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Kolobnew nimmt sich selbst aus der Tour

12.07.2011, 12:24 Uhr | dpa

Doping: Kolobnew nimmt sich selbst aus der Tour. Alexander Kolobnew (Foto: dpa)

Alexander Kolobnew (Foto: dpa)

Das gibt es auch nicht alle Tage: Nach dem positiven Medikamenten-Befund bei Alexander Kolobnew hat sich der Russe selbst aus der Tour de France genommen. Der zweimalige russische Straßen-Meister war eigenständig zur Polizei gegangen, wie sein Team Katusha berichtete. Er habe entschieden, das Rennen zu verlassen. Damit kam Kolobnew einer Suspendierung seines Rennstalls zuvor. (Jetzt live: Die 10. Etappe der Tour im Live-Ticker)

Kolobnew war am 6. Juli positiv auf das Präparat Hydrochlorothiazid (HCT) getestet worden, wie der Weltverband UCI mitgeteilt hatte. Das Diuretikum wird benutzt, um andere Dopingmittel zu verschleiern. Der Weltverband hatte Kolobnew nicht suspendiert, weil HCT nicht auf der UCI-Dopingliste steht. Gemäß der Richtlinien bei Katusha wurde der zweimalige Vizeweltmeister noch nicht entlassen. Diese Maßnahme stehe erst an, wenn die B-Probe den Test bestätigt.

"Ich weiß nicht, woher sie kommen"

Kolobnew will derweil von Doping nichts wissen. "Ich wurde darüber informiert, dass ein Labor die Substanz Hydrochlorothiazid gefunden hat. Ich weiß nicht, woher sie kommt und warte auf weitere Informationen", schrieb er auf seiner Internetseite und betonte: "Bei der Durchsuchung durch die Polizei nach dem positiven Test wurde nichts Verdächtiges gefunden." Er warte nun auf die Ergebnisse der Ermittlungen. Die ASO wertet den Fall als erfolgreichen Schlag gegen Doping. "Der Radsport wehrt sich. Der Fall ist ein gutes Beispiel dafür, wie gut die Organisationen zusammenarbeiten", sagte Tour-Direktor Christian Prudhomme.

Hohe Geldstrafe droht

Bei positiver B-Probe drohen dem 30-Jährigen Kolobnew nicht nur die Entlassung und eine Zweijahressperre, sondern auch eine hohe Geldstrafe. Laut Mannschaftsregularien müssen des Dopings überführte Fahrer als Strafe das fünffache Jahresgehalt bezahlen. Im Kolobnews Fall dürfte diese Summe deutlich mehr als eine Million Euro sein.

Im Vorjahr war während der Tour kein Dopingfall bekanntgegeben worden. Erst im September wurde publik gemacht, dass Sieger Alberto Contador positiv auf Clenbuterol getestet worden war. Der Fall liegt beim Sportgerichtshof CAS. Contador fährt derzeit die Tour mit.

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