gleicher Strecke wie bei der Tour, das Zeitfahren für sich entschieden und strebt dort seinen ersten Tour-Etappensieg an. Dass er dafür einen Fabian Cancellara schlagen muss, der 2010 zwei Mal Martins Etappensieg im Einzelzeitfahren verhinderte, ficht ihn nicht an. Ich würde es dem jungen Mann nicht nur zutrauen, sondern vor allem auch von ganzem Herzen gönnen.

Bergetappen mit hohem Spannungspotential

Das große Fragezeichen bei ihm wird die Hochgebirgstauglichkeit sein. Vor allem in den Alpen geht es häufig über die 2000-Meter-Grenze, insgesamt sogar drei Mal weit über die 2500 Meter - und dort werden eigentlich die dünnbeinigen und federleichten Kletterspezialisten im Vorteil sein. Doch da Schleck und Co. nicht gerade als Zeitfahrer von sich reden gemacht haben, werden diese Fahrer versuchen, alle, die im Kampf gegen die Uhr besser sind, zu distanzieren. Das bedeutet Spannung pur für die großen Bergetappen.

Auch deshalb, weil Alberto Contador noch die auf der ersten Etappe durch Sturz verlorene Zeit aufholen muss. Wer in Paris letzten Endes bester Deutscher wird, ist für beide absolut unwichtig. Da bin ich mir sicher. Bei einer drei Wochen dauernden Tour de France sind solche Seitenblicke auf das Klassement nur vergeudete Energie. Beide Fahrer sind mit mehr oder weniger klar formulierten Zielen angereist, geben über die gesamte Zeit täglich alles und am Ende ist das erreichte Resultat eine Benchmark, an der sich der Fahrer vor allem selber misst. Klar ist man froh, wenn man sein Ziel erreicht oder gar übertrifft, aber ob ein anderer Landsmann besser ist, spielt höchstens bei den Kurzmeldungen im Radio eine Rolle.

Heute werden sich die Fahrer vor allen Dingen erholen, die Wunden der ersten Woche behandeln lassen und ein erstes körperliches Fazit ziehen. Am Abend wissen dann beide mit einiger Sicherheit, wie es um sie bestellt ist.

In diesem Sinne Schönen Ruhetag, Jungs!

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