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Prudhomme: "Habe den spannendsten Job der Welt"

12.07.2011, 14:33 Uhr | dpa

Niemand ist so nah dran an den tragischen Verlierern und heldenhaften Siegern der Tour de France wie Christian Prudhomme. Wenn die knapp 180 Radprofis in den nächsten tagen die Pyrenäen- und Alpenpässe erklimmen, fährt er in dem roten Wagen mit der Nummer 1 hinter den Führenden der Etappe. Prudhomme ist Generaldirektor des größten Radrennens der Erde - für ihn "der spannendste Job der Welt".

Tour de France - Video 
Erster deutscher Etappensieg bei der Tour

Andre Greipel düpiert Cavendish - Voeckler weiter in Gelb. Video

Vielleicht ist es auch einer der schwierigsten Berufe der Welt, den der 50-jährige hochgewachsene Mann ausübt. Jedes Jahr wird die Tour von Doping-Skandalen erschüttert und jedes Mal muss Prudhomme wieder sein breites Lächeln aufsetzen und das Gute des Radsports loben. So wünschte er sich schon 2008 wieder mehr "Romantik bei dem größten sportlichen Ereignis der Welt", 2009 hoffte er auf eine "Tour, so sauber wie nie zuvor" und in diesem Jahr soll es ein "unglaublich spannendes Ereignis" werden.

Fachmann für überzeugende Formulierungen

Prudhomme gehen nie die Worte aus, um sein Kind zu verteidigen. Schließlich hat er in Frankreich die sehr renommierte Schule für Journalismus in Lille besucht und ist Fachmann für überzeugende Formulierungen. Über viele Jahre kommentierte er live die Tour de France.

In diesem Jahr aber war er zum ersten Mal um seine Worte verlegen. Schließlich hatte der Internationale Sportgerichtshof CAS den umstrittenen Vorjahressieger Alberto Contador zum Start zugelassen. Obwohl der Spanier bereits im Juli 2010 positiv auf Clenbuterol getestet worden war, hat der Sportgerichtshof CAS sein Urteil erst für Anfang August angekündigt.

Einer der mächtigsten Sportmanager Frankreichs

In seinem Heimatland Frankreich zählt Prudhomme noch immer zu den mächtigsten Sportmanagern. Dem Generaldirektor der Tour de France obliegen so entscheidende Aufgaben wie die Auswahl der Strecke. Die Franzosen sind nach wie vor begeisterte Fans und so reisen zu jeder Etappe Zehntausende Touristen an - eine auch im Fernsehen übertragene stundenlange kostenlose Werbung für den jeweiligen Ort. Insofern wird Prudhomme oft bedrängt, die Tour durch ein bestimmtes Dorf zu lenken. Auch das Ausland spricht vor, schon jetzt bewerben sich Städte wie Barcelona und Venedig.

Tour-Kommentator ein Kindheitstraum

Die einzelnen Etappen werden von Prudhomme stets wie bei einer feierlichen Oscarverleihung vorgestellt. Die Freude ist dem Mann mit der lauten Stimme anzumerken. "Ich habe schon als Kind davon geträumt, die Tour zu kommentieren", sagt Prudhomme. Als er zum ersten Mal über die Leistungen seiner angehimmelten Radprofis berichten durfte, sei er überglücklich gewesen. Schließlich hält er persönlich das Sportereignis für eines der wichtigsten der Welt.

Tony Martin soll es richten

Besonders getroffen hat Prudhomme und ganz Frankreich die distanzierte Haltung der deutschen Öffentlichkeit nach den vielen Dopingskandalen. "Ich hoffe deshalb auf eine starke Leistung von Tony Martin, um die Deutschen wieder zu begeistern", sagte er. In den vergangenen Jahren habe sich in Deutschland eine Art "verrückte Liebe" zum Radsport entwickelt.

Prudhomme argumentiert manchmal wie ein beleidigtes Kind. "Je mehr wir gegen das Doping machen, desto mehr werden wir gescholten", behauptet er. Der Radsport habe in der Vergangenheit viele Fehler begangen aber würde nun seine Aktivisten härter als alle anderen Sportarten prüfen. Man sei auf dem richtigen Weg.

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